AUSBILDUNG: Neue Uhrmacherlehre in Luzern ist gefragt

Fachkräfte sind derzeit Mangelware. Unter anderem sind nur schwer Uhrmacher zu finden. Die Firma Bucherer bildet deshalb selbst aus.

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Dorian Röthlisberger arbeitet in der Lehrlingswerkstatt von Bucherer in Luzern an einem Uhrwerk. (Bild Adrian Stähli/Neue LZ)

Dorian Röthlisberger arbeitet in der Lehrlingswerkstatt von Bucherer in Luzern an einem Uhrwerk. (Bild Adrian Stähli/Neue LZ)

Jugendliche, die Uhrmacher werden wollten, mussten bislang ihren Lebensmittelpunkt in die Westschweiz verlegen. Denn Ausbildungsplätze gabs nur bei den dortigen grossen Uhrengruppen wie Richemont oder Swatch.

Dies hat sich geändert: Mittlerweile bilden auch Zentralschweizer Unternehmen wie Bucherer und Gübelin Uhrmacher aus.

Die Lehrlingswerkstatt ist ein voller Erfolg
Bruno Graber aus Buttisholz arbeitet gerne auf den Millimeter genau, und dies ist bei Bucherer gefragt. Der 20-Jährige hat dieser Tage mit der Note 5.6 an der Uhrmacherschule in Grenchen die beste Prüfung seines Jahrgangs abgelegt. Nach den Ferien absolviert er seinen Militärdienst und anschliessend gehts zurück zum Luzerner Unternehmen. Dieses hat ihm bereits zugesagt, dass er weiterbeschäftigt wird.

Dies kommt nicht von ungefähr. Schliesslich bildet Bucherer Uhrmacher aus, mit dem Ziel, dass diese im Betrieb bleiben. «Der Uhrmachermarkt ist ziemlich ausgetrocknet. Da die Zentralschweiz zudem keine typische Uhrmacherregion ist, ist es sehr schwer, Uhrmacher zu finden», sagt Marco Müller, Leiter Ausbildungsatelier.

Die Lehrlingswerkstatt, die im vierten Jahr in Betrieb ist, sei ein voller Erfolg, bilanziert Urs Kissling, Direktor Merchandising Uhren. Dies zeigt die grosse Nachfrage nach Ausbildungsplätzen. Bucherer nimmt jährlich zwei neue Lehrlinge auf. Die Ausbildungsplätze für 2009 sind bereits vergeben.

170 Teile ergeben richtig zusammengesetzt eine Rolex
Die Tätigkeiten, welche die jungen Leute bei Bucherer ausführen, sind sehr anspruchsvoll. Eine Rolex besteht beispielsweise aus 170 Teilen. Ein Uhrmacher muss in der Lage sein, eine solche Uhr auseinanderzubauen und wieder zusammenzusetzen. Uhrmacher montieren mechanische und elektronische Uhren jeder Art. Sie prüfen sie auf ihre Funktionstüchtigkeit, beheben Störungen und stellen das Uhrwerk ein. Jugendliche, die diesen Beruf erlernen wollen, müssen über feinmotorisches Geschick verfügen und sauber arbeiten können. Interesse an Mathematik und Physik wird ebenfalls vorausgesetzt.

Inge Staub

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Mittwoch in der Neuen Luzerner Zeitung und ihren Regionalausgaben.