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AUSVERKAUFT: Wegen Fidget Spinner drehen Kinder durch

Der Fidget Spinner ist der neue Liebling der Schüler. Selbst Eltern und Lehrer sind happy. Doch einen solchen Propeller kriegt man nur schwer.
Roger Rüegger
Sie sind vom Fidget Spinner begeistert: (von links) Julian Niederer, Leo Schnyder, Linda Niederer, Anne-Sophie Schnyder und Marc Schnyder. (Bild: Dominik Wunderli (Horw, 30. Mai 2017))

Sie sind vom Fidget Spinner begeistert: (von links) Julian Niederer, Leo Schnyder, Linda Niederer, Anne-Sophie Schnyder und Marc Schnyder. (Bild: Dominik Wunderli (Horw, 30. Mai 2017))

Roger Rüegger

roger.rueegger@luzernerzeitung.ch

Sie sind überall: Auf Pausenplätzen, in Badis und auf der Strasse spielen Kinder mit dem Fidget Spinner. Übersetzt ist es das «Spiel mit dem Propeller». Seit kurzer Zeit erleben diese Spielzeuge, die wie ein Kreisel funktionieren, auch bei uns einen richtigen Boom.

Die Kinder sind mit ihrem «Finger- Spinner» – so nennen viele das Spielzeug – sehr einfallsreich. Linda Niederer (8) aus Horw zum Beispiel balanciert ihren Propeller auf den Fingern und auf der Nase. Mit ihrem Bruder Julian (10) und ihren Freunden Leo (11), Marc (11) und Anne-Sophie Schnyder (7) übt sie verschiedene Tricks. Sie lassen sich verrückte Übungen einfallen. So legen die Schüler die rotierenden Spinner einander auf die Stirn, die Schultern oder die Wirbelsäule.

Kinder warten vor der Tür, bis der Laden öffnet

Jedes Kind hat seinen Lieblingsspinner. Julian zeigt einen schwarzen Propeller aus Metall. «Dieser dreht sieben Minuten lang», erklärt er beeindruckt. Linda wünscht sich einen zweiten Spinner in Form eines Pandas. Doch so einfach ist das nicht: Ein Spinner lässt sich derzeit nur mit viel Glück in einem Laden erstehen. Überall heisst es: ausverkauft! Das führt sogar so weit, dass findige Kinder die begehrten Geräte bereits gegen ­einen kleinen Aufpreis auf dem Pausenplatz weiterverkaufen.

Die grosse Nachfrage bestätigen gleich mehrere Geschäfte: «Tut mir leid. Wir haben kein Stück mehr», sagt Stefanie Hurschler, stellvertretende Filialleiterin der Spielkiste in Luzern. «Wenn eine Lieferung eintrifft, sind gleichentags sämtliche Exemplare verkauft. Die laufen extrem gut.» Es gehe so weit, dass Kinder am Morgen vor verschlossener Tür beim Spielwarengeschäft warten in der Hoffnung, einen Fidget Spinner zu ergattern. Kürzlich ist am Morgen eine Lieferung von 100 Stück eingetroffen, am Abend waren alle weg. Dasselbe Szenario habe sich zwei Tage später wiederholt. Hurschler erzählt weiter: «Jeden Tag mussten wir Buben und Mädchen vertrösten.»

Ganz ähnlich tönt es etwa bei Manor in Luzern. Bisher wurde eine Stückzahl in fünfstelliger Höhe verkauft, heisst es auf Anfrage. Dieselbe Menge wurde nachbestellt. Bei Coop hat der Spinner-Trend bereits vor drei Wochen eingeschlagen. Verkaufszahlen nennt man uns nicht. Nur: «Durch den tiefen Preis verkaufen wir sehr grosse Stückzahlen.» In der Tat: Einen Spinner gibt es bereits ab 7 Franken. Auch bei der Migros bestätigt Sprecherin Antonia Reinhard: «In unseren Supermarktfilialen ist das Spielzeug aktuell ausverkauft. Ende Woche wird es wieder erhältlich sein.»

Auch der Onlinehandel blüht. Der Onlineshop «fidgetking.ch» wird überrannt von Anfragen. «Wir bestellten vor zwei Wochen 2000 Stück, derzeit haben wir noch wenige», sagt Geschäftsführer Fabian Henzmann. Die Ware auf seiner Website sei vorrätig, weshalb jeder Fidget Spinner am Tag nach der Bestellung bei den Kunden eintreffe. Seine Auftraggeber seien in acht von zehn Fällen Mütter. Hintergrund: «Seit langer Zeit haben wir mit dem Fidget Spinner wieder ein Spiel, das nicht am Computer oder Handy gespielt werden muss. Das freut die Eltern.»

Eifrig gedreht wird überall – auch in der Schule. «Der Fidget Spinner ist eine Alternative zum Antistressball oder Fingerskateboard», sagt Meinhard Gartenmann, Schulleiter in Sursee. «Es ist ein gutes Thema, um sich in der Pause auszutauschen und in der Fingerfertigkeit zu messen.» Und so gibt es auch bereits die ersten Regeln: Im Unterricht in Sursee sind die Propeller nicht erlaubt. Ursprünglich hatte der Spinner sogar einen therapeutischen Hintergrund. Es sollte als Hilfsmittel für Kinder mit Aufmerksamkeitsdefiziten oder Hyperaktivität dienen und beruhigend wirken. Deshalb sieht Gartenmann dem Trend gelassen entgegen: «Ich finde die Fidget Spinner unproblematisch.»

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