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AUSSTELLUNG: Kunstmuseum Luzern leistet sich Turner-Ausstellung zum Jubiläum

Das Kunstmuseum Luzern plant mit der Londoner Tate Gallery eine grosse Ausstellung zum britischen Landschaftsmaler William Turner. Anlass ist der 200. Geburtstag der Kunstgesellschaft, der Trägerin des Museums. Diese will bis 2019 gut eine Million Franken auftreiben.
«Lucerne: Moonrise over the Kapellbrücke», ca. zwischen 1907-19 entstanden, zeigt die Luzerner Kapellbrücke bei Nacht. (Bild: Fotografie © Tate, London, 2016)

«Lucerne: Moonrise over the Kapellbrücke», ca. zwischen 1907-19 entstanden, zeigt die Luzerner Kapellbrücke bei Nacht. (Bild: Fotografie © Tate, London, 2016)

Das Kunstmuseum plane zum Jubiläum keine grosse Sause, sagte Museumsdirektorin Fanni Fetzer am Freitag an einer Medienkonferenz in Luzern. Es wolle aber sich und dem Publikum mit einer riesigen Ausstellung ein aussergewöhnliches Geschenk machen.

Die Ausstellung "Meer, Alpen, Maschinen und das Erhabene" im Sommer 2019 soll auf über tausend Quadratmetern gut 90 Werke des britischen Reisenden und Landschaftsmalers Joseph Mallord William Turner (1775-1851) umfassen. Er gilt als der bedeutendste Maler Englands in der Romantik.

Das Kunstmuseum Luzern sei durch Zeit und Ort in besonderer Art und Weise mit Turner verbunden, begründete Fetzer die Wahl des Künstlers. Auf der Suche nach Motiven reiste Turner zweimal - 1802 und 1844 - in die Schweiz, auf den Vierwaldstätter- und den Zugersee, in die Stadt Luzern und auf den Gotthard. Dabei entstanden bekannte Aquarelle wie "Die blaue Rigi" oder "Die Schöllenen-Schlucht von der Teufelsbrücke".

Turners Reisen fielen in die Gründungszeit der Luzerner Kunstgesellschaft und die Anfänge des Tourismus in der Innerschweiz. Die Kunstgesellschaft wurde 1819 von Bildungsbürgern und Künstlern und somit zwischen den beiden Schweizer Reisen Turners gegründet.

Tate Gallery leiht Werke

Die renommierte Galerie Tate Britain in London, die die weltweit grösste Sammlung an Turnern-Bildern besitzt, leiht dem mittelgrossen Museum in Luzern den Hauptteil der Werke für die Ausstellung. Für die Tate sei bei der Zusammenarbeit nicht die Grösse eines Museum entscheidend, sagte Tate-Kurator David Blayney Brown. Wichtiger sei, dass Luzern und Tate dieselbe Mission teilten.

Mit der Ausstellung am Vierwaldstättersee würden die Werke Turners an den Ort zurückgebracht, an dem sie entstanden seien, sagte Blayney Brown. Man könne die Werke so einem neuen Publikum zugänglich machen.

Das Publikum bekommt dabei nicht etwa die Schlachtbilder des Romantikers zu sehen, sondern vor allem die atmosphärischen Landschaftsmalereien, die Turners Reisen von England in die Schweiz dokumentieren. Gezeigt werden sollen laut Museumsdirektorin Fanni Fetzer rund 60 Aquarelle und Skizzenbücher sowie 30 Ölbilder des Romantikers.

Die Bilder von Turner seien nicht blosse Landschaftsansichten, sagte Turner-Experte Blayney Brown weiter. Er inszeniere die "Landschaften als Drama". In der Innerschweiz sei er von den abwechslungsreichen Landschaften, Wetterwechseln, Lichtstimmungen und verschiedenen Farben inspiriert worden.

Zuversicht trotz Spardruck

Für die Finanzierung der Ausstellung ist laut Musemusdirektorin Fanni Fetzer "gut eine Million Franken" nötig. Das Geld will das Museum bis 2019 vor allem bei Privaten und Stiftungen auftreiben. Den Anfang macht eine Benefizaktion am Samstag, bei der Werke lebender Künstler versteigert werden.

Sie sei überzeugt, dass das Geld auch in Zeiten, in der die öffentliche Hand spare, aufgetrieben werden könne, sagte Fetzer. "Für tolle Projekte lassen sich auch Mittel finden."

Für das 200-Jahr-Jubiläum der Kunstgesellschaft Luzern plant das Museum weitere Aktivitäten. Eine weitere Ausstellung zu Beginn des Jahres soll die Anfänge der Sammlung thematisieren und entsprechende Werke zeigen. Zudem soll im Jubiläumsjahr auch die zeitgenössische Kunst nicht zu kurz kommen.

Die Kunstgesellschaft Luzern mit über 2200 Mitgliedern feiert 2019 ihr 200-jähriges Bestehen. Sie wurde am 11. Mai 1819 als Künstlerverein gegründet.

Heute ist die Kunstgesellschaft Trägerin des Kunstmuseums im KKL. Einen Namen machte sich das Luzerner Kunsthaus unter anderem mit Ausstellungen zu bedeutenden Schweizer Künstlern wie Robert Zünd, Giovanni Giacometti, Ferdinand Hodler und Paul Klee. Die eigene Sammlung umfasst unzählige Werke von lokalen Künstlern. (sda)

«The Blue Rigi, Sunrise» von Joseph Mallord William Turner. Dieses Aquarell auf Papier entstand 1842. (Bild: Fotografie © Tate, London, 2016)

«The Blue Rigi, Sunrise» von Joseph Mallord William Turner. Dieses Aquarell auf Papier entstand 1842. (Bild: Fotografie © Tate, London, 2016)

«The St Gotthard Road between Amsteg and Wassen», ca. zwischen 1814-15 entstanden. Gouache, Graphit und Aquarell auf Papier. (Bild: Fotografie © Tate, London, 2016)

«The St Gotthard Road between Amsteg and Wassen», ca. zwischen 1814-15 entstanden. Gouache, Graphit und Aquarell auf Papier. (Bild: Fotografie © Tate, London, 2016)

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