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AUSGEZEICHNET: Rontaler Firmen räumen Innovationspreis ab

Erstmals erhalten mit der Komax und der CPH-Gruppe zwei Firmen den Innovationspreis der Industrie- und Handelskammer Zentralschweiz. Die Gewinnerprodukte im Porträt.
Die neue Komax-Kabelverarbeitungsmaschine Alpha 530. (Bild: Nadia Schärli (Dierikon, 26. September 2017))

Die neue Komax-Kabelverarbeitungsmaschine Alpha 530. (Bild: Nadia Schärli (Dierikon, 26. September 2017))

Effizient verkabelt: Komax

Dierikon Über fünf Jahre lang haben bis zu 50 Personen daran gearbeitet. Einen zweistelligen Millionenbetrag hat Komax in die Entwicklung investiert. Seit Ende 2015 ist das neue Baby auf dem Markt: die neue Kabelverarbeitungsmaschine Alpha 530 und ihre schnellere Schwester mit der Modellnummer 550. Doch was ist das Besondere daran? Warum gewinnt der Hersteller aus Dierikon mit dieser Maschine einen der beiden diesjährigen Innovationspreise der Industrie- und Handelskammer Zentralschweiz?

Zunächst muss man wissen: Die Kunden von Komax sind mehrheitlich Kabelverarbeiter, die ihrerseits die grossen Autohersteller beliefern. In dieser umkämpften Branche werden Effizienzvorteile immer wichtiger. Erich Bachmann, der als Leiter des Produktmarketings bei Komax an der Entwicklung der neuen Maschine beteiligt war, sagt: «Die neue Maschinenplattform erhöht die Produktivität massiv, weil sie eine schnellere Umrüstung erlaubt und einfacher in der Handhabung ist.» Das bedeutet, dass Kunden schneller von einer Kabelsorte zur nächsten wechseln können. Dadurch steht die Maschine weniger lang still und kann effizienter betrieben werden. Die neue Generation sei 10 bis 15 Prozent schneller als Vorgängerprodukte, sagt der gelernte Elektroingenieur. Oder in absoluten Zahlen: 4000 bis 5000 Kabel spuckt das schnellere Modell Alpha 550 im Durchschnitt pro Stunde aus. Ausserdem sei die neue Maschine robuster. Der Vorteil: Der Wartungsaufwand verringert sich.

Eine weitere zentrale Neuerung ist die Steuerungsplattform, die Komax selber entwickelt hat. Sie basiert auf Windows und Linux und soll nun auf weitere Produktfamilien von Komax ausgerollt werden. Die neue Software ist die Basis für neue Anwendungen. Ein Beispiel: Ein Autohersteller entdeckt einen Fehler und muss nachvollziehen, wie dieser zu Stande gekommen ist. Dank der Rückverfolgbarkeit kann er künftig genau sagen, welcher Maschinenoperator in welchem Land zu welchem Zeitpunkt welches Kabel wie bearbeitet hat. Auf diese Weise können die grossen Autokonzerne rascher auf Probleme reagieren. «Den Autoherstellern steht künftig eine Fülle an Daten zur Verfügung. Unsere neue Software-Plattform wird ihren Teil dazu beitragen», sagt Bachmann.

Schutz gegen Konkurrenz aus Asien

Die technische Innovation ist das eine; Komax ist aber auch bei der Vermarktung neue Wege gegangen. Georg Rickenbacher, der die Entwicklung der neuen Maschine als Projektleiter angeführt hat, sagt: «Knapp ein Jahr vor der Lancierung haben wir angefangen, die Maschine bei kleineren Kunden zu testen, später bei grösseren Kunden. Erst als wir festgestellt haben, dass die Maschine gut ankommt, haben wir sie auf den Markt gebracht. Diesen Ansatz werden wir weiter verfeinern und künftig bei allen Neulancierungen anwenden.» Die neue Maschinengeneration habe die bestehende Familie in Rekordzeit ersetzt, sagt Bachmann. «Das ist ein Zeichen für die hohe Akzeptanz der neuen Generation am Markt.» Komax hatte letztmals vor rund zehn Jahren die Alpha-Reihe erneuert.

Die neuen Kabelverarbeitungsmaschinen kosten hohe fünfstellige Beträge – je nach Kundenausführung auch ein Viel­faches davon. Im globalen Wettbewerb konkurriert Komax immer stärker mit Mitbewerbern aus Asien, die billiger produzieren können und zum Teil westliche Maschinenhersteller kopieren. Doch von Komax erwarten die Kunden keine billigen Maschinen, sondern Effizienzgewinne. Um sich zu schützen, hat Komax fünf neue Patente angemeldet. Erich Bachmann macht sich aber keine Illusionen: «Die asiatischen Hersteller lassen sich in der Regel nicht davon abschrecken.» Umso wichtiger sei es, auch in Zukunft innovativ zu bleiben.

