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AUKTION: So hat man Luzern lange nicht gesehen

1500 Ansichtskarten von Luzern kommen heute unter den Hammer. Die historischen Zeugnisse sind heute teils über hundert Franken wert.
Simon Bordier
Die Postkarte zeigt den Bahnhofplatz in Luzern anno 1904. Links ist der Seitenflügel des alten Bahnhofs aus dem Jahr 1896 zu sehen, rechts das einstige Hotel Sankt-Gotthard-Terminus (Baujahr 1869). Der Bahnhof fiel 1971 einem Brand zum Opfer, das Hotel wurde 1964 abgerissen. (Bild: pd)

Die Postkarte zeigt den Bahnhofplatz in Luzern anno 1904. Links ist der Seitenflügel des alten Bahnhofs aus dem Jahr 1896 zu sehen, rechts das einstige Hotel Sankt-Gotthard-Terminus (Baujahr 1869). Der Bahnhof fiel 1971 einem Brand zum Opfer, das Hotel wurde 1964 abgerissen. (Bild: pd)

Simon Bordier

Philatelisten haben per Definition ein Auge für Briefmarken. Die Briefe, Karten und sonstigen Dokumente, an denen die Briefmarken kleben, sind da oft nebensächlich. Doch im Fall der Luzerner Philatelistin Beatrice Rölli-Schär (1938–2012) verhielt es sich etwas anders.

St. Karli, 1903 (Bild: PD)St. Karli, 1903 (Bild: PD)
Spreuerbrücke, 1901 (Bild: PD)Spreuerbrücke, 1901 (Bild: PD)
Von der Hofkirche zum Luzernerhof, nicht datiert. (Bild: PD)Von der Hofkirche zum Luzernerhof, nicht datiert. (Bild: PD)
Weinmarkt und Hotel Krone in der Altstadt, 1902 (Bild: PD)Weinmarkt und Hotel Krone in der Altstadt, 1902 (Bild: PD)
Pilatusstrasse, 1904 (Bild: PD)Pilatusstrasse, 1904 (Bild: PD)
Das Vögeligärtli war um 1904 noch ein Wildpark. (Bild: PD)Das Vögeligärtli war um 1904 noch ein Wildpark. (Bild: PD)
Die Pauluskirche an der Obergrundstrasse ragt vor dem Pilatus empor, 1902 (Bild: PD)Die Pauluskirche an der Obergrundstrasse ragt vor dem Pilatus empor, 1902 (Bild: PD)
St. Karli, Bramberg, 1906 (Bild: PD)St. Karli, Bramberg, 1906 (Bild: PD)
Schweizerhofquai mit dem Hotel Schweizerhof, 1903 (Bild: PD)Schweizerhofquai mit dem Hotel Schweizerhof, 1903 (Bild: PD)
Das Dampfschiff «Italia» legt am Nationalquai an, 1921 (Bild: PD)Das Dampfschiff «Italia» legt am Nationalquai an, 1921 (Bild: PD)
Markt unter der Egg, 1919 (Bild: PD)Markt unter der Egg, 1919 (Bild: PD)
Aussenansicht des Hotels Continental mit Umgebung, undatiert. (Bild: PD)Aussenansicht des Hotels Continental mit Umgebung, undatiert. (Bild: PD)
Das Seenachtsfest Luzern lockte bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts Gäste an. (Bild: PD)Das Seenachtsfest Luzern lockte bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts Gäste an. (Bild: PD)
Eisläufer in der Luftschiffhalle, um 1899 (Bild: PD)Eisläufer in der Luftschiffhalle, um 1899 (Bild: PD)
Schweizerhofquai um 1904 (Bild: PD)Schweizerhofquai um 1904 (Bild: PD)
Obergrund, 1927 (Bild: PD)Obergrund, 1927 (Bild: PD)
Neustadt (Pilatusstrasse / Viktoriaplatz, 1908. (Bild: PD)Neustadt (Pilatusstrasse / Viktoriaplatz, 1908. (Bild: PD)
Neustadt, Winkelried, 1905 (Bild: PD)Neustadt, Winkelried, 1905 (Bild: PD)
Neustadt: Bahnhofplatz mit Kunsthaus, 1939 (Bild: PD)Neustadt: Bahnhofplatz mit Kunsthaus, 1939 (Bild: PD)
Neustadt: Bahnhofplatz, 1899 (Bild: PD)Neustadt: Bahnhofplatz, 1899 (Bild: PD)
Bahnhof Luzern, 1901 (Bild: PD)Bahnhof Luzern, 1901 (Bild: PD)
Kasernenplatz, 1899 (Bild: PD)Kasernenplatz, 1899 (Bild: PD)
Obergrundquartier mit Krienserstrasse, 1906 (Bild: PD)Obergrundquartier mit Krienserstrasse, 1906 (Bild: PD)
Hotel du Nord, undatiert (Bild: PD)Hotel du Nord, undatiert (Bild: PD)
Hauptpost, 1899 (Bild: PD)Hauptpost, 1899 (Bild: PD)
Zürichstrasse mit Tramschiene, 1907 (Bild: PD)Zürichstrasse mit Tramschiene, 1907 (Bild: PD)
Schweizerhofquai mit Haldenstrasse und drei verschiedenen Hotels, 1914 (Bild: PD)Schweizerhofquai mit Haldenstrasse und drei verschiedenen Hotels, 1914 (Bild: PD)
Hotel Anker, 1913 als Volkshaus / Unterkunft für Arbeiter (Bild: PD)Hotel Anker, 1913 als Volkshaus / Unterkunft für Arbeiter (Bild: PD)
Hotel des Balances am Weinmarkt, 1898 (Bild: PD)Hotel des Balances am Weinmarkt, 1898 (Bild: PD)
Hotel Monopol, 1901 (Bild: PD)Hotel Monopol, 1901 (Bild: PD)
Hotel Jura, heute Hotel Astoria, 1922 (Bild: PD)Hotel Jura, heute Hotel Astoria, 1922 (Bild: PD)
Diverse Hotel in der Altstadt am Grendel, 1904 (Bild: PD)Diverse Hotel in der Altstadt am Grendel, 1904 (Bild: PD)
Luzern mit Rigi, undatiert. (Bild: PD)Luzern mit Rigi, undatiert. (Bild: PD)
Weggisgasse, 1901 (Bild: PD)Weggisgasse, 1901 (Bild: PD)
So sah die Seeburg im 19. Jahrhundert aus. (Bild: zvg)So sah die Seeburg im 19. Jahrhundert aus. (Bild: zvg)
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Alte Postkarten: So sah Luzern früher aus

