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AUSZEICHNUNG: Sie machen Kriens zur Squash-Hochburg

Die Squashspieler Roman Allinckx und Patrick Miescher sind von ihrer Wohngemeinde Kriens geehrt worden. Ihre beruflichen Ziele sind ganz unterschiedlich: Der eine träumt von der Profisportkarriere, der andere sieht seine Zukunft im Tourismusbereich.
Ines Häfliger
Patrick Miescher (27, links) und Roman Allinckx (19) im Sportpark Pilatus im Krienser Schlund. (Bild: Nadia Schärli (14. Februar 2018))

Patrick Miescher (27, links) und Roman Allinckx (19) im Sportpark Pilatus im Krienser Schlund. (Bild: Nadia Schärli (14. Februar 2018))

Ines Häfliger

region@luzernerzeitung.ch

Die Rose konnte warten. Kürzlich fand die Sportlerehrung der Gemeinde Kriens statt (Ausgabe vom 1. Februar). Mit Roman ­Al­linckx und Patrick Miescher wurden gleich Squashspieler ausgezeichnet. Doch keiner der beiden Geehrten war vor Ort und konnte Blume und Diplom entgegennehmen. Allinckx bestritt zu diesem Zeitpunkt in Deutschland ein Turnier, Patrick Miescher verweilte aus beruflichen Gründen im Ausland.

Für den 27-jährigen Miescher wäre es bereits das dritte Ehrungsessen in Folge im Schloss Schauensee gewesen. Dieses Jahr wurde er für den dritten Platz an der Schweizer Squashmeisterschaft ausgezeichnet. Der 19-jährige Roman Allinckx holte ebenfalls Bronze an den U19-Europameisterschaften sowie Gold an der Junioren-Schweizer-Meisterschaft.

Finanzielle Mittel sind beschränkt

Beide sind seit dem Primarschulalter Mitglied beim Squash Club Pilatus, der seine Trainings in der Sporthalle im Krienser Schlund abhält. Dank des Vereins, der 1985 gegründet worden ist und rund 100 Mitglieder zählt, ist Kriens gewissermassen zu einer Squash-Hochburg geworden. Neben dem engagierten Trainer Pascal Bruhin ist die Teamdynamik Teil des Erfolgsgeheimnisses: Einerseits motivieren die Mitglieder einander, ins Training zu kommen, andererseits spornt der vereinsinterne Konkurrenzkampf die Spieler zu Höchstleistungen an.

Doch in finanzieller Hinsicht genügt die eigene Maximalleistung oft nicht. Da Squash keine breiten Massen erreicht, fehlen die finanziellen Mittel. Um vom Squash leben zu können, müsse man zu den weltweit besten 50 Spielern gehören, sagt Patrick Miescher. Er steht auf Platz 314, Roman Allinckx belegt Rang 193.

Mehr Aufmerksamkeit dank technischem Fortschritt?

Doch die beiden sind zuversichtlich, was die Zukunft des Sports anbelangt. Verbesserte Aufnahmetechnologien und transparente Spielwände erhöhten die Publikumsaufmerksamkeit, so Patrick Miescher. «Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis Squash aus seinem Schattendasein tritt», ist Roman Allinckx überzeugt. Doch die beiden spielen nicht Squash, um damit reich zu werden. Für sie ist der Ballsport eine Herzensangelegenheit. Denn das Spiel beinhalte viel mehr, als Bälle an die Wände zu schlagen: Um den Gegner auszutricksen, sei das taktische Verständnis zentral, so Patrick Miescher. «Keine andere Sportart vereint diese Kombination aus Schnelligkeit und Mentalem so gut wie Squash.»

Die Prioritäten verschieben sich

So begeistert Patrick Miescher vom Squashspiel auch ist – mittlerweile setzt er andere Prioritäten. Momentan absolviert er in Peking ein einjähriges Marketingpraktikum bei der Deutschen Internationalen Handelskammer. Seine Zukunft sieht der Luzerner im Tourismus, nicht mehr im Squash.

Dennoch ist Patrick Miescher dankbar für seine Erfahrungen als Sportler: «Squash hat mich weitergebracht: Ich habe viele neue Leute getroffen und an meiner Disziplin gearbeitet.» Auch wenn er heute weniger intensiv trainiert, bleibt Squash seine grösste Leidenschaft, der er auch in Peking nachgeht. Dort nimmt Miescher regelmässig an Turnieren teil – doch dies «mehr aus Fun», wie er betont.

Für Roman Allinckx dagegen wäre es derzeit unvorstellbar, in einem Büro zu arbeiten. Still auf dem Stuhl zu sitzen, fällt dem U19-Schweizer-Meister schwer. Angesprochen auf seinen Berufswunsch, kommt die Antwort wie aus der Pistole geschossen: «Squash-Profi!»

20 Stunden Training pro Woche

Für diesen Traum gibt Roman Allinckx alles. Pro Woche trainiert der Krienser 20 Stunden. Als Sportgymnasiast an der Kantonsschule Alpenquai ist dieser hohe Zeitaufwand kein Problem. Während er im Sportzentrum an seiner Schusstechnik feilt, verbringen Gleichaltrige den Abend in der Bar oder vor der Spielkonsole. Der ambitionierte Allinckx betrachtet das nicht als Verzicht. Genauso reif ist seine Einstellung gegenüber von Rückschlägen: «Jede Enttäuschung bringt mich ein Stück näher an mein Ziel», sagt der Sportgymnasiast.

Wenn sich seine sportlichen Ambitionen fürs Jahr 2018 erfüllen, darf Roman Allinckx nächsten Winter also erneut auf die Krienser Sportlerehrung hoffen. Und vielleicht kann er dann die Rose und das Diplom sogar persönlich entgegennehmen.

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