Aussergewöhnlicher Todesfall in VBL-Bus

In Luzern ist in einem Bus der VBL-Linie 8 ein Passagier unvermittelt verstorben. Sein Tod blieb zunächst unbemerkt.

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Es ist Sonntagabend, kurz nach 20.30 Uhr, als ein junger Mann mit Bierdose auf den VBL-Chauffeur Ralf Menzel zugeht. «Er sagte etwas von einem leblosen Passagier im Anhänger meines Busses», erzählt Menzel.

Dann geht alles ganz schnell. Instinktiv drückt der 49-jährige Chauffeur den roten Alarmknopf in der Führerkabine seines Fahrzeugs. Sekunden später informiert er per Funk die VBL-Leitzentrale über den Vorfall, diese wiederum alarmiert Polizei und Rettungsdienst. Der Bus der Linie 8 steht an der Bushaltestelle Bahnhof, Fahrtrichtung Kantonalbank. Chauffeur Menzel eilt in den Anhänger und sieht, da ist er sich ganz sicher, «einen Mann, der bestimmt schon eine halbe Stunde tot ist». Blaue Lippen, bleiche Haut, für den Chauffeur mit Sanitätskenntnissen besteht nicht der geringste Zweifel.

Zusammen mit den Polizisten, die laut Menzel «wahnsinnig schnell» vor Ort sind, startet der Chauffeur einen Wiederbelebungsversuch. Herzmassage, Beatmung. Alles vergebens. Der Mann, Menzel schätzt ihn auf zirka 75, ist tot.

Menzel glaubt, dass der Senior bei der Bushaltestelle Schönbühl einstieg. Als der Bus bei der Endstation Würzenbach wendete, war der Mann vermutlich schon tot. Da der Mann jedoch im Anhänger ausgerechnet auf dem Platz sass, der von der Führerkabine aus nur sehr schwer zu erkennen ist, bemerkte der Chauffeur nichts. Heute fragt er sich: «Wäre der Mann noch zu retten gewesen?» Dass der Tod des Mannes so lange unbemerkt blieb, ist für Menzel «absolut unverständlich».

Daniel Schriber

<em>Den ausführlichen Artikel finden Sie in der Neuen Luzerner Zeitung vom 21. Januar 2012 oder im E-Paper.</em>