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Auf einen Kaffee mit der Polizei — die Stadt Luzern lädt zum Austausch mit Sicherheitskräften ein

Mit Sicherheitskafis will die Stadt Luzern zwischen Bevölkerung und Sicherheitskräften Nähe schaffen: Im ungezwungenen Rahmen mit Kaffee und Gipfeli. Die Luzerner Zeitung fühlt den Puls bei Besucherinnen, Polizei und Co.
Jonathan Biedermann
Am Samstagvormittag stehen Sicherheitskräfte der Stadt Luzern Rede und Antwort. Von links nach rechts: Quartierpolizist Günther Gwerder, Stadtrat Martin Merki, Christina Rubin von der SIP, Feuerwehrmann Fabian Castilla. (Bild: Jonathan Biedermann, Luzern, 14. September 2019)

Am Samstagvormittag stehen Sicherheitskräfte der Stadt Luzern Rede und Antwort. Von links nach rechts: Quartierpolizist Günther Gwerder, Stadtrat Martin Merki, Christina Rubin von der SIP, Feuerwehrmann Fabian Castilla. (Bild: Jonathan Biedermann, Luzern, 14. September 2019)

Um die Sicherheitskräfte und die Bevölkerung einander näherzubringen, hat die Stadt Luzern «Sicherheitskafis» ins Leben gerufen. Die Initiative geht von der Sozial- und Sicherheitsdirektion aus. Sie lädt die Luzerner Anwohnerschaft zu einem offenen und unkomplizierten Austausch mit den Sicherheitskräften ein: an vier Samstagen, an vier verschiedenen Orten in der Stadt. Anwesend sind jeweils Angestellte der Polizei, der Feuerwehr und der Institution Sicherheit, Intervention und Prävention (SIP). Auch Martin Merki, Leiter der Sozial- und Sicherheitsdirektion, steht zur Verfügung.

Am Samstagvormittag fand beim Maihof-Schulhaus das erste Sicherheitskafi statt. Unsere Zeitung war zu Besuch, um den Puls zu fühlen. Einerseits sprachen wir mit Sicherheitskräften und dem Stadtrat Merki. Anderseits erkundeten wir uns nach den Anliegen von vier Besucherinnen.

Martin Merki, Stadtrat

Die Idee von Sicherheitskafis stamme aus den USA. «Coffee with a cop» heisst es da. Mit der Umsetzung in Luzern wolle die Stadt der Bevölkerung die Möglichkeit geben, sich mit den Sicherheitskräften zu unterhalten. Sonst sei das schwierig. Die Polizei beispielsweise sei im Einsatz nicht so einfach ansprechbar. Mit den Sicherheitskafis möchte die Stadt Luzern einen direkten und unkomplizierten Zugang zu ihr schaffen.

Anonyme Frau, wohnt in der Neustadt

Eine 26-jährige Frau aus der Neustadt freute sich insbesondere auf einen Blick hinter die Kulissen: «Ich wollte erfahren, wie Einsätze der Polizei und der Feuerwehr ablaufen. Dass man hier mit den Einsatzkräften sprechen kann, finde ich toll». Auch ein Blick in das Innere der beiden Einsatzfahrzeuge habe sie werfen können.

Jürg Joller, Polizist

An den Sicherheitskafis könne sich die Polizei auch einmal von einer anderen Seite zeigen, sagt Polizist Jürg Joller:

«Sonst wird die Polizei immer als strafend und belehrend wahrgenommen. Man vergisst dabei schnell, dass sie auch hilft und stützt.»

Gemäss Joller möchte sich die Polizei in einem solchen Rahmen öffnen. «Wir wollen der Anwohnerschaft zeigen, dass wir auch nur Menschen sind — Menschen, die sich um die Bedürfnisse jener kümmern, für die sie im Dienst sind», so Joller weiter. Deshalb sei die Nähe wichtig. Man freue sich darauf, an verschiedenen Orten in der Stadt an Sicherheitskafis präsent zu sein.

Luzerner Sicherheitskafis im Überblick

14. September, Schulhausplatz Maihof
21. September, Ruopigen-Zentrum
19. Oktober, Vögeligärtli
2. November, Schönbühl-Center

Anonyme Frau, wohnt im Maihof

Eine 65-jährige Frau aus dem Maihof-Quartier freut sich über die Nähe. Regelmässige Patrouillen geben ihr ein gutes Gefühl: «Ich bin zwar keine ängstliche Person, aber ich schätze es, wenn ich die Quartierpolizei auf ihren Rundgängen sehe.»

Jürg Joller im Gespräch mit Besucherinnen. (Bild: Jonathan Biedermann, 14. September 2019)

Jürg Joller im Gespräch mit Besucherinnen. (Bild: Jonathan Biedermann, 14. September 2019)

Fabian Castilla, Berufs-Feuerwehrmann

Der Administrationsleiter sieht in den Sicherheitskafis vor allem eine Plattform, wo sich die Feuerwehr der Bevölkerung vorstellen kann. Hier habe sie zudem Zeit, Fragen zu beantworten. Beim ersten Sicherheitskafi im Maihof wollten die Leute zum Beispiel wissen, ob die Feuerwehr genügend Angestellte habe oder wie die Feuerwehr strukturiert sei. Anwesende Kinder hätten ausserdem grosse Freude am roten Einsatzwagen gehabt.

Frau Frei und Frau Sacchelli, wohnen beide im Maihof

Den beiden Frauen war die Verkehrssicherheit ein besonderes Anliegen. Deshalb hätten sie vor allem mit den Polizisten sprechen wollen. Sie erzählen von nervenaufreibenden Geschehnissen neben der Strasse: «Manchmal kommen Fahrradfahrer auf dem Gehweg von hinten angefahren. Das ist rücksichtslos», meint Frau Frei. Frau Sacchelli bekräftigt: «Fahrradfahrer haben da nichts zu suchen. Das gefährdet gehbehinderte oder blinde Personen.»

Die beiden sind sich einig: Die Polizei müsse mehr auf die Fussgängerzonen fokussieren, sie hätten schliesslich keine Augen am Hinterkopf. Laut Sacchelli sei die Sicherheit im Maihof aber grundsätzlich da. Zudem findet sie die SIP eine gute Sache:

«Wenn es zu Streitereien kommt, können Leute von der SIP zuerst versuchen, die Situation zu entschärfen. Gespräche können Konfliktparteien den Wind aus den Segeln nehmen.»

Christina Rubin, SIP

Als Schnittstelle zwischen Polizei und Sozialwerken halte sich die Institution Sicherheit, Intervention und Prävention (SIP) an Orten im öffentlichen Raum auf, wo Konfliktpotenzial besteht, sagt Christina Rubin von der SIP. Im Gegensatz zur Polizei arbeite sie aber nicht mit Sanktionen. Stattdessen versuche man, mit Gruppen oder Personen in den Dialog zu treten, wenn Probleme bestehen: «Manchmal ist es gut, einfach nur zuzuhören. In anderen Fällen wird versucht zu zeigen, dass Vergehen wieder in Ordnung gebracht werden sollen.» Sie appelliert dabei stets an die Eigenverantwortung der Menschen, wie die Bereichsleiterin der SIP Luzern sagt.

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