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AUTOBAHN: Auf der A 14 häufen sich die Unfälle

Sechs schwere Auffahrunfälle innert gut drei Wochen: Die Polizei ist besorgt, aber machtlos.
Christian Glaus
Unfall am 2. Dezember mit fünf Autos bei Buchrain, Fahrtrichtung Zug. (Bild Luzerner Polizei)

Unfall am 2. Dezember mit fünf Autos bei Buchrain, Fahrtrichtung Zug. (Bild Luzerner Polizei)

  • Drei Verletzte, 100 000 Franken Sachschaden: Das ist die Bilanz eines Auffahrunfalls am letzten Mittwochnachmittag auf der Autobahn A 14 bei Buchrain in Fahrtrichtung Zug. Gleich fünf Autos waren involviert. ()
  • Keine Verletzten, 10 000 Franken Sachschaden: Nur zwei Tage zuvor waren ebenfalls fünf Autos in einen Unfall auf der Autobahn A 14 in Fahrtrichtung Zug beim Tunnel Rathausen verwickelt ().
  • Ein Verletzter, 35 000 Franken Sachschaden: Am 19. November kam es auf der Autobahn A 14 bei der Verzweigung EmmenSüd Richtung Luzern zu einem Auffahrunfall mit fünf Autos und einem Lieferwagen ().

Die Liste liesse sich beliebig verlängern. Seit Mitte November versandte die Luzerner Polizei sechs Medienmitteilungen zu Unfällen auf der Autobahn A 14. Aber nicht jeder Unfall wird von der Polizei mitgeteilt oder registriert. Im Oktober zählte die Luzerner Polizei auf dieser Autobahn zehn Unfälle, davon sieben Auffahrunfälle.

Im Rathausentunnel krachen am 18. Februar 2016 im Morgenverkehr fünf Autos ineinander. Zwei Personen werden verletzt. (Bild: Luzerner Polizei)
03.12.2015: Aufffahrunfall bei Buchrain. Drei Personen verletzt. Sachschaden: 100'000 Franken. (Bild: Luzerner Polizei)
30.11.2015: Auffahrkollision im Baustellenbereich vor dem Tunnel Rathausen. Involviert waren fünf Autos. Verletzt wurde niemand. Sachschaden: mehrere 10'000 Franken. (Bild: Luzerner Polizei)
20.11.2015: Auffahrunfall mit fünf Autos und Lieferwagen in Ebikon. (Bild: Luzerner Polizei)
Ein Fahrzeuglenker wurde verletzt. Sachschaden: 35'000 Franken. (Bild: Luzerner Polizei)
12.11.2015: Auffahrunfall mit vier Autos in Buchrain. Verletzt wurde niemand. Sachschaden: 20'000 Franken. (Bild: Luzerner Polizei)
07.10.2015: Zwei Auffahrkollisionen in Dietwil und Inwil. Involviert waren fünf Autos. Eine Person wurde verletzt. Sachschaden: Mehrere 10'000 Franken. (Bild: Zuger Polizei)
21.04.2015: Auffahrunfall zwischen zwei Autos bei Rotkreuz. Verletzt wurde niemand. Sachschaden: mehrere 10'000 Franken. (Bild: Zuger Polizei)
17.04.2015: Auffahrkollision zwischen vier Fahrzeugen. Eine Autofahrerin wird beim Unfall leicht verletzt. Sachschaden: 20'000 Franken. (Bild: Luzerner Polizei)
23.01.2015: Auffahrkollision zwischen fünf Autos bei Buchrain. (Bild: Luzerner Polizei)
Eine Autofahrerin wird leicht verletzt. Sachschaden: 60'000 Franken. (Bild: Luzerner Polizei)
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Auf A14 häufen sich die Unfälle

70 Prozent sind Auffahrunfälle

Die A 14 ist bekanntlich ein Unfall-Hotspot. Doch in den letzten Tagen und Wochen erlebte die Polizei «eine unruhige Phase», wie Franz-Xaver Zemp, Chef des Fachbereichs Verkehr feststellt. «Es ist betrüblich, wie viele Auffahrunfälle sich auf dieser Autobahn ereignen. Das macht uns Sorgen.» Rund 70 Prozent seien Auffahrunfälle. Pendler und Verkehrspolizisten wissen es: Morgens Richtung Zug und abends Richtung Luzern ist die Gefahr eines Auffahrunfalls besonders hoch. Dann fahren die meisten Autos auf der Schnellstrasse, auf der grösstenteils Höchstgeschwindigkeit (120 km/h) erlaubt ist.

