Ausschreitungen bei B-Junioren-Spiel zwischen Adligenswil und Rotkreuz

Beim B-Junioren-Spiel zwischen der SV Adligenswil/Meggen und dem FC Rotkreuz kam es in der Schlussphase zu unschönen Szenen. Die Darstellungen der Vereine gehen diametral auseinander.

Jonas von Flüe
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Unschöne Szenen auf dem Sportplatz Löösch in Adligenswil: Beim B-Junioren-Spiel zwischen der SV Adligenswil/Meggen und dem FC Rotkreuz kam es am Samstag in der Schlussphase zu Ausschreitungen auf dem Spielfeld. Involviert waren auch Zuschauer und Eltern der Spieler, wie Regiofussball.ch berichtet.

Die SV Adligenswil/Meggen hatte in der 88. und 94. Minute einen 0:1-Rückstand in ein 2:1 umgewandelt. Dank dieses Sieges steigt die Mannschaft in die Coca-Cola-Junior-League auf. Brisant: Bei einem Auswärtssieg oder einem Unentschieden wäre Rotkreuz aufgestiegen. In der 75. Minute wurde jeweils ein Spieler der beiden Mannschaften des Feldes verwiesen.

Rotkreuz legt Protest ein

Was genau auf und neben dem Spielfeld geschah, ist unklar. Die Schilderungen der beiden Vereine auf Regiofussball.ch gehen weit auseinander. In einer Stellungnahme des FC Rotkreuz steht: «Nach dem 1:1 wurden unsere Spieler von gegnerischen Fans sowie vom C-Junioren-Trainer von Adligenswil tätlich auf dem Spielfeld angegriffen.» Auf einem Video sei gar zu sehen, wie ein Mann aufs Feld laufe und einen Spieler von Rotkreuz am Hals packe.

Der FC Rotkreuz hat gegen die Wertung des Spiels Protest eingelegt. Präsident Claudio Carbone bestätigt das. Er sagt aber: «Ich kenne keine Details, aber ich habe gehört, dass es nicht so dramatisch war. Wir werden zuerst mit den Beteiligten diskutieren, was genau vorgefallen ist. Den Protest habe ich noch nicht unterschrieben.» Der Vorstand des FC Rotkreuz müsste den Protest bis morgen Mittwoch bestätigen.

In einer Stellungnahme schreibt die SV Adligenswil/Meggen, dass sich die Ereignisse «nachweisbar nicht wie vom FC Rotkreuz dargestellt zugetragen» hätten. Mit Hinweis auf das laufende Protestverfahren wolle man sich nicht weiter dazu äussern. Das machen aber Augenzeugen gegenüber Regiofussball.ch. Die Tumulte hätten erst nach dem 2:1 angefangen, als Kinder jubelnd auf den Platz gelaufen und von Rotkreuzer Spielern umgestossen worden seien. Anschliessend sei es zu Beschimpfungen und körperlichen Übergriffen zwischen Spielern und Zuschauern gekommen.

Schiedsrichter hat nichts rapportiert

Markus Berwert, Leiter Geschäftsstelle des Innerschweizerischen Fussballverbandes (IFV), bestätigt auf Anfrage den Protest des FC Rotkreuz. Beide Vereine, aber auch Spieler und Trainer müssten nun bis am Freitag eine detaillierte Stellungnahme abgeben. «Dann wird die Strafkommission entscheiden, was für Sanktionen ausgesprochen werden», erklärt Berwert. Die Stellungnahme des Schiedsrichters hat der Verband bereits erhalten. Er hat in seinem Rapport nichts vermerkt.

Laut Berwert sind Ereignisse wie dasjenige in Adligenswil Einzelfälle. Rotkreuz-Präsident Carbone appelliert derweil an die Eltern: «Solche Vorfälle betrüben mich. Kinder wollen spielen und Freude am Fussball haben.»

«Viele Eltern meinen, dass ihre Kinder in der Champions League spielen. Sie haben so nahe am Spielfeld nichts verloren.» 

Der IFV hat bereits vor vier Jahren die Kampagne «Eltern weg vom Spielfeldrand» lanciert. Diese richtet sich aber vor allem an in den Kinderfussball involvierte Personen.