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Luzern: Das neue Museum wird nur noch halb so gross

Geht es nach dem Willen der Luzerner Regierung, werden das Historische Museum und das Natur-Museum bald Geschichte sein. Mit einem viel kleineren Museum soll das Angebot neu ausgerichtet - und viel Geld gespart werden.
Robert Knobel
Sollen fusionieren: Das Natur-Museum (links) und das Historische Museum in Luzern. Bild: Roger Grütter (Luzern, 21. Februar 2017)

Sollen fusionieren: Das Natur-Museum (links) und das Historische Museum in Luzern. Bild: Roger Grütter (Luzern, 21. Februar 2017)

Die Finanzprobleme des Kantons Luzern machen auch vor den beiden kantonalen Museen nicht Halt. Das jährliche Budget soll von 3,8 auf 2,8 Millionen Franken gekürzt werden. Das ist die Vorgabe aus dem Sparpaket KP 17. Deshalb hat die Luzerner Regierung beschlossen, ihre Museumspolitik völlig neu auszurichten. Das bedeutet: Das Historische und das Natur-Museum Luzern werden als eigenständige Häuser aufgehoben und zu einem neuen «Luzerner Museum für Natur und Gesellschaft» verschmolzen. Dieses soll 2023 oder 2024 öffnen und nur noch halb so gross sein wie die beiden heutigen Museen zusammen.

Der Standort ist noch offen

Wo das neue Museum stehen soll, ist noch unklar. Am naheliegendsten wäre, den Betrieb am heutigen Standort am Kasernenplatz weiterzuführen. «Das Gebäude des heutigen Natur-Museums ist eine ernsthafte Option für das neue Museum», sagt der Luzerner Bildungsdirektor Reto Wyss. Allerdings ist das 40-jährige Museumsgebäude stark sanierungsbedürftig. Es bräuchte also zuerst einen umfassenden Umbau, bevor es einer neuen Nutzung zugeführt werden könnte. Reto Wyss betont, dass, völlig unabhängig vom künftigen Standort des Museums, grössere Anfangsinvestitionen anfallen werden. Denn nicht nur die Räumlichkeiten, sondern auch der Inhalt soll völlig neu ausgerichtet werden. Eine fixe Dauerausstellung im heutigen Sinne wird es nicht mehr geben. Es werden daher auch deutlich weniger Sammlungsobjekte zu sehen sein. Gezeigt werden sollen in erster Linie Objekte, die einen direkten Bezug zum aktuellen Ausstellungsthema haben. Gegenstände wie Ritterrüstungen, Bergkristalle oder ausgestopfte Tiere, die heute zum Inventar der Museumsausstellung gehören, sollen demnach nur noch in einem konkreten Kontext gezeigt werden.

Museum eröffnet «Filialen» auf der Landschaft

«Das neue Museum wird sich in seinen Inhalten viel stärker auf aktuelle Fragen und konkrete Orte fokussieren», fasst Christoph Lichtin, Leiter der kantonalen Museen, zusammen. Der geografische Fokus soll dabei auf dem Kanton Luzern liegen – und hier liegt die wohl bedeutendste Neuerung: Das neue Museumsgebäude soll zwar viel kleiner werden, dafür soll es stärker im ganzen Kanton präsent sein. Angedacht sind fünf bis sechs Aussenstationen, verteilt übers ganze Kantonsgebiet. Diese sollen sich gezielt einem örtlich aktuellen Thema widmen. So wäre etwa denkbar, das Thema Tourismus mit einer kleinen Ausstellung und Sonderveranstaltungen auf der Rigi zu beleuchten. In Sempach könnte die Schlacht ins Zentrum rücken, im Hinterland die Herausforderungen einer modernen Bauernfamilie.

«Die Aktivitäten haben eine politische Dimension. Das neue Museum erhält damit auch eine stärkere Aufgabe in der Bewusstseinsbildung der Bevölkerung».

