Kommentar

Aufstocken bitte: Über dem Güterbahnhof könnte ein neuer Busbahnhof entstehen

Stadt Luzern, Kanton und SBB prüfen eine bisher verworfene Idee: Ein Busbahnhof über den Gleisen des Güterbahnhofs. Das ist gut so. 

Jérôme Martinu
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Er ist Dreh- und Angelpunkt für Pendler, Anwohner, Touristen, Reisende, Shopper, Ausflügler und Ausgangswillige. Jede Zentralschweizerin, jeder Zentralschweizer kennt den Luzerner Bahnhofplatz. Dort wo heute x Buslinien halten und wenden, klafft ab zirka 2030 eine gewaltige Baugrube – die Bauarbeiten für den Durchgangsbahnhof starten. Der Busbahnhof muss weg.

An dieser prominenten Stelle wird nicht nur das Stadtbild für viele Jahre baustellengeprägt sein. Nein, es braucht auch ein komplett neues ÖV-Regime. Aufs Inseli können die Linienbusse nicht ausweichen, weil die Parkplätze (und Cars) verschwinden müssen (eine Lösung hierfür steht indes noch immer aus). Sehr gut also, wenn eine alte Idee jetzt neuen Auf­trieb erhält: die Aufstockung! Über dem Güterbahnhof könnte ein Oberdeck entstehen, das als Busbahnhof dient.

Der Luzerner Regierungsrat zeigt sich nach dem «Njet» von 2013 – im Einklang mit dem Stadtrat – nun einem entsprechenden Vorstoss gegenüber offen. Er sagt auch, es sollen bei der ÖV-Neuordnung auch Lösungen entstehen können, die derzeit unmöglich seien. Richtig so! Und keinen Tick zu früh. Denn es zeichnet sich jetzt schon ab, dass es aufgrund der engen Platzverhältnisse in der Innenstadt im besten Fall nur eine Handvoll sinnvolle Lösungen geben wird. Die Planung muss rasch vorwärtsgetrieben werden. Es braucht ein Konzept «Bus 2030», nicht 2040. Denn ein provisorisches Linienbus-Regime bis zur Fertigstellung des Tiefbahnhofs wäre für die Region eine Zumutung.