Ausbau der Betreuungsplätze scheitert an Finanzen

Der Luzerner Stadtrat will den Ausbau der Kinderbetreuung zwar in Angriff nehmen, jedoch nicht sofort. Für kurzfristige Massnahmen fehlen sowohl das Geld, als auch das Personal.

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Schüler Mittagstisch beim Schulhaus Unterlöchli in Luzern. (Bild: Archiv Corinne Glanzmann/Neue LZ)

Schüler Mittagstisch beim Schulhaus Unterlöchli in Luzern. (Bild: Archiv Corinne Glanzmann/Neue LZ)

Die Fraktionen de SP und der Grünen fordern vom Luzerner Stadtrat in einer Motion den Ausbau der Betreuungsplätze im Schulbereich. Laut seiner Antwort will der Stadtrat den Ausbau zwar in Angriff nehmen, kann aber die Forderung nach kurzfristigen Massnahmen nicht erfüllen.

Der Stadtrat führt zu Beginn seiner Antwort aus , dass in der ganzen Stadt Luzern nicht wie von den Motionären ausgeführt 230 Betreuungsplätze zu wenig vorhanden sind, sondern «nur» 90 Tagesplätze und zusätzliche 20 Plätze über den Mittag fehlen.

Kein finanzieller Handlungsspielraum

Um die geforderten Plätze aber per sofot anbieten zu können, müsse der jährliche Bruttobetriebskredit netto um 911‘000 Franken erhöht werden. Die Stadt könne jedoch aufgrund fehlender finanzieller Mittel momentan keine kurzfristigen Massnahmen ergreifen, weil diese dann auch weitergeführt werden müssen und der diesbezügliche finanzielle Handlungsspielraum der nächsten Jahre noch vom Grossen Stadtrat zu definieren sei. Im Weiteren sei es jetzt auch nicht mehr möglich, während der Sommerferien für zusätzliche Angebote geeignetes Personal zu finden.

Aufgrund der momentanen Situation begrüsse es der Stadtrat aber, dass private Träger – im Sinne einer «Überbrückungshilfe» – mit einem eigenen Finanzierungsmodell Betreuungsangebote für Kinder im Schulalter schaffen.

Fehlender Platz nicht primäres Problem

Das Postulat der Grünen, welches für die Betreuungsplätze die Zusammenarbeit mit der Kirche fordert, lehnt der Stadtrat ab. Primär seien nicht die Raumressourcen das Problem, sondern die fehlenden personellen und namentlich finanziellen Ressourcen. Da keine Mittel für den Betrieb vorhanden seien, mache es im Moment auch keinen Sinn, die Miete von Räumlichkeiten bei kirchlichen Institutionen zu prüfen.

Am 27. September will der Stadtrat dem Parlament in einem Bericht und Antrag die Details zur Entwicklung und zur Planung der Kinderbetreuung für die nächsten Jahre vorlegen.

pd/bep