AUTOBAHNZUBRINGER: Die Gemeinde Rothenburg sucht Alternativen

Durch den neuen Autobahnanschluss befürchten Anwohner mehr Verkehr. Die Gemeinde nimmt ihre Anliegen auf. Zu spät?

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Einwohner Rothenburgs wollen keinen Autobahnzubringer in ihrer Wohngegend. Im Bild das Land, wo dereinst ein Möbelhaus entstehen soll. (Bild Boris Bürgisser/Neue LZ)

Einwohner Rothenburgs wollen keinen Autobahnzubringer in ihrer Wohngegend. Im Bild das Land, wo dereinst ein Möbelhaus entstehen soll. (Bild Boris Bürgisser/Neue LZ)

Der Gemeinderat von Rothenburg hat eine Studie in Auftrag gegeben. Auftrag: Es soll geprüft werden, ob eine Nordumfahrung sinnvoll wäre, wie viel diese kosten würde und welche Auswirkungen sie auf die Quartiere in Rothenburg hätte. Kostenpunkt der Studie: rund 110'000 Franken.

Für den Autobahnanschluss und gegen den Zubringer
Gemeindepräsident Reto Wyss erklärt: «Wir wollen keine Sandkastenübung machen, sondern mit der Studie ernsthaft abklären, ob eine solche Umfahrung Sinn machen würde. Darum ist sie uns auch etwas wert.»
Die Studie ist eine Antwort auf die Stimmen aus der Bevölkerung, welche andere Zubringervarianten zum geplanten Autobahnanschluss Rothenburg fordern. Der Anschluss ist vom Bund bewilligt, rund 70 Einsprachen sind abgewiesen worden. Allerdings können die Einsprecher bis Ende August noch von ihrem Beschwerderecht Gebrauch machen.

Zu den Einsprechern gehören unter anderem auch Anwohner von der Stations- und der Rosengartenstrasse. Über diese beiden Strassen soll der Verkehr vom Gebiet Rain/Bertiswil zur Autobahn rollen. Die Einsprecher haben nach eigenen Angaben nichts gegen den Autobahnanschluss, gegen den Zubringer hingegen schon. Ob sie allerdings eine Beschwerde auf ihre abgewiesene Einsprache einreichen werden, ist noch offen.

Detailliert Auskunft geben über eine Umfahrung kann Gemeindepräsident Wyss jedoch bis Ende August nicht. Denn konkrete Ergebnisse liegen noch keine vor. Diese erwartet Roth erst im Frühjahr 2009.

Eine Verzögerung von Monaten oder Jahren droht
Der Rothenburger Autobahnanschluss ist bereits seit vielen Jahren ein Thema. Erst jetzt aber beginne der Gemeinderat ernsthaft damit, Alternativrouten zu suchen, heisst es von Seiten der Anwohner. Warum so spät? Gemeindepräsident Reto Wyss entgegnet: «Der Kanton Luzern hat bereits viele mögliche Umfahrungsvarianten geprüft. Er kam zum Schluss, dass es am besten sei, auf eine solche Umfahrung zu verzichten.» Es gebe fast keine Variante mehr, die nicht schon näher angeschaut worden sei. Trotzdem: Der Gemeinderat nehme die Sorgen der Bevölkerung ernst und lasse deshalb diese Studie erstellen.

Ob der Autobahnanschluss noch in diesem Jahr gebaut werden kann, hängt von den Beschwerden ab, die allenfalls weitergezogen werden. Dann könnte sich der Bau um Monate, wenn nicht um Jahre verzögern. Wyss will beim Gespräch mit den Anwohnern aber nicht Druck auf sie ausüben. Denn: «Die Anwohner wissen selbst, welche Bedeutung der Anschluss für Rothenburg hat.»

Christian Bertschi

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Montag in der Neuen Luzerner Zeitung.