AUSHUB: Kanton Luzern rüstet sich für rege Bautätigkeit – mi Aushubdeponien

Zwölf Deponien für unverschmutztes Aushubmaterial gibt es im Kanton Luzern derzeit, und gleich mehrere Projekte befinden sich in Planung. Diese sollen Engpässe vermindern – zumindest mittelfristig.

Roseline Troxler
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Auf dem Littauerberg ist eine grössere Deponie geplant. (Archivbild/ Boris Bürgisser (Littau, 2.5.2008))

Auf dem Littauerberg ist eine grössere Deponie geplant. (Archivbild/ Boris Bürgisser (Littau, 2.5.2008))

Fels, Steine, Sand, Erde: Dieses unverschmutzte Aushubmaterial fällt an, wenn ein Gebäude oder ein Tunnel gebaut wird. Das Material muss auf einer Deponie gelagert werden. Derzeit gibt es im Kanton Luzern zwölf Deponien für solches unverschmutztes Material (siehe Karte). Neun weitere Deponien lagern nicht verwertbare mineralische Abfälle wie Bauschutt.

Im Sommer hiess es bei der Dienststelle Umwelt und Energie, dass betreffend weitere Deponieprojekte Handlungsbedarf bestehe. Damals war bis ins Jahr 2025 von einem fehlenden Volumen von bis zu 650 000 Kubikmetern die Rede – pro Jahr. Der Engpass könnte entschärft werden, da mehrere Projekte in Planung sind. So soll in Beromünster eine Deponie entstehen, die während 15 Jahren Material aufnehmen kann (Ausgabe vom Dienstag). Voraussetzung ist, dass die Bürger im Juni die Teilrevision der Ortsplanung gutheissen.

Weitere Deponien nehmen im Frühling Betrieb auf

Eine weitere Deponie ist im Gebiet Neuhüsli an der Grenze von Sempach und Neuenkirch geplant. Natalie Kamber, Medienbeauftragte der Dienststelle Umwelt und Energie, sagt auf Anfrage: «Die Baubewilligung der Stadt Sempach und der Gemeinde Neuenkirch liegt vor, die Projektbewilligung des Regierungsrats steht vor der Erteilung.»

In Entlebuch soll die Deponie Baumgarten als Ersatz für die bisherige Deponie Althus geschaffen werden. Die Gemeindeversammlung hat der Deponiezone bereits zugestimmt. «Die beiden Deponien Neuhüsli und Baumgarten können im Frühling den Betrieb aufnehmen – vorausgesetzt, es gehen gegen die Bewilligungen keine Beschwerden ein», erläutert Kamber. Bereits bewilligt wurde die Deponie Hapfere zwischen Hildisrieden und Rain. Sie geht ebenfalls in diesem Frühjahr in Betrieb.

Nebst den neuen Deponieprojekten sind auch bei bestehenden Deponien Erweiterungen geplant. In Grosswangen soll die Deponie Ächerlig vergrössert werden. Das Gesuch liegt noch bis am 14. Februar öffentlich auf. Gemeinderat Josef Doppmann, der für das Ressort Bau zuständig ist, sagt: «Zu den bereits bewilligten 200 000 Kubikmetern sollen weitere 100 000 Kubikmeter hinzukommen.» 40 000 Kubikmeter sollen aufgeschüttet und 60 000 Kubikmeter auf der angrenzenden Fläche neu bewilligt werden. Ausserdem soll im Bereich der Deponie vorhandenes und geeignetes Material an Kies und Sand abgebaut, aufbereitet und der regionalen Bauwirtschaft zur Verfügung gestellt werden.

Auch die Deponie in Malters soll erweitert werden und künftig Platz bieten für zusätzliches Material von rund 350 000 Kubikmetern. Das Gesuch steht vor der öffentlichen Auflage. Stimmen die Einwohner der Standortgemeinden den Erweiterungen der Zonen in Malters und Grosswangen zu und die Bewilligungen werden erteilt, könnten die Deponien in der zweiten Hälfte dieses Jahres den Betrieb aufnehmen, so Kamber.

Ab 2021 fehlt eine weitere grössere Deponie

Welchen Einfluss haben die Projekte auf die Kapazitäten zur Ablagerung? Natalie Kamber relativiert die ursprüngliche Zahl von fehlenden 650 000 Kubikmetern pro Jahr. So brauche es nun noch ein Volumen von 100 000 Kubikmetern für unverschmutztes Material. «Ab 2021 fehlt eine grössere, ab dem Jahr 2023 zwei zusätzliche Deponien», führt sie aus. Diese Vorhersagen setzen voraus, dass «die geplanten Projekte bewilligt werden und die jährliche Aushubmenge, die abgelagert wird, verharrt.» Diese beträgt im Kanton rund 1,15 Millionen Kubikmeter.

Nebst Deponien dienen Rohstoffabbaustellen wie Kiesgruben nach dem Abbau zur Entsorgung von Aushubmaterial. Derzeit gibt es 15 Abbaustellen, die so genutzt werden. Laut Natalie Kamber wird gut die Hälfte des Aushubmaterials zur Wiederauffüllung von Kiesgruben verwertet. «Da die Auffüllvolumen der Kiesabbaustellen nicht genügen und diese nur so viel Auffüllmaterial annehmen können, wie Rohstoffe abgebaut wurden, braucht es aber zusätzliche Deponien», erklärt sie. In Triengen liegt noch bis am 6. Februar das Baugesuch für eine Höherschüttung der Kiesabbaustelle auf. Damit soll zusätzliches Volumen geschaffen werden.

Roseline Troxler

roseline.troxler@luzernerzeitung.ch