Augenschein ade: Luzern vereinfacht Schatzungswesen

Digitale Daten statt Augenschein vor Ort: Der Kanton Luzern geht beim Schatzungswesen neue Wege. Das Parlament hiess die Vereinfachung am Montagnachmittag in erster Beratung gut.

Alexander von Däniken
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Der Kanton Luzern vereinfacht die Schatzung der Immobilien: Damit spart er ein Gesetz, Kontrollen vor Ort und Kosten von 1,5 Millionen Franken. Explizit gleich bleiben soll das Steueraufkommen. Der Kantonsrat hiess das Geschäft in erster Beratung mit 103 zu 1 Stimmen gut.

Werden im Kanton Luzern künftig auf Datenbasis geschatzt: Eigentumshäuser wie hier in Rickenbach. (Bild: Dominik Wunderli, 27. Juni 2018)

Werden im Kanton Luzern künftig auf Datenbasis geschatzt: Eigentumshäuser wie hier in Rickenbach. (Bild: Dominik Wunderli, 27. Juni 2018)

Zentral für die Liegenschaftsbesitzer ist, dass es mit dem neuen System in der Regel keinen Augenschein vor Ort mehr geben wird. Für den Gebäudewert werden nach wie vor die Daten der Gebäudeversicherung hinzugezogen. Dabei wird vom Neubauwert ein Prozent pro Altersjahr abgezogen. Für den Landwert stützt sich der Kanton auf Daten ab, die aus einem Bewertungsmodell eines Beratungsunternehmens stammen. 

Anliegen rund zehn Jahre alt

Yvonne Hunkeler (CVP, Grosswangen) erklärte namens der Kommission für Wirtschaft und Abgaben, dass die Vereinfachung des Schatzungswesens ein Anliegen sei, dass sich schon zehn Jahre hinziehe. Entsprechend unterstütze die Kommission die Vereinfachung. Die Kommission stellte darüber hinaus den Antrag, dass die Auswirkungen der neuen Schatzungsmethode vier Jahre nach Inkrafttreten überprüft werden sollen.

Hinter die Vereinfachung der Immobilienschatzung stellte sich die Mehrheit aller Fraktionen. Einzig von linker Ratsseite kamen Zweifel auf – etwa, ob es nicht zu grossen Verwerfungen kommt.