Ihr Name ist heute vor allem wegen des Auktions- und Philateliegeschäfts Rölli ein Begriff, das sie 1975 mit ihrem Mann Rolf gründete und das heute an der Seidenhofstrasse in Luzern 20 Mitarbeiter beschäftigt. Doch die Leidenschaft Rölli-Schärs galt nicht nur Briefmarken, sie sammelte nebenbei auch Ansichtskarten, vor allem solche von Luzern und Horw. Ihre Sammlung wuchs im Verlauf von 40 Jahren auf rund 1500 Stück an. Darunter befinden sich auch historische Karten aus den touristischen Boomjahren um 1900. Heute soll nun ein Grossteil der Sammlung im Philateliegeschäft versteigert werden.

Viele Bauten sind verschwunden

«So wie heute waren auch zur Jahrhundertwende der Schweizerhofquai und die Stadt mit See und Bergkulisse besonders beliebte Sujets», sagt Christina Bamford-Rölli, die Tochter von Beatrice Rölli-Schär und heutige Geschäftsleiterin des Philateliegeschäfts. Doch aus heutiger Sicht sind gerade die weniger touristischen Motive interessant: Hotels, Restaurants und andere markante Bauten, die damals die Blicke auf sich zogen, doch mittlerweile längst aus dem Stadtbild verschwunden sind.

