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AUSVERKAUF: Luzerner stürmen das «Palace»

Da das Hotel Palace Luzern für 100 Millionen Franken umgebaut wird, steht in diesen Tagen das gesamte Inventar zum Verkauf. Der Ansturm darauf war am Freitag riesig – und überraschte selbst das Hotel.
Gabriela Jordan
Das Hotel Palace in Luzern wird umfassend Umgebaut. Daher organisiert das 5-Sterne Hotel einen Möbelbazar. (Bild: Dominik Wunderli)

Das Hotel Palace in Luzern wird umfassend Umgebaut. Daher organisiert das 5-Sterne Hotel einen Möbelbazar. (Bild: Dominik Wunderli)

Gabriela Jordan

gabriela.jordan<span class="mail_autor">@luzernerzeitung.ch</span>

Allein schon die Dauer des Einlasses am Freitag zeigte, auf welch grosses Interesse der Inventarausverkauf des Hotels Palace Luzern in der Bevölkerung stösst: Erst nach über einer Viertelstunde waren endlich alle Leute im Innern des Fünfsternehotels angekommen. Und weil es in den Gängen zwischenzeitlich zu eng wurde, mussten weitere Interessenten im Verlauf des Vormittags sogar zurückgehalten werden. «Wir haben viele Leute erwartet, doch dass gleich so viele auf einmal kommen, damit haben wir nicht gerechnet», sagte Elisabeth Wallimann, Mediensprecherin der Han’s Holding Group AG, zu der das Palace Luzern gehört.

Seit Freitag und noch bis Sonntag verkauft das Hotel seine sämtlichen Möbel, Geschirr aus dem Restaurant, Teppiche und Vorhänge – und vieles mehr. Grund dafür sind die anstehenden Bauarbeiten im Luxushotel: In den nächsten eineinhalb Jahren wird es komplett umgebaut, der neue Besitzer Yunfeng Gao investiert dafür 100 Millionen Franken. Läuft alles nach Plan, dürfte das Luxushotel ab Herbst 2019 wieder seine Tore öffnen.

Hoteldirektor will «keine blutigen Nasen»

Bevor sich am Freitag die mehreren hundert erwartungsvollen Kunden auf den Möbelbazar stürzen konnten, richtete Hoteldirektor Raymond Hunziker seine Worte an sie. «Schön, dass Sie alle da sind. Wir freuen uns, dass Sie alle ein Stück ‹Palace› mitnehmen wollen», rief er. «Die Menge macht uns natürlich auch ein bisschen Angst», fügte er scherzhaft hinzu, um daraufhin trotzdem zu mahnen: «Wir wollen keinen Streit um die Verkaufsobjekte und keine blutigen Nasen.»

Dann konnte es endlich losgehen: Sessel wurden Probe gesessen, Tischchen vermessen, Vorhänge beäugt und Lampen gemustert. Für Normalverdiener sind die Preise übrigens bezahlbar, ein Stuhl kostet beispielsweise zwischen 15 und 50 Franken, ein Sofa zwischen 160 und 350 Franken. Für edle Holztischchen oder gemütliche Ohrensessel werden um die 80 Franken verlangt. «Schade, dass wir unsere Stube nicht neu einrichten müssen», hörte man eine Frau zu ihrem Partner sagen.

Daneben begutachteten zwei Frauen bunte Kissen auf einem Sofa. «Etwas Bestimmtes suchen wir nicht», sagte die eine, die sich als Ursula Vorhara vorstellte. «Mein Vater, Alfred Marrer, war Bauführer und hat hier im ‹Palace› einst einen Umbau geleitet», erklärte sie. «Deshalb wollten meine Mutter und ich uns etwas umsehen.» Der Vater sei inzwischen pensioniert – und lieber zu Hause geblieben. In einem anderen Raum sah sich eine Frau namens Susanne Bürki die langen, beige gestreiften Vorhänge an. «Die wären schon was», mein­te sie. «Ich bin immer gerne ins Palace gegangen und habe hier ab und zu auch das Tanzbein geschwungen.» Jetzt freue sie sich, dass sie ein «Stück des ‹Palace›» bei sich daheim haben könne.

Nebst Möbeln gibt es bis Sonntag noch viele andere Gegenstände zu kaufen: Handtücher, Kühlschränke, Geschirr und Besteck, Rednerpulte, Betten und Sonnenschirme – um nur einige zu nennen. Zum Verkauf stehen sogar ein paar ausgediente Klaviere, der für mehrere tausend Franken bereits verkaufte Flügel stellt dabei das teuerste Objekt des Ausverkaufs dar. Nur einige wenige historische Stücke wie Kronleuchter, Bilder und Silberwaren behält das «Palace» für sich zurück, laut Mediensprecherin Wallimann sind wertvolle Sachen bis zur Wiedereröffnung eingelagert.

Leichte Wehmut bei Hoteldirektoren

Ist das «Palace» am Montag schliesslich leergeräumt, dürfte für aufkommende Wehmut kaum Zeit bleiben. Denn danach geht es gleich mit dem Rückbau des Gebäudeinneren weiter. Laut Wallimann überwiegt trotz diesen emotionalen Tagen sowieso die Vorfreude: «Wir freuen uns auf die Zukunft und darauf, dass das Haus in einem einheitlichen Stil eingerichtet wird», sagt sie.

Hinweis

Der Ausverkauf findet heute und morgen von 10 bis 18 Uhr statt. Bar- wie Kartenzahlung sind möglich, gekaufte Waren müssen gleich abtransportiert werden.

Alles muss weg: Im Hotel Palace kauften gestern Hunderte Leute Geschirr, Lampen und Stühle. (Bilder: Dominik Wunderli (Luzern, 26. Januar 2018))

Alles muss weg: Im Hotel Palace kauften gestern Hunderte Leute Geschirr, Lampen und Stühle. (Bilder: Dominik Wunderli (Luzern, 26. Januar 2018))

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