Weshalb es gerade jetzt zu dieser Unfallserie auf der A 14 kommt, kann Zemp nicht erklären. Fakt ist aber, dass die grosse Verkehrsmenge die Autofahrer fordert oder überfordert. Wurden im Jahr 2000 auf der Höhe Ebikon noch rund 45 000 Fahrzeuge pro Tag gezählt, sind es 2014 bereits über 71 000. Eine Zunahme von rund 58 Prozent – Tendenz weiterhin steigend. Unter anderem die Inbetriebnahme des Autobahnabschnitts Zug–Zürich durch das Knonaueramt und des Anschlusses Buchrain machten die A 14 attraktiver.

Bei Auffahrunfällen gibt es vor allem zwei Ursachen: Die Lenker halten zu wenig Abstand, sie sind abgelenkt, oder gleich beides tritt ein. In diesen Fällen drohen empfindliche Strafen (siehe Kasten). Die Unfälle sind also eine Folge des Fahrverhaltens und liessen sich leicht vermeiden. «Vielen Lenkern fehlt der Verkehrssinn», sagt Franz-Xaver Zemp. Vorausschauend fahren, genügend Abstand halten und unnötige Spurwechsel oder abrupte Manöver vermeiden – das sind die Tipps des Polizisten. «Wechselt ein Auto in dichtem Verkehr unvorsichtig die Spur, muss das nachfolgende Auto stark abbremsen. Das nächste Auto muss noch stärker bremsen, und so weiter. Der Effekt verstärkt sich also immer mehr – bis es staut.» Und möglicherweise kracht.

Ein Patentrezept, wie sich die vielen Unfälle auf dem Autobahnabschnitt verhindern liessen, gibt es laut Franz-Xaver Zemp nicht. Die Polizei könne mit Kampagnen auf das richtige Fahrverhalten aufmerksam machen oder mit Kontrollen repressiv wirken. In den Jahren 2012 und 2013 lief die Kampagne «Keine Ablenkung. Weniger Unfälle.» Eine ähnliche Kampagne wolle man 2016 wieder lancieren.

Hilft Temporeduktion?

Auch Geschwindigkeits- und Abstandkontrollen führt die Polizei durch. Hält ein Lenker zu wenig Abstand, muss er mit einer Anzeige rechnen. Doch im Morgen- und Feierabendverkehr, dann wenn sich die meisten Auffahrunfälle ereignen, seien gezielte Abstandskontrollen nicht möglich. Zemp: «In der Rushhour machen solche Kontrollen keinen Sinn. Dann müssten wir faktisch fast alle Autofahrer büssen.»

Doch würde nicht eine Temporeduktion Sinn machen – damit die Autofahrer nicht mit 120 Stundenkilometern auf das Stauende auffahren? «Temporeduktionen werden in Fachkreisen immer wieder diskutiert», sagt Zemp. Eine solche Massnahme mache für eine ganze Autobahn aber keinen Sinn, die Temposignalisation müsse ins Gesamtverkehrskonzept passen. Zuständig hierfür ist das Bundesamt für Strassen (Astra).

Astra: «Autobahn ist nicht Schuld»

Laut Astra-Sprecherin Esther Widmer ist für den gesamten Raum Luzern eine dynamische Geschwindigkeitssignalisation geplant. Bei dichtem Verkehr wird die erlaubte Höchstgeschwindigkeit automatisch reduziert. Inbetriebnahme: Mit dem Bypass Luzern, der wohl frühestens 2030 kommt. Eine Temporeduktion oder bauliche Anpassungen seien nicht vorgesehen. Widmer: «Es gibt keine Hinweise darauf, dass die Infrastruktur an den Unfällen Schuld ist.»

Ausweisentzug und Busse

Auffahrunfälle ereignen sich meistens, weil Autofahrer zu nahe auffahren oder abgelenkt sind. Die Unfallverursacher müssen mit einem Strafverfahren durch die Staatsanwaltschaft rechnen. Laut Simon Kopp, Mediensprecher der Luzerner Staatsanwaltschaft, kommt es regelmässig zu Verurteilungen wegen fahrlässiger Körperverletzung. Dies ist oft verbunden mit Geldstrafen, Bussen und Verfahrenskosten. Bei rechtskräftiger Verurteilung gibt es einen Eintrag im Strafregister. Häufigste Administrativmassnahme ist der Führerausweisentzug für mindestens einen Monat; hat der betreffende Automobilist bereits in der Vergangenheit Verkehrswiderhandlungen begangen, erhöht sich die Entzugsdauer entsprechend.

Am 19. November waren sechs Fahrzeuge... (Bild Luzerner Polizei)

Am 19. November waren sechs Fahrzeuge... (Bild Luzerner Polizei)

... in einen Unfall bei Emmen Süd verwickelt (Bild Luzerner Polizei)

... in einen Unfall bei Emmen Süd verwickelt (Bild Luzerner Polizei)

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