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Geschichte: Wie ein Luzerner nach Amerika auswanderte – und von Indianern erschossen wurde

Vinzenz Schärli wanderte am 3. Mai 1870 in die USA aus. Seine Militärkarriere als Vincent Charley fand jedoch ein jähes Ende. Diese und weitere Geschichten erzählt der neue Band «Heimatkunde Wiggertal».
Alexander von Däniken
Das siebte Kavallerieregiment mit Artillerie und Planwagen 1874 im Dakota-Territorium. (Bild: The National Archives, W. H. Illingworth/Heimatkunde Wig)

Das siebte Kavallerieregiment mit Artillerie und Planwagen 1874 im Dakota-Territorium. (Bild: The National Archives, W. H. Illingworth/Heimatkunde Wig)

Die Armut spülte im 19. Jahrhundert viele Luzerner ins Ausland. So auch Vinzenz Schärli, Sohn eines Schneiders aus Zell. In der Hoffnung auf ein besseres Leben erreichte der 21-Jährige 1870 die USA. Er lernte die Sprache, nannte sich fortan Vincent Charley. Nach zehn Monaten meldete er sich bei der amerikanischen Armee. Eingeteilt in der Kompanie D des siebten Kavallerie­regiments, bekam er es in den Südstaaten mit Krawallen des Ku-Klux-Klans zu tun.

Dann folgte der Ruf in den Norden, wo Schärlis Regiment 1873 und 1874 Vermessungsarbeiten an der kanadischen Grenze sichern musste. Statt politischer Interventionen gab es jetzt Feindseligkeiten mit Indianern. Diese entwickelten sich zu einem Feldzug der Armee gegen die verbündeten Sioux und Cheyenne. In der Schlacht am Little Bighorn River in Montana dann das tragische Ende: Ein Schuss riss den 27-Jährigen vom Pferd. Schwer verletzt wurde er zurückgelassen. Die Indianer hatten ihn umzingelt.

76. Ausgabe der «Heimatkunde Wiggertal»

Sehr detailliert hat Autor Alexander Roth das kurze Leben von Vinzenz Schärli nachgezeichnet. Diese und weitere Beiträge finden sich in der 76. Ausgabe der «Heimatkunde Wiggertal», welche kürzlich erschienen ist.

Welche Folgen die damalige Armut im Wiggertal hatte, zeigen weitere Beiträge im rund 240 Seiten zählenden Buch. Auch sonst erhält die Geschichte viel Platz: vom Beitrag zur Egolzwiler Schulgeschichte über die Gründe, weshalb Grossdietwil zwei Korporationen hat, bis zur Maturaarbeit über den Umgang mit dem Tod in den letzten hundert Jahren.

Auch Beiträge über Natur- und Umweltthemen rund um die Wigger kommen nicht zu kurz. So erfährt der Leser, warum sich die Rebfläche im Wiggertal in den letzten 20 Jahren verdoppelt hat. Oder wie Nebikon den Wandel vom Bauerndorf zur Industrie­gemeinde vollzogen hat.

Vom Familienforscher bis zum Sport

Ein weiteres Kapitel ist dem Begriff Heimat gewidmet. So gibt ein Porträt Einblicke in die Motivation von Alois Hodel aus Luthern als Familien- und Heimatforscher. Beiträge zu den Themen Religion, Musik und Kultur, Sport sowie Aktuelles runden das Buch ab. Es ist erhältlich in der Papeterie Spiegelberg in Reiden, in der Amtshauspapeterie Willisau, im Café Suter in Schötz, Wauwil und Willisau sowie in der Buchhandlung Untertor in Sursee. Es kann auch direkt bezogen werden bei Hansjörg Luterbach, Museum, Schötz, und Xaver Vogel, Panoramaweg 3, 6125 Menzberg. Es kostet 40 Franken.

Hinweis: Am Samstag, 1. Dezember, findet um 15 Uhr in der Steinacher-Halle in Hergiswil der Wiggertaler Heimattag statt. Das Thema: 2017 feierte Hergiswil sein 800-jähriges Bestehen.

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