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Autofahrer stehen hinter Luzerner Tiefbahnhof

Die Mitglieder der TCS-Sektion Waldstätte wollen den öffentlichen Verkehr fördern. Dies zeigt eine repräsentative Umfrage, die unserer Zeitung exklusiv vorliegt. Mehr Tempo-30-Zonen und höhere Parkplatzgebühren kommen indes nicht in Frage.
Alexander von Däniken

Fahren Kanton und Stadt Luzern auf dem Holzweg oder gibt es verkehrspolitische Hoffnungsschimmer? Das will die TCS-Sektion Waldstätte genau wissen. Zusammen mit dem Umfrageinstitut Demoscope hat sie im Frühling unter ihren gut 60 000 Mitgliedern in Luzern, Nid- und Obwalden eine Umfrage durchgeführt. Die 2161 Antworten sind gemäss Werner Reimann, dem Umfrageverantwortlichen bei Demoscope, repräsentativ für die Mitglieder der TCS-Sektion Waldstätte, zumal die Ergebnisse mit der tatsächlichen Mitgliederstruktur gewichtet worden seien.

Die Resultate, die unserer Zeitung exklusiv vorliegen, überraschen. 77 Prozent der TCS-Mitglieder sprechen sich zum Beispiel für die Förderung des öffentlichen Verkehrs in der Stadt Luzern aus. Allerdings sollen gleichzeitig auch die Autos gegenüber dem ÖV sowie dem Velo- und Fussverkehr nicht benachteiligt werden (74 Prozent, siehe Grafik).

Drei Viertel wollen an Ampel weniger lang warten

Auch befürworten die TCS-Mitglieder den Bau zusätzlicher Velowege (63 Prozent) und Busspuren (61 Prozent). Von den verkehrspolitischen Massnahmen am meisten Zuspruch erhält die Reduktion der Wartezeiten an Verkehrsampeln (73 Prozent). Am unpopulärsten sind der Ausbau von Tempo-30-Zonen (68 Prozent Ablehnung) und höhere Parkplatzgebühren (84 Prozent).

Was die anstehenden Grossprojekte betrifft, ist jeweils eine Mehrheit für den Bypass, welcher die Stadtautobahn entlasten soll (81 Prozent), für den dazugehörenden Autobahnzubringer Spange Nord (76 Prozent) und sogar für den Tiefbahnhof (73 Prozent).

Peter Schilliger, Präsident der TCS-Sektion Waldstätte, sieht sich in der Meinung des Vorstands bestätigt: «Es geht nicht um die Bevorzugung eines Verkehrsträgers, sondern darum, den vorhandenen Platz allen Verkehrsteilnehmern bestmöglich zur Verfügung zu stellen.» Geschäftsführer Alexander Stadelmann ergänzt, dass der TCS zwar nach aussen als Autolobby bezeichnet werde, «aber die wenigsten Mitglieder ausschliesslich mit dem Auto oder Töff unterwegs sind».

Mehr Platz für alle Verkehrsteilnehmer: Wie soll das gehen? FDP-Nationalrat Schilliger verweist auf die Idee eines Grosskreisels in der Luzerner Neustadt: «Der Einbahnbetrieb würde allen Verkehrsmitteln gerecht werden.» Der Zeitpunkt für die Umfrage, die weniger 10 000 Franken gekostet hat, habe nichts mit aktuellen Themen wie der Parkhausfrage zu tun, so Schilliger: «Wir wollen einfach den Puls der Mitglieder fühlen.»

Verkehrspolitiker fühlen sich bestätigt

Die Umfrageergebnisse der TCS-Sektion Waldstätte stossen beim VCS auf offene Ohren. Michael Töngi, Präsident von VCS Luzern, erklärt auf Anfrage: «Interessant ist, dass selbst unter den TCS-Mitgliedern die Förderung des öffentlichen Verkehrs gleich stark gefordert wird wie das Vorwärtskommen der Autos. Auch die Schaffung von Busspuren und Velowegen wird befürwortet. Selbst die Bevorzugung des ÖV gegenüber dem Auto erhält mehr Zustimmung als Ablehnung!»

Dies zeige, dass die Verkehrspolitik der Stadt Luzern selbst von den TCS-Mitgliedern mehrheitlich unterstützt werde – «ganz im Gegensatz zur Verbandsspitze, die oft auf Konfrontationskurs gegenüber der Stadt Luzern geht», so Töngi.

«Zeigt, dass wir auf richtigem Weg sind»

Regierungsrat Robert Küng (FDP) erklärt zur Umfrage: «Eine überwiegende Mehrheit der Befragten spricht sich für die Spange Nord und für den Bypass aus. Dasselbe gilt für den Bau des Durchgangsbahnhofs. Dies zeigt, dass wir mit unserer kantonalen Verkehrspolitik auf dem richtigen Weg sind und unsere Strategie bezüglich dem motorisierten Individualverkehr sowie dem öffentlichen Verkehr durch die Bevölkerung bestätigt wird.» Mit der Spange Nord und dem Durchgangsbahnhof gehe der Kanton das künftige Mobilitätswachstum gesamtheitlich an. «Ein Vorgehen, welches nun auch durch die vom TCS durchgeführte Umfrage klar bekräftigt wird.»

Auch der Stadtluzerner Mobilitätsdirektor Adrian Borgula (Grüne) findet die hohe Zustimmung für ÖV-Massnahmen wie den Durchgangsbahnhof erfreulich. «Ob hier primär pragmatische Argumente – Mobilitätswachstum ist nur so zu bewältigen – oder teils auch Eigeninteressen Autofahrender – Strasse wird entlastet – ausschlaggebend sind, spielt keine Rolle. Wir streben einen besseren Verkehrsfluss an: Mit dem Gesamtverkehrskonzept, das wir zusammen mit dem Kanton, der Verkehrsverbund und Luzern Plus entwickelt haben und umsetzen.» (avd)

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