AUFSICHT: Viel Wirbel um Wasserrettung

Bademeister können sich nicht nur bei der SLRG ausbilden lassen, sondern auch bei einem Branchenverband. Das sorgt für Irritationen – und einen Machtkampf.

Alexander von Däniken
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Zwei Rettungsschwimmer vom SLRG beobachten die Badenden beim Lido in Luzern. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ (Archiv))

Zwei Rettungsschwimmer vom SLRG beobachten die Badenden beim Lido in Luzern. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ (Archiv))

Seit 81 Jahren steht die SLRG (Schweizerische Lebensrettungsgesellschaft) mit Hauptsitz in Sursee für Baderegeln, Schwimmkurse und die Ausbildung von Rettungsschwimmern. Die Organisation ist bei Bevölkerung und Behörden anerkannt und genoss bis vor kurzem eine Monopolstellung. Damit ist es aber seit einem Jahr vorbei. Denn die IGBA, die Interessengemeinschaft für die Berufsausbildung von Bademeistern in der Schweiz, bietet seit 2013 ein eigenes Rettungsschwimmer-Brevet an. Die IGBA wird unter anderem vom Schweizerischen Badmeisterverband und vom Verband der Schweizer Hallen- und Freibäder getragen.

Ehemalige Partnerverbände

Beide Organisationen haben vor ein paar Jahren eine neue Ausbildung geplant. Dann kam es zum Bruch wegen unterschiedlichen Auffassungen. Es ging zum Beispiel darum, dass die Badibetreiber ihre Angestellten alle zwei Jahre einem Fitnesstest unterziehen wollen, was der SLRG zu weit ging. Der Machtkampf spitzte sich darauf zu: Die IGBA führt einen eigenen Brevetkurs und verpflichtet die Mitglieder des Hallen- und Freibäderverbands, Personen mit IGBA-Brevet anzustellen. Die SLRG spricht nun von einem IGBA-Monopol. Derweil sind viele Bademeister irritiert.