AUSSTELLUNG: Luzerner Künstlerin und ihre weltbekannten New Yorker Freunde

Sonja Sekula (1918-1963) ist eine der wenigen Schweizer Künstlerinnen, die in New York erfolgreich war. Und die Luzernerin hatte weltbekannte Kollegen wie Jackson Pollock und Max Ernst. Dem illustren Freundeskreis widmet das Kunstmuseum Luzern nun eine Ausstellung.

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Ein Blick in die Ausstellung von Sonja Sekula im Kunstmuseum Luzern. (Bild: pd / Marc Latzel)

Ein Blick in die Ausstellung von Sonja Sekula im Kunstmuseum Luzern. (Bild: pd / Marc Latzel)

Die Werkschau «Sonja Sekula, Max Ernst, Jackson Pollock & Friends» im Kunstmuseum Luzern öffnet am Samstag ihre Tore und dauert bis am 25. September. Sie gibt Einblick in eine Zeit des Aufbruchs nach dem Zweiten Weltkrieg, in der zunehmend amerikanische Avantgardisten europäischen Künstlern den Rang abliefen.

Zu sehen sind gegen 130 Malereien, mit Notizen versehene Zeichnungen, Collagen und Skulpturen sowie Kunstgegenstände. 80 davon stammen von der in der Schweiz zeitweise vergessenen Sekula selbst. Die übrigen von teils renommierten Künstlern, mit denen die junge Schweizerin nach der Übersiedlung nach New York befreundet war oder gemeinsam ausstellte.

Sekula bestritt als Nachwuchskünstlerin Ausstellungen in Galerien von Peggy Guggenheim und Betty Parsons. Zudem waren Werke von ihr neben klingenden Namen wie Frida Kahlo, Meret Oppenheim und Sophie Taeuber-Arp zu sehen. Auch mit Robert Motherwell, Jackson Pollock und Ad Reinhardt stellte sie gemeinsam aus. John Cage und Merce Cunningham zählen ebenso zu ihren Bekannten wie Max Ernst und Marcel Duchamp.

Aufwändige Austellung

Die Ausstellung in Luzern ist eines der aufwändigsten und teuersten Projekte im Kunstmuseum am Vierwaldstättersee in jüngster Zeit, wie Direktorin und Kuratorin Fanni Fetzer am Freitag vor den Medien sagte. Einerseits recherchierte ein Team des Museums während über eines Jahres über Werke und den Künstlerkreis.

Andererseits sind die Versicherungssummen der gezeigten Werke für ein mittelgrosses Kunstmuseum wie jenes in Luzern hoch. An den Wänden hängen zahlreiche Exponate aus bedeutenden Museen wie dem New Yorker Museum of Modern Art. Zu sehen sind mehrere frühe Werke des abstrakten Expressionisten Jackson Pollock.

Möglich gemacht haben die teure Ausstellung unter anderem Spenden von privaten Kunstinteressierten. Dazu zählte etwa der Luzerner Schmuck- und Schoggi-Unternehmer Patrick König. Er stellte neben Geld Sekula-Werke aus seinem Privatbesitz zur Verfügung.

Sonja Sekula zählt zu den bedeutendsten Schweizer Künstlerinnen, die aber lange Zeit in Vergessenheit geraten war. Ihr Werk gilt als vielschichtig und komplex, einen eigenen Stil entwickelte die Künstlerin, die früh starb, aber nie. 1996 feierte das Kunstmuseum Winterthur mit einer umfassenden Ausstellung ihre Wiederentdeckung.

Ende im Unglück

Sekula wurde 1918 in Luzern geboren und entstammte einer grossbürgerlichen Familie. Ihre Mutter gehörte zur bekannten Luzerner Café- und Confiserie-Dynastie Huguenin. Sie studierte in Ungarn und Italien Kunst. 1936 zog sie mit ihren Eltern nach New York.

In Amerika verkehrte die Familie in Künstlerkreisen, wodurch Sekula schliesslich definitiv den Weg als Malerin und Schriftstellerin einschlug. Die junge Frau, die fünf Sprachen beherrschte, galt als interessierte und talentierte Malerin und Literatin. Sie kämpfte aber auch stets mit psychischen Problemen.

1953 kehrte Sekula aus finanziellen Gründen in die Schweiz zurück. Das Schaffen der Malerin, die mittlerweile den amerikanischen Pass besass, fand in der Schweiz jedoch wenig Anklang. Die homosexuelle Künstlerin litt unter Einsamkeit und der Schweizer Enge. Zehn Jahre nach ihrer Rückkehr nahm sie sich mit 45 Jahren in ihrem kleinen Atelier in Zürich das Leben.

 

Die Luzerner Künstlerin Sonja Sekula im Sommer in New York (1945). (Bild: pd / Kunstmuseum Luzern)

Die Luzerner Künstlerin Sonja Sekula im Sommer in New York (1945). (Bild: pd / Kunstmuseum Luzern)