Die Luzerner Kantonalbank hatte ihren Hauptsitz früher in einem Monumentalgebäude im Neobarockstil, wie die Karte von 1914 zeigt. Das Gebäude an der Pilatusstrasse 12 bis 14 wurde 1909 vollendet und 1972 durch einen Neubau ersetzt. (Bild: pd)

Die Luzerner Kantonalbank hatte ihren Hauptsitz früher in einem Monumentalgebäude im Neobarockstil, wie die Karte von 1914 zeigt. Das Gebäude an der Pilatusstrasse 12 bis 14 wurde 1909 vollendet und 1972 durch einen Neubau ersetzt. (Bild: pd)

Die Spreuerbrücke führte früher direkt in eine Kaserne. Zudem gab es dort eine Badeanstalt, bekannt als «Mississippi-Dampfer». Beide Bauten entstanden in den 1860er-Jahren und wurden 1971 abgerissen. (Bild: pd)

Die Spreuerbrücke führte früher direkt in eine Kaserne. Zudem gab es dort eine Badeanstalt, bekannt als «Mississippi-Dampfer». Beide Bauten entstanden in den 1860er-Jahren und wurden 1971 abgerissen. (Bild: pd)

Das 1902 erbaute Kantonsspital im Gebiet St. Karli diente seinerzeit als Kartensujet. Das Spital bestand aus acht voneinander isolierten Pavillons. Seit 1982 steht dort das heutige markante Spital-Hochhaus.

Das 1902 erbaute Kantonsspital im Gebiet St. Karli diente seinerzeit als Kartensujet. Das Spital bestand aus acht voneinander isolierten Pavillons. Seit 1982 steht dort das heutige markante Spital-Hochhaus.

Dazu gehören die alte Kaserne und die Badeanstalt bei der Spreuerbrücke oder das ehemalige Hauptgebäude der Kantonalbank an der Pilatusstrasse. Der Bahnhofplatz ist auf einer Karte von 1900 kaum wiederzuerkennen: Nicht nur, weil damals ökologisch korrekte Fuhrwerke und Trambahnen verkehrten, sondern weil noch der alte Bahnhof und das Hotel Gotthard-Terminus den Platz einrahmten. Sie wurden nach 1970 durch moderne Bauten ersetzt.

Als Vorlage für die Karten aus dieser Zeit dienten in der Regel Fotografien, die im Steindruckverfahren vervielfältigt wurden. Doch die Schwarz-Weiss-Vorlagen wurden oft stark bearbeitet: Man färbte sie nachträglich ein, schnitt einzelne Motive aus und setzte sie in einer idyllischen Farbzeichnung in Szene. «Viele grosse Hotels druckten damals eigene Karten und legten Wert darauf, dass ihr Haus zur Geltung kommt», erklärt Bamford. Auch touristische Motive wurden je nach Bedarf arrangiert. Etwas verwundert stellt man etwa auf einer Karte vom Weinmarkt fest, dass im Hintergrund der Vierwaldstättersee schimmert, obwohl dort eigentlich Häuserreihen stehen.

Massenmedium Postkarte

Die Ansichtskarten waren ein Massenmedium. «Zu Spitzenzeiten um 1910 wurden über 100 Millionen Karten in der Schweiz gedruckt», weiss Bamford. Wer eine Karte verschickte, brauchte nicht viele Worte zu verlieren. Denn diese boten kaum mehr Platz als ein SMS oder ein Tweet: «Auf der Vorderseite war in der Regel etwas Platz für ein Grusswort freigehalten, auf der Rückseite durfte hingegen bloss die Adresse angebracht werden», erklärt Bamford. Die Post war damals praktisch so schnell (oder langsam) wie heute. «Einen Tag nach der Postaufgabe hielt der Empfänger die Karte bereits in den Händen. Die Post wurde damals noch zweimal täglich zugestellt. Beim Auslandsversand vergingen kaum mehr als zwei oder drei Tage.» Für eine Briefmarke zahlte man 1900 genau 5 Rappen: Für den Inlandversand war eine Marke nötig, fürs Ausland zwei.

Mit dem Beginn des Ersten Weltkriegs ging die Zahl der Touristen in Luzern und damit auch der Kartenversand stark zurück. «Um diese Zeit kam zudem das Telefon auf», sagt Bamford. Mit diesem neuen Medium konnte keine Postkutsche dieser Welt Schritt halten.

Von den 1500 Karten sollen heute 1200 in 150 Positionen versteigert werden. Der Einstiegspreis liegt jeweils zwischen 20 und 40 Franken. Einzelne Karten dürften laut Bamford für bis zu 140 Franken an den Meistbietenden gehen. «Wir erhoffen uns einen Gesamterlös von etwa 12 000 Franken.»

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