Maurizio Minetti

Verpackung mit Zug: Chemie und Papier Holding AG

Perlen Mit Blisterverpackungen für feste Tabletten hat sich Perlen Packaging in der Branche einen Namen gemacht. Die Unternehmenssparte der Chemie und Papier Holding AG (CPH) zählt zu den drei führenden Herstellern bei den Verpackungen mit hoher Schutzwirkung. Die Nachfrage für Blister-Verpackungen nimmt stetig zu, der Markt wächst. Abnehmer sind multinationale Pharmafirmen wie Roche, Novartis oder Bayer. Entsprechend hat die CPH-Sparte in den letzten Jahren ihren Umsatz stetig steigern können. Die Firma investiert viel Geld in die Forschung. «Komplexere Wirkstoffe, Luftfeuchtigkeit und höhere Lichtsensitivität stellen immer höhere Anforderungen an die Verpackung», sagt Wolfgang Grimm, Vorsitzender der Geschäftsleitung des Bereichs Verpackung.

Nun ist seine Entwicklungsabteilung in einen neuen Bereich vorgestossen. Statt feste Tabletten will Perlen Packaging künftig pulverförmige Medikamente einpacken. Die Firma hat aus Pharmafolien ein Inhalationsgerät für den einmaligen Gebrauch entwickelt. «Damit wollen wir den Inhalationsmarkt revolutionieren», sagt Projektleiter Matteo Trisoglio. Bis anhin müssen Medikamente mit einem separaten In­halationsgerät aus Kunststoff eingenommen werden. Dies entfällt beim Perlamed-Blistair, wie die Innovation von Perlen Packaging heisst. «Unsere Lösung ist auf dem Markt einzigartig: Die Verpackung ist gleichzeitig der In­haler», erklärt Trisoglio.

Abfüllen, formen, versiegeln an einer Maschine

Hergestellt wird der Inhaler an einer Blistermaschine in einem einstufigen Prozess, indem die Verformung, die Abfüllung des Pulvers und die Siegelung erfolgt. Die Produktion passiert bei der Pharmafirma vor Ort. «Dies führt für die Unternehmen zu Kosteneinsparungen in Produktion und Logistik», sagt Trisoglio. Die Anwendung des Inhalers ist simpel: Mit dem Zug an einer Lasche wird das pulverförmige Medikament in einer Kammer freigesetzt. Danach atmet der Patient die Dosis durch das Mundstück ein. Die Rückseite ist transparent, so sieht der Patient, ob die ganze Dosis eingeatmet wurde.

Die grösste Schwierigkeit bei der Entwicklung war, dass das Medikament auch dort landet, wo es hin muss. «Der Wirkstoff muss entsprechend verteilt werden, so dass er beispielsweise am Zielort Lunge ankommt», erklärt Trisoglio. Spezielle Vertiefungen im Mundstück sorgen dafür, dass die «Deagglomeration» – so der medizinische Fachausdruck – des Medikaments wunschgemäss erfolgt. «Diese Vertiefungen können wir je nach Medikament anpassen», betont Trisoglio.

Zwei Jahre hat CPH an der Neuheit gearbeitet und dafür einen sechsstelligen Betrag in­vestiert. Man setzt grosse Hoffnungen in die Innovation. Das Potenzial sei riesig. «Der Inhalationsmarkt ist gross, die ersten Reaktionen der Pharmafirmen sind sehr ermutigend», sagt Grimm. Der Inhaler eigne sich besonders für Anwendungen bei Asthma oder anderen Lungenkrankheiten wie COPD. Gerade in Asien sind diese Krankheiten aufgrund der hohen Raucherdichte und dem Smog auf dem Vormarsch. «Wir können uns vorstellen, dass der Inhaler bei Schmerztherapien zum Einsatz kommt», sagt er. Chancen sieht Grimm zudem für Kurztherapien in der Dritten Welt. Das Produkt sei kostengünstiger als ein klas­sisches Inhalationsgerät. Zudem biete das Produkt Vorteile bezüglich Hygiene. «In Entwicklungsländern werden Inhaler bei einem Arzt oder in einer Apotheke in der Regel von verschiedenen Patienten benutzt», so Grimm. Dies entfalle mit dieser Lösung.

Auf den Markt kommen dürfte der Perlamed-Blistair in rund drei bis fünf Jahren und wird dann auch erst zum Umsatz beitragen. «Im Pharmabereich sind die regulatorischen Hürden hoch und zahlreich», erklärt Grimm.

Roman Schenkel

Der Inhaler Perlamed-Blistair von CPH in seine Einzelteile zerlegt. (Bild: Roger Grütter (Perlen, 22. September 2017))

Der Inhaler Perlamed-Blistair von CPH in seine Einzelteile zerlegt. (Bild: Roger Grütter (Perlen, 22. September 2017))

Stolze Gewinner: Erich Bachmann (links) und Georg Rickenbacher von Komax. (Bild: Nadia Schärli (Dierikon, 26. September 2017))

Stolze Gewinner: Erich Bachmann (links) und Georg Rickenbacher von Komax. (Bild: Nadia Schärli (Dierikon, 26. September 2017))

Freuen sich über den Preis: Matteo Trisoglio (links) und Wolfgang Grimm von Perlen Packaging. (Bild: Roger Grütter (Perlen, 22. September 2017))

Freuen sich über den Preis: Matteo Trisoglio (links) und Wolfgang Grimm von Perlen Packaging. (Bild: Roger Grütter (Perlen, 22. September 2017))

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