AUSZEICHNUNG: Escholzmatt-Marbach erhält Demokratiepreis

Die Luzerner Gemeinde Escholzmatt-Marbach wird für ihr Fusionsprojekt mit dem zweiten Demokratiepreis der Neuen Helvetischen Gesellschaft-Treffpunkt Schweiz (NHG-TS) ausgezeichnet. Der so genannte Albert-Oeri-Preis ist mit 20'000 Franken dotiert.

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Fritz Lötscher ist Gemeindepräsident von Escholzmatt-Marbach. (Bild: Roger Grütter / Neue LZ)

Fritz Lötscher ist Gemeindepräsident von Escholzmatt-Marbach. (Bild: Roger Grütter / Neue LZ)

Das Fusionsprojekt der Gemeinden Escholzmatt und Marbach im Jahr 2013 vermöge mit aller Deutlichkeit erkennbar zu machen, wie eine starke demokratische Partizipation durch vom Souverän getragene Fusion erhalten und gefördert werden könne, teilte die NHG-TS am Freitag mit.

Das Siegerprojekt wurde einstimmig aus acht eingereichten Bewerbungen ausgewählt. Eine unabhängige Experten-Jury lobte "die grosse Ideenvielfalt" sowie das "besondere Einfühlungsvermögen" beim schrittweisen Heranführen der Bevölkerung an das Projekt. Alle Phasen seien klar und nachvollziehbar dokumentiert worden.

Die Jury beschloss zudem, das Fusionsprojekt "Aggregazione del Bellinzonese" ausdrücklich zu erwähnen. Es handle sich um ein ambitioniertes und komplexes Projekt, zu dem sich 17 Gemeinden der Umgebung von Bellinzona aufgemacht haben, eine Gemeinde mit gesamthaft 51'000 Einwohnern zu bilden.

Preis für Verdienste in Demokratie

Der Demokratiepreis wurde 2012 zum 250-Jahr-Jubiläum der NHG ins Leben gerufen. Er soll mindestens alles zwei Jahre für besondere Verdienste und innovative Beiträge zum Funktionieren der rechtsstaatlichen Demokratie ausgerichtet werden. Der erste Demokratiepreis ging 2013 an den Verlag "Loisirs et Pédagogie" in Le Mont-sur-Lausanne.

Die überparteiliche Vereinigung "Neue Helvetische Gesellschaft-Treffpunkt Schweiz" entstand durch die Fusion der beiden Partner Neue Helvetische Gesellschaft und Rencontres Suisses-Treffpunkt Schweiz (RS-TS) auf den 1. Januar 2007.

Die NHG wurde kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges gegründet, als die Meinungsverschiedenheiten zwischen Deutsch- und Westschweiz den inneren Frieden des Landes gefährdeten. Sie sah sich als Nachfolgerin der Helvetischen Gesellschaft, welche von 1761 bis 1858 zur Stärkung der Eidgenossenschaft und zur Bildung des Bundesstaates von 1848 beigetragen hatte.

Rencontres Suisses wurde 1945 nach dem Zweiten Weltkrieg gegründet mit dem Ziel, den Zusammenhalt des Landes zu stärken. 1999 fusionierte RS mit der jüngeren Organisation "Agir pour demain" zu Rencontres Suisses – Treffpunkt Schweiz. (sda)