Christoph Lichtin, Leiter kantonale Museen

Die Aussenstandorte werden jeweils über mehrere Jahre beibehalten und sollen thematisch immer auch im «Mutterhaus», dem eigentlichen Museum, widerspiegelt werden. «Die Aktivitäten haben eine politische Dimension. Das neue Museum erhält damit auch eine stärkere Aufgabe in der Bewusstseinsbildung der Bevölkerung», sagt Christoph Lichtin. Dazu gehört auch der Ausbau des Service-Angebots. «Im Eingangsbereich des Museums soll ein frei zugängliches Informationszentrum entstehen, das sich als Bürger-Service versteht», sagt Britta Allgöwer, Direktorin des Natur-Museums. Heute schon bestehende Dienstleistungen wie Pilzkontrolle oder Bestimmungsdienst sollen ausgebaut werden, etwa Richtung Beratung rund um Abfallentsorgung, Kompostierung oder Solarenergie. Allgöwer hofft dabei auch auf eine stärkere Zusammenarbeit mit der Stadt Luzern.

Wohin mit den Millionen von Museumsstücken?

Das neue Museum soll also flexibler und aktueller werden. Da stellt sich allerdings die Frage, was mit der fast unvorstellbar grossen Sammlung passieren soll, die der Kanton von Gesetzes wegen pflegen muss: Das Historische Museum nennt 30000 Objekte sein Eigen, das Natur-Museum sogar 1,5 Millionen – von der Käfersammlung bis zum Mammutzahn. Schon heute bekommt die Öffentlichkeit den allergrössten Teil dieser Schätze nie zu Gesicht. Der Regierungsrat plant, die Sammlungen durch die Förderung von öffentlichen Führungen leichter zugänglich zu machen. Die Objekte, die heute auf verschiedene Depots verteilt sind, sollen zudem an einem zentralen Ort zusammengefasst werden. In diesem «Super-Archiv» könnte dereinst auch die kantonale Kunstsammlung Platz finden. Wo dieses Archiv zu stehen kommt, ist noch offen. Diese Frage soll zusammen mit dem Standort des neuen Museums in einer Machbarkeitsstudie bis zum Frühling geklärt werden.

«Es ist gelungen, ein zukunftsfähiges Konzept zu erarbeiten.»

Reto Wyss, Regierungsrat

Anschliessend will der Regierungsrat eine Botschaft für die Änderung des Kulturförderungsgesetzes ausarbeiten. Reto Wyss sagt, es sei gelungen, ein «zukunftsfähiges Konzept» zu erarbeiten. Dennoch macht er keinen Hehl daraus, dass die Pläne vom Sparzwang getrieben wurden. Allein der Verzicht auf eines der beiden Museumsgebäude wird Einsparungen von rund 800'000 Franken bringen – das ist jedenfalls die Summe, die das Natur-Museum jährlich dem Kanton als «Miete» zurückerstatten muss. Hinzu kommt ein Abbau von 2 bis 3 Vollzeitstellen (heute sind es 18). Die Verkleinerung wird sich wohl auch auf die Besucherzahlen auswirken. Im vergangenen Jahr besuchten fast 100'000 Personen die beiden Museen. Dabei spielten auch die 900 Schulklassen eine wichtige Rolle. Eine solche Masse werde man wohl künftig nicht mehr bewältigen können, sagt Christoph Lichtin.

Der Kanton Luzern begründet seinen Entscheid in folgendem Video:

Quelle: Kanton Luzern

Im Naturmuseum schlüpfen die Bibeli:

