Auf Heiligkreuz sorgen am Samstag Hornschlitten für grosses Spektakel

Der Hornschlitten-Club Klusen sorgt am Samstag mit seinem Rennen für ein spezielles Gaudi. Hergestellt werden die Gefährte sogar ganz in der Nähe.

Ernesto Piazza
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Rasant geht's am Hornschlitten-Rennen in Heiligkreuz Richtung Tal. (Bild: Boris Bürgisser, 23. Januar 2016)

Rasant geht's am Hornschlitten-Rennen in Heiligkreuz Richtung Tal. (Bild: Boris Bürgisser, 23. Januar 2016)

Es war eine eigentliche Zitterpartie. Als der Regen am letzten Wochenende auf Heiligkreuz den Schnee wegzuschwemmen begann, stand die Durchführung des Hornschlittenrennens des Hornschlitten-Clubs Klusen auf der Kippe. Doch einerseits half das Pistenfahrzeug mit, die vorgesehene Strecke zu präparieren. Und an den Stellen, wo mit diesem Gefährt nicht gearbeitet werden konnte, wurde der abseits der Strecke noch vorhandene Schnee in die Piste reingeschaufelt.

So kann Vereinspräsident Michael Felder mittlerweile Entwarnung geben:

«Wir haben genügend Schnee. Die Piste ist fahrbereit.»

Das Rennen vom Samstag mit Start um 13.30 Uhr, aber auch das Hüttengaudi finden statt. Dies, nachdem die letztjährige Veranstaltung mangels Schnee abgesagt werden musste.

Die ursprüngliche Idee des Vereins war, mit einer Kilbi Geld für den Unterhalt einer Kapelle zu sammeln. Doch im Laufe der Zeit sei dieser Anlass finanziell nicht mehr wirklich zugkräftig gewesen, erklärt Felder. «Da wir aber das Projekt weiterhin unterstützen wollten, suchten wir nach neuen Wegen.»  Und so führte der Verein im Jahre 1996 erstmals ein Hornschlittenrennen durch. Mittlerweile ist der Anlass des HC Klusen, welcher rund 75 Mitglieder zählt, längst zur Tradition geworden. Wie in den letzten Jahren werden auch diesmal zirka 50 bis 60 Teilnehmer auf Heiligkreuz erwartet.

Schlitten werden in der Region hergestellt

Die Hornschlitten wurden ursprünglich für den Transport von Heu und Holz verwendet. Und sie waren nicht unbedingt geeignet, um Rennen zu fahren. Deshalb kam es in den Anfängen oft zu kuriosen (Sturz-)Situationen. Das Riesengaudi war immer vorprogrammiert. Und ab und zu gab es auch «Materialschaden». Mittlerweile sind die Renngeräte moderner und vor allem kompakter gebaut. Das Gaudi sei aber dennoch geblieben, sagt Felder.

Nach wie vor besteht der Schlitten aus Holz. Die als Gleitflächen dienenden Kufen sind aus einem Metallstreifen. Heute werden pro Winter rund ein Dutzend Rennen – vorwiegend in der Zentralschweiz und im Berner Oberland – durchgeführt. Beim HC Klusen haben sich etwa acht Teams gebildet, welche diese Anlässe regelmässig besuchen.

Die hierfür verwendeten Schlitten werden in der Schreinerei Fritz Heiniger in Fontannen bei Wolhusen produziert, erklärt Vereinspräsident Felder.

«Die Schreinerei Fritz Heiniger stellte in den vergangenen knapp zehn Jahren pro Winter drei bis vier solcher Exemplare für die Schlittler her.»

Neben den eigentlichen Rennteams steht für die weiteren Teilnehmer jedoch stets der Spass im Vordergrund – so auch am Samstag in Heiligkreuz.

Tannäste bilden die Riesenslalomtore

Gefahren wird in den drei Kategorien Männer, Frauen und Mix – und jeweils in Zweierteams. «Wobei die Fahrer unterschiedliche Techniken anwenden», erklärt Felder. So kann eine Person vorne, die andere hinten sitzen. Gesteuert wird hier lediglich mit der Gewichtsverlagerung. Bei der zweiten Variante liegt der hintere Teilnehmer auf dem Schlitten und steuert mit den Füssen. Die Strecke misst ungefähr 1,2 Kilometer. Gefahren wird ein Lauf in Form eines Riesenslaloms. Tannäste bilden die Tore.

Es ist also angerichtet. Und Vereinspräsident Michael Felder hofft, dass auch möglichst viele Besucher nach Heiligkreuz kommen. Für Unterhaltung auf und neben der Piste sei gesorgt. «Zudem möchten wir auch diesmal einen möglichst unfallfreien Anlass mit einem grossen Fest durchführen.»

Hinweis: Weitere Infos zur Veranstaltung gibt es unter www.hcklusen.ch. Dort kann man sich auch für das Rennen anmelden. Das Startgeld beträgt 40 Franken pro Schlitten (inklusive ein Bon pro Fahrer – Wert 7 Franken).