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Hotel Himmelrich hat neue Besitzer: Der Aufstieg vom Haushälter zum Hotelboss

Das Hotel Himmelrich in Kriens hat einen neuen Besitzer. Hinter der Handänderung steht der in der Region bekannte Gastronom Afrim Baftiri. Was er mit dem Haus vorhat, bleibt im Dunkeln.
Thomas Heer
Das Panoramahotel Himmelrich. (Bild: Archivbild: Pius Amrein)

Das Panoramahotel Himmelrich. (Bild: Archivbild: Pius Amrein)

Die wechselvolle Geschichte des Hotels Himmelrich in Kriens ist um ein Kapitel reicher. Seit kurzem gehört die Liegenschaft der Lucerne Immobilien GmbH. Als deren einziger Gesellschafter und Geschäftsführer ist im Handelsregister Urim Baftiri aufgeführt. Urim ist der Bruder von Afrim Baftiri, der in der Innerschweizer Gastroszene bereits schon einigen Betrieben vorstand. So leitete er unter anderem das Jail-Hotel in der Stadt Luzern oder den Klub Froschkönig in Kriens.

Im «Froschkönig» sorgte Afrim Baftiri einst für Wirbel, als er den umstrittenen kroatischen Nationalisten und Sänger Marko Perković alias Thompson in seinem Klub für ein Konzert engagieren wollte. Thompson geriet jüngst wieder in die Schlagzeilen, als er sich im Umfeld der erfolgreichen kroatischen Fussballnationalmannschaft tummelte.

So viel vorweg: Es war trotz mehrfachem Nachfragen nicht möglich, Afrim Baftiri zu einer Stellungnahme im Zusammenhang des vorliegenden Artikels zu bewegen. Baftiri, der von der Réception als «Chef des Hotels» bezeichnet wird, hat im «Himmelrich» eine erstaunliche Karriere hingelegt. Der gebürtige Mazedonier ist im Krienser Hotel bereits seit Jahren aktiv. 2010 mietete sich die Jail Management AG im «Himmelrich» ein und übernahm die operative Führung des Betriebs. Zur Funktion von Baftiri sagte damals ein Jail-Verwaltungsrat: Baftiri, der sich damals noch Baftiroski nannte, sei fürs «Housekeeping» zuständig. War dem tatsächlich so, dann wäre Baftiri nun innerhalb weniger Jahre vom Etagenreiniger zum «Himmelrich»-Boss aufgestiegen. Eine erstaunliche Entwicklung.

Reklamationen bei der Ombudsstelle eingegangen

Die Lucerne Management AG erwarb das Hotel aus der Liquidationsmasse der Kingbow Holding AG. Kingbow-Eigner Walter Knieriem, der heute in der Nähe von Frankfurt lebt, zeigt sich erstaunt und zugleich verärgert über die Handänderung. Denn der 78-jährige Deutsche ist nicht gut auf Afrim Baftiri zu sprechen. Knieriem sieht in Baftiri nicht den Haushälter, als den ihn ein Jail-Verwaltungsrat einst ausgegeben hatte, sondern als jenen Mann, bei dem die Fäden im «Himmelrich» seit Jahren zusammenlaufen. Knieriem macht einst nicht bezahlte Pachtzinsen für den Niedergang der Kingbow Holding verantwortlich.

Wie geht es nun weiter mit dem «Himmelrich», das Knieriem im Jahr 2009 auch schon mal als Erholungsstätte für Nierenpatienten umfunktionieren wollte? Das Hotel mit 27 Zimmern scheint bei einem Augenschein vor Ort derzeit gut aus­gelastet zu sein. Es gibt aber ­Indizien dafür, dass der Renovationsbedarf des Hauses nicht ganz unerheblich sein dürfte. Bei Franz Herger, Leiter Ombudsstelle der Schweizer Hotellerie, sind im Zusammenhang des «Himmelrichs» nämlich Beschwerden eingegangen. Gemäss Herger wurde unter anderem die Ausstattung bemängelt. Auch der Unterhalt gab zu Reklamationen Anlass, wie etwa heraushängende Steckdosen.

Der Besitzerwechsel des Hotels Himmelrich ist eine von mehreren Handänderungen, die im Zusammenhang mit der Auflösung der Kingbow Holding stehen. So berichtete die «Luzerner Zeitung» am 2. Juli, dass die Park Hotel Vitznau Immobilien AG das Hotel Flora an der Seetalstrasse 77 in Vitznau kaufte. Zu dieser Liegenschaft gehören neben dem Hotel auch ein Restaurant, 59 Autoabstellplätze sowie 64 Ein- bis Dreizimmerwohnungen. Wie das Flora künftig genutzt wird, darüber bestehen gemäss den neuen Besitzern noch keine konkreten Pläne.

Aus der Liquidationsmasse der Kingbow Holding fand das Dancing Barcarola in Seewen ebenfalls einen neuen Besitzer. Gemäss dem «Boten der Urschweiz» hat die Gastro Progress GmbH die Liegenschaft übernommen. Hinter der Gastro Progress steht Stojan Stefanovic, der in Seewen mit dem «Kristall» bereits ein Restaurant besitzt.

Acht weitere Liegenschaften werden noch verkauft

Philipp Possa von der Firma Transliq ist als Mandatsleiter mit der Liquidation der überschuldeten Kingbow Holding beauftragt. Aus dem Kingbow-Portefeuille stehen noch acht Liegenschaften zum Verkauf. Unter anderem handelt es sich um drei Baulandparzellen in Weggis. Possa ist mit dem bisherigen Verlauf der Kingbow-Rückabwicklung zufrieden. Ob nach der Zwangsverwertung noch ein Überschuss für die Konkursmasse bleibt, ist gemäss Possa aber noch offen.

Von seinem neuen Wohnort im hessischen Heusenstamm lässt Walter Knieriem übrigens verlauten, er sei trotz Kingbow-Pleite kein armer Mann. Er sagt: «Ich habe noch Liegenschaften in Deutschland.»

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