Wer möchte, darf eines der kleinen Bibeli in der Hand halten. (Bild: Ramona Geiger / luzernerzeitung.ch)
Wo schlüpft das nächste Küken? Die Besucher beobachten die Eier im Schaukasten des Naturmuseums in Luzern. (Bild: Ramona Geiger / luzernerzeitung.ch)
Feucht und zerzaust sind die Bibeli, kurz nachdem sie aus den Eiern im Naturmuseum in Luzern geschlüpft sind. (Bild: Ramona Geiger / luzernerzeitung.ch)
Schon länger geschlüpft: Flauschig und schon getrocknet lassen sich diese Bibeli im Naturmuseum bestaunen. (Bild: Ramona Geiger / luzernerzeitung.ch)
Sie sind kaum grösser als eine Kinderhand: Die frisch geschlüpften Bibeli im Naturmuseum. (Bild: Ramona Geiger / luzernerzeitung.ch)
Julin geht mit dem kleinen Küken auf Tuchfühlung und will wissen, wie flauschig das Federkleid des kleinen Bibeli ist. (Bild: Ramona Geiger / luzernerzeitung.ch)
Viele der Kinder nutzen die Gelegenheit, einmal ein Bibeli halten zu dürfen. (Bild: Ramona Geiger / luzernerzeitung.ch)
Die Schwestern Ella (links) und Tessa bestaunen ein Küken. Sie waren schon mehrmals an Ostern im Naturmuseum, um die Bibeli zu sehen. (Bild: Ramona Geiger / luzernerzeitung.ch)
Chiara streichelt eines der Bibeli. (Bild: Ramona Geiger / luzernerzeitung.ch)
Die Besucher verfolgen, was sich im Schaukasten mit den Eiern tut. (Bild: Ramona Geiger / luzernerzeitung.ch)
Sie ziehen kleine und grosse Besucher an: Die Bibeli im Naturmuseum in Luzern. (Bild: Ramona Geiger / luzernerzeitung.ch)
Mona Mathis und Melanie Schnyder (vorn rechts) mit anderen Kindern am Bibeli streichlen im Naturmusum. (Bild: Eveline Beerkircher / Neue LZ)
Elisabeth Danner, Mitarbeiterin des Naturmuseum, zeigt den Kindern den behutsamen Umgang mit den Küken. (Bild: Eveline Beerkircher / Neue LZ)
In den 11 Tagen zwischen Gründonnerstag und dem Weissen Sonntag kommen jeweils 10'000 bis 15'000 Besucher ins Museum. (Bild: Eveline Beerkircher / Neue LZ)
Bild: Eveline Beerkircher / Neue LZ
Bild: Eveline Beerkircher / Neue LZ
Tabea (rechts) und Yael Häfliger aus Eschenbach richten ihren Blick gebannt auf ein kleines Bibeli. (Bild: Eveline Beerkircher / Neue LZ)
17 Bilder

Im Naturmuseum schlüpfen die Bibeli

Neue Ausstellung über Chilbi im Historischen Museum:

Das waren noch Chilbi-Zeiten: Bei Josef Zanolla senior und August Zanolla kann man seine Zielfertigkeit beweisen. Bild vermutlich aus den 1930er-Jahren. (Bild: Privatarchiv der Familie Zanolla)
Schausteller Otto Baader zieht mit einem Bär umher, 1930er-Jahre (Bild: Archiv Max Stoop)
Kettensprenger Charly de Kiswarth demonstriert an der Luzerner Herbstmesse seine Kraft, 1960 (Bild: Foto: Ernst Scagnet/Stadtarchiv Luzern)
Das «Autodrom» des Ehepaars Weidauer. Die Fahrrichtung war vorgegeben: strikte im Kreis um die Chilbi-Orgel in der Mitte herum. Ca. 1930er-Jahre. (Bild: Archiv Max Stoop)
Julius Koch, auch bekannt als «Géant Constantin», war 2.58 Meter gross und wurde in Varietés in ganz Europa als Riese inszeniert. Bild aus dem Jahr 1900. (Bild: Archiv Muséum régional des Sciences naturelles Mons)
Josef Zanolla junior mit dem «Hau den Lukas» an der Landi 1939. (Bild: Privatarchiv der Familie Zanolla)
Heute wird das Publikum in die Luft gewirbelt: Pegasus" der Schaustellerfamilie Jolliet, Luzerner Herbstmesse 201 (Bild: Priska Ketterer)
Autoskooter der Schaustellerfamilie Zanolla, Luzerner Herbstmesse 2015. (Bild: Priswka Ketterer)
8 Bilder

«Chilbi» im Historischen Museum Luzern

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