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AUSBREITUNG: Diese Pflanze bedroht die Artenvielfalt

Der Kirschlorbeer nistet sich in Luzerner Wäldern ein und verdrängt die einheimische Flora. Trotzdem wird er in Gärten immer noch angepflanzt.
Stefan Dähler
Thalyssa Booth bekämpft für die Korporation Luzern im Wesemlinwald den Kirschlorbeer, der die einheimischen Wälder gefährdet. (Bilder Nadia Schärli)

Thalyssa Booth bekämpft für die Korporation Luzern im Wesemlinwald den Kirschlorbeer, der die einheimischen Wälder gefährdet. (Bilder Nadia Schärli)

Stefan Dähler

Man sieht ihn in unzähligen Gärten – den Kirschlorbeer. Die ursprünglich aus Südwestasien stammende immergrüne Heckenpflanze ist robust, blickdicht und benötigt wenig Pflege. «Leider ist er nicht nur im Garten, sondern auch ausserhalb erfolgreich», sagt Stefan Herfort von der Abteilung Umweltschutz Stadt Luzern. In den letzten fünf bis zehn Jahren habe sich der Kirschlorbeer in den Wäldern nördlich der Alpen ausgebreitet. Im Kanton Luzern seien vor allem die Stadt und die Agglomeration betroffen, weil dort die Siedlungen näher an den Wäldern liegen. Die Samen gelangen durch Vögel, die die Beeren der Pflanze fressen, und durch die illegale Entsorgung von Gartenabfällen in den Wald.

«Die Pflanzen wachsen sehr dicht und geben viel Schatten. Damit verhindern sie das Wachstum von Jungbäumen und Sträuchern sowie von kleinen Pflanzen wie Waldprimeln oder Bärlauch», sagt Herfort. «Im schlimmsten Fall kommt es so weit, dass der Wald am Ende nur noch aus Kirschlorbeeren besteht», fügt Raphael Müller, Förster der Korporation Luzern, hinzu. Diese besitzt und bewirtschaftet zahlreiche Wälder rund um Luzern. Die Förster betonen, dass man jetzt handeln müsse. In einigen Jahren dürfte sich die Pflanze so stark ausgebreitet haben, dass es zu spät ist.

Kirschlorbeer ist giftig

Was wäre so schlimm an einem Kirschlorbeer-Wald? «Dieser könnte nicht mehr als Erholungsraum dienen», sagt Müller. Die Pflanze sei giftig, was die Aufenthaltsqualität vermindert. Hinzu komme der Verlust der Artenvielfalt, denn der Kirschlorbeer biete auch keine Nahrung für Tiere – mit Ausnahme einiger Vogelarten wie Amseln. Zudem sei das Holz für den Bau oder die Herstellung von Möbeln unbrauchbar. «Es enthält Giftstoffe, und die Stämme sind zu dünn», erklärt Müller. Dies ist problematisch, weil die Korporation sich auch mit dem Verkauf von Holz finanziert.

Grosser Aufwand für Bekämpfung

Apropos Finanzen: Die Bekämpfung des Kirschlorbeers ist sehr aufwendig. Man kann ihn nicht einfach fällen und auf dem Boden liegen lassen, weil er dann neu ausschlägt. «Man muss ihn von Hand oder mit Maschinen ausreissen», sagt Müller. Anfang Jahr bekämpfte die Korporation die Pflanze im Gigeliwald in Kriens, derzeit laufen Arbeiten im Luzerner Wesemlinwäldli. Wie viel die Aktionen kosten, könne man nicht genau beziffern. Es sei aber eine Sisiphusarbeit und finanziell eine grosse Belastung, so Müller. «Und dann sieht man, dass der Kirschlorbeer in den Gärten weiterblüht.»

Der Verkauf der Pflanze ist nämlich – im Gegensatz zu anderen invasiven Neophyten – legal (siehe Box). Jardin Suisse, der Unternehmerverband der Schweizer Gärtner, empfiehlt jedoch, den Kirschlorbeer «aus dem Verkaufssortiment zu nehmen», sagt Inge Forster, Leiterin der Fachstelle Umweltschutz von Jardin Suisse. «Auch bieten wir regelmässig Kurse für die Bekämpfung invasiver Neophyten an.» Der Kirschlorbeer sei jedoch bei den Kunden sehr beliebt. So wird er weiterhin angeboten, unter anderem von Migros und Coop. Auf Anfrage teilen die beiden Grossverteiler mit, dass sie mit Hinweisen auf einem Etikett beziehungsweise auf einer Infotafel vor den Eigenschaften der Pflanze warnen. Weiter geben sie Tipps, wie man die Ausbreitung verhindern kann. Dabei müsse man vor allem auf die Entfernung der Früchte achten, die Abfälle dürfe man nicht in der freien Natur deponieren.

Wie viele Kunden diese Hinweise tatsächlich befolgen, ist jedoch offen. Bis es tatsächlich zu einem Verbot kommt, dürfte noch viel Zeit vergehen.

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