Auszeichnung Watt d'Or
Horwer Wohn- und Atelierhaus produziert 50 Prozent mehr Energie, als es verbraucht

«Klimafreundlich, ressourcenschonend, kostengünstig»: Das Bundesamt für Energie adelt ein neues Horwer Wohn- und Atelierhaus, das aus 99 Holzmodulen besteht, mit dem Watt-d'Or-Preis.

Roman Hodel
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Zum 15. Mal hat das Bundesamt für Energie den Schweizer Energiepreis Watt d'Or verliehen. In der Kategorie Gebäude und Raum geht die Auszeichnung dieses Jahr an den Luzerner Unternehmer Walter Schär für sein Anfang 2021 fertiggestelltes Wohn- und Atelierhaus Neuraum an der Altsagenstrasse in Horw, wie das Bundesamt mitteilt. Die Preisübergabe fand am Donnerstag in Bern statt.

Das Wohn- und Atelierhaus an der Altsagenstrasse in Horw.

Das Wohn- und Atelierhaus an der Altsagenstrasse in Horw.

Bild: PD

Die Schaerraum AG setzte bei dem Gebäude erstmals auf einen eigens entwickelten, modularen Raumraster von 3,5 mal 3,5 mal 3 Meter. Aus 99 solchen Holzmodulen bildeten die Unit Architekten aus Hergiswil die oberen vier Geschosse. Einzig das Sockelgeschoss und das Treppenhaus bestehen aus Beton. Die Bauzeit betrug dadurch nur acht Monate. Die Haustechnik ist in jeder Wohnung in einem vorgefertigten Modul untergebracht, mit Badezimmer, Küchenspüle, Heizung, Kühlung und Lüftung.

In diesem Modul ist die Haustechnik untergebracht.

In diesem Modul ist die Haustechnik untergebracht.

Bild: PD

Mietpreise liegen rund 20 Prozent unter dem ortsüblichen Durchschnitt

Durch die Koppelung der Klimatechnik mit Energiepfählen, Wärmepumpe, Solaranlagen auf Dach und Carport und Batteriespeicher produziert das Gebäude rund 50 Prozent mehr Energie, als es verbraucht. Zudem lägen die Mietpreise dank der wirtschaftlichen Bauweise rund 20 Prozent unter dem ortsüblichen Durchschnitt von Neubauwohnungen, heisst es in der Mitteilung. Ein 50 Quadratmeter grosses Studio kostet netto 900 Franken im Monat. Das Bundesamt für Umwelt begründet die Preisvergabe so:

«Das Modell RaumRaster von Schaerraum AG ist für den Bau von Mehrfamilienhäusern aus Holz ein vielversprechender Ansatz, um klimafreundlich, ressourcenschonend und kostengünstig zu bauen.»
Ansicht des Gebäudes von der Altsagenstrasse her.
7 Bilder
Hier ist das Rasterprinzip mit den einzelnen Modulen gut erkennbar.
Auch die Loggias sind natürlich dem Modulprinzip unterworfen.
Blick in die Küche einer Maisonette-Wohnung.
In diesem Modul ist die Haustechnik inklusive Küchenspüle und Badezimmer untergebracht.
Blick in eine Maisonette-Wohnung während der Bauphase.
Initiant Walter Schär auf einer Loggia während der Bauphase.

Ansicht des Gebäudes von der Altsagenstrasse her.

Bild: PD

Wie die Schaerraum AG in einer Medienmitteilung schreibt, ist der Watt-d’Or-Preis für Walter Schär auch eine Anerkennung, «dass ich mit meiner Arbeit einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leiste und damit der nächsten Generation ein Leben in einer guten Welt ermögliche».

Initiant Walter Schär auf einer Loggia während der Bauphase.

Initiant Walter Schär auf einer Loggia während der Bauphase.

Bild: hor

Sein Antrieb sei seine Enkeltochter: «Ich frage mich, welche Welt sie vorfindet, wenn sie einst in meinem Alter ist.» Das modulare Holzhaus sieht Schär nicht zuletzt als Prototyp, etwa für Wohnbaugenossenschaften. Zu unserer Zeitung sagte er im September 2020: «Wenn es hier funktioniert, warum nicht woanders und vor allem grösser?»