«Ich finde den Umgang der Stadt Luzern befremdlich» – Buvette-Betreiber nimmt Stellung zu seinem Ende in der Ufschötti

Sascha Welz verliert seinen Platz in der Ufschötti. Der Buvette-Betreiber nimmt nun ausführlich Stellung zum Entscheid des Bundesgerichts – und die Stadt Luzern reagiert.

Janick Wetterwald
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Die Ufschötti-Buvette macht dieses Jahr ihre letzte Saison unter der Leitung von Sascha Welz. Am Mittwoch wurde bekannt, dass das Bundesgericht eine Beschwerde des Buvette-Betreibers gegen das Urteil des Luzerner Kantonsgericht abgewiesen hat. Betreiber Welz setzte sich vergebens für seine «Beach-Bar» ein. Er warf der Stadt Luzern unter anderem Willkür bei der Vergabe vor. «Ich will den Entscheid des Bundesgerichts zuerst in Ruhe studieren», sagte Welz am Mittwoch direkt nach der Veröffentlichung.

Die «Beach-Bar» von Sascha Welz in der Ufschötti ist Ende dieser Saison passé.

Die «Beach-Bar» von Sascha Welz in der Ufschötti ist Ende dieser Saison passé.

Bild: Pius Amrein (12. August 2020)

Dies hat er nun getan. In einer per E-mail an die Redaktion der Luzerner Zeitung verschickten zweiseitigen Stellungnahme übt er Kritik an der Stadt Luzern, zeigt Unverständnis – schreibt aber auch, dass er den Entscheid des Bundesgerichts «akzeptiere und respektiere».

Welz äussert Bedenken zu seiner Zukunft

«Ich führe die Bar nun seit vielen Jahren gemäss den Vorgaben der Stadt», schreibt Sascha Welz.

«Nun wurde mir die Ufschötti entzogen mit der Begründung, wir hätten zu wenig Innovation gezeigt, obwohl wir mit neuen Ideen, beispielsweise Stand-up-Paddle-Vermietung oder Beach-Cruiser-Tag [...] von der Stadt gebremst wurden.»

Er habe bewusst nur leichte Veränderungen am eingereichten Konzept vorgenommen – auch aus Rücksicht auf den benachbarten Kiosk. Welz schreibt weiter: «Ich finde es befremdlich, wie die soziale Stadt Luzern mit ihren freiberuflichen Mitarbeitern beziehungsweise langjährigen Geschäftspartnern umgeht.» Er äussert auch Bedenken hinsichtlich seiner Zukunft:

«Wenn die Stadt meinen Vertrag noch mal verlängert, müsste ich mich nicht noch mal um den Aufbau eines neuen Geschäftes bemühen, um im Sommer über die Runden zu kommen.»

Er hoffe, dass er für seine Mitarbeitenden eine gute Lösung für den Sommer finde, damit er keine Stellen abbauen müsse. «Ich finde es schade, dass sichere Arbeitsplätze abgebaut werden und durch ein Konzept ersetzt werden, welches gemäss einer Expertenmeinung unrealistisch scheint.»

Sascha Welz vor seiner Ufschötti-Buvette.

Sascha Welz vor seiner Ufschötti-Buvette.

Welz beanstandet weiter, dass er keine Akteneinsicht erhalten habe, «welche dazu beigetragen hätte, Unverständlichkeiten unsererseits zu klären». Sein Fazit: «Die Bewertung ist für mich anhand der mir vorliegenden Unterlagen immer noch nicht nachvollziehbar.»

Welz nimmt in den letzten Absätzen seines Schreibens auch Abschied:

«Das Kapitel Ufschötti endet nun für mich. Es ist natürlich schade, aber ich wünsche den neuen Betreibern dennoch viel Erfolg.»

Stadt Luzern verweist auf die «faire Chance»

Auf Anfrage nimmt Mario Lütolf, Leiter Stadtraum und Veranstaltungen, schriftlich Stellung. Er schreibt zum befürchteten Stellenabbau von Welz: «Um genau solche widrigen Umstände möglichst abzufedern, haben die Ausschreibungsverfahren entsprechend lange Übergangsfristen.»

Zum neuen Konzept teilt Lütolf mit: «Garantien kann man sich in Wettbewerbsverfahren keine einkaufen, neue Konzepte bringen auch immer Risiken mit sich. Diese wurden von Fachverantwortlichen und einer Expertenjury nach bestem Wissen und Gewissen abgewogen und bewertet.»

Als Fazit schreibt der Leiter Stadtraum und Veranstaltungen: «Wir bedauern den Unmut von Herrn Welz und haben seine Pionierrolle auf der Ufschötti hochgeschätzt und nie in Frage gestellt. Merkmal der öffentlichen Ausschreibung ist nun aber, nach vielen Jahren auch neuen Bewerbern mit entsprechend innovativen Konzepten eine faire Chance zu geben.»

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Roman Hodel