Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Wegen Untreue: Luzerner hat aus Zorn einen Wohnwagen abgefackelt

Ein gehörnter Ehemann konnte es nicht länger ertragen, jeden Tag an dem Ort vorbei zu fahren, an dem seine Frau mit einem anderen Mann Sex gehabt hatte. Kurzerhand griff er zum Feuerzeug.
Lena Berger
Der Mann ist vom Kriminalgericht Luzern im abgekürzten Verfahren zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 16 Monaten verurteilt worden. (Symbolbild)

Der Mann ist vom Kriminalgericht Luzern im abgekürzten Verfahren zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 16 Monaten verurteilt worden. (Symbolbild)

Es war ein Tag im März, an dem er es einfach nicht mehr aushielt. Seine Nerven lagen blank. Auf dem Weg nach Hause musste er plötzlich anhalten, aus dem Auto steigen und sich übergeben – just in dem Moment, an dem er wieder an dem verfluchten Haus vorbeifahren wollte.

Das Haus gehörte jenem Mann, der sein Leben völlig auf den Kopf gestellt hatte. Jenem Mann, der zwei Mal mit seiner Frau geschlafen hatte. Getroffen hatten sie sich heimlich in dem Wohnwagen, der vor dem Haus stand – und an dem er nun jeden Tag mindestens zwei Mal vorbei fahren musste. Beim Gedanken daran, wurde dem Mann wohl jedes Mal schlecht. Nachdem er sich ins Gebüsch übergeben hatte, stieg er wieder ins Auto und fuhr nach Hause. Eines war offensichtlich geworden: So konnte es nicht weiter gehen.

Es tue ihm grausam leid, beteuert der Ehemann

Die Ehefrau war nicht daheim. Sie hatte an dem Tag einen Unfall gehabt und lag im Spital. So kam es, dass der Mann sich alleine an den Küchentisch setzte. Er brühte sich einen Kaffee auf und fügte einen Schuss Schnaps dazu, um seine Nerven zu beruhige. Doch es half nichts. Seine Gedanken drehten sich nur um den Wohnwagen, den anderen Mann und seine Frau.

Je später es wurde, desto mehr steigerte sich der Mann in die ehemalige Affäre hinein. Es war schon nach Mitternacht, als er eine Entscheidung traf. Er stieg in den Heizungskeller seines Hauses und mischte dort in einem Eimer zwei bis drei Deziliter Heizöl mit Sägemehl. So ausgerüstet fuhr er durch die dunkle Nacht zurück zum Haus seines Rivalen. Über ein Feld schlich er sich heran und kippte gegen 2 Uhr morgens den Inhalt des präparierten Eimers auf die Kühlerhaube des Wohnmobils. Mit einem Feuerzeug entzündete er das Gemisch. Dann wandte er sich ab und verschwand, ohne einen Blick zurück zu werfen.

Er wollte das Wohnmobil aus der Welt schaffen, weil er den täglichen Anblick nicht mehr ertragen konnte. An das Benzin im Tank verschwendete er keinen Gedanken. Auch nicht daran, dass die Flammen auf das nur 1,5 Meter entfernte Haus übergreifen könnten. Auf die Idee, dass er mit seiner Tat die Bewohner in Lebensgefahr bringen könnte, kam er in seinem Zorn nicht.

Glücklicherweise entdeckte ein zufällig vorbeifahrender Autofahrer frühzeitig die lodernden Flammen. Der Feuerwehr gelang es durch ihren Einsatz, ein Übergreifen des Feuers auf das angrenzende Gebäude zu verhindern. Es wurde bei dem Brand niemand verletzt. Allerdings entstand ein Sachschaden von über 25 000 Franken.

Das Ehepaar hat sich wieder versöhnt

Die Polizei kam dem Mann durch einen verlorenen Handschuh auf die Schliche. Als die Polizisten ihn befragte, gab er sich keine Mühe die Sache zu leugnen. Er gestand seine Tat sofort und gab zu Protokoll, dass es ihm «grausam leid tue». Noch bevor es zu einer Gerichtsverhandlung kommen konnte, ersetzte er den Schaden vollständig – was ihm die Staatsanwaltschaft als «Einsicht und Reue durch aktives Handeln» positiv anrechnete. Vor einer Strafe bewahrte ihn das allerdings nicht. Die Beweggründe seien rein egoistisch gewesen und die Tat selber zeige durchaus eine gewisse kriminelle Energie, befand die Staatsanwaltschaft. Sie beantragte im abgekürzten Verfahren eine bedingte Freiheitsstrafe von 16 Monaten – welcher das Kriminalgericht Luzern zustimmte.

Das Ehepaar hat den Vorfall inzwischen «familienintern besprochen und bereinigt», wie aus dem Entscheid hervorgeht. Das heutige Verhältnis zwischen den Eheleuten sei gut.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.