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Autofreie Bahnhofstrasse: Stadt Luzern investiert 20 Millionen Franken

Dieses Projekt braucht Zeit und Geld: Bis in Luzern die Bahnhofstrasse definitiv autofrei und umgestaltet ist, dürfte es 2023 werden. Grund für die Verzögerung sind zusätzliche Planungsarbeiten. Dafür gibt es zusätzlich eine grosse unterirdische Velostation.
Hugo Bischof
So sieht das 2016 vorgestellte Siegerprojekt «Take a walk on the bright side» für die Umgestaltung der Luzerner Bahnhofstrasse aus. (Visualisierung: PD)

So sieht das 2016 vorgestellte Siegerprojekt «Take a walk on the bright side» für die Umgestaltung der Luzerner Bahnhofstrasse aus. (Visualisierung: PD)

Die Neugestaltung der Bahnhofstrasse und des Theaterplatzes kann nicht wie geplant Ende 2019, sondern erst 2023 abgeschlossen werden. Dies teilte der Luzerner Stadtrat am Donnerstag mit. «Hauptursache dafür ist, dass die Neugestaltung der Bahnhofstrasse viel komplexer ist als angenommen», sagt Stadtrat Adrian Borgula (Grüne). 2013 hatten die Luzerner Stimmberechtigten eine Initiative gutgeheissen, die verlangt, dass die am linken Reussufer gelegene Bahnhofstrasse zwischen der Seebrücke und dem Theater autofrei wird.

Man habe die Planungs- und Projektierungskosten zu tief eingeschätzt. Unterschätzt worden seien insbesondere die Aufwendungen für den Landschaftsarchitekten des Siegerprojektes «Take a walk on the bright side» sowie die Aufwendungen für die Ingenieurgemeinschaft. So erweise sich zum Beispiel die Abstimmung der Planung für die Oberflächenarbeiten mit jener für die Verlegung, den Schutz und die Sanierung der zahlreichen Werkleitungen an diesem zentralen Ort als viel schwieriger als angenommen.

Stadtrat beantragt Zusatzkredit

Ein weiterer Grund für die Verzögerungen ist gemäss Borgula, dass während der Planung weitere Projekte hinzukamen, die Auswirkungen auf das Gesamtprojekt hätten: «Dazu gehören das Luzerner Theater, die Fernwärmeleitung von der Seidenhofstrasse über die Bahnhofstrasse bis zum Hirschengraben sowie die Planung einer neuen Velostation unter der Bahnhofstrasse.» Der Stadtrat beantragt beim Parlament für die weitere Planung einen Zusatzkredit von 1,3 Millionen Franken. 600'000 Franken davon, die normalerweise erst mit dem Baukredit beantragt würden, sollen dafür sorgen, dass der Baustart möglichst früh erfolgen kann. Insgesamt belaufen sich die Kosten für die Umgestaltung der Bahnhofstrasse somit auf 6,8 Millionen Franken – 800'000 Franken mehr als ursprünglich geplant.

Einen Zusatzkredit von weiteren 2,05 Millionen Franken braucht es für die Planung einer unterirdischen Velostation unter der Bahnhofstrasse. Die 106 Meter lange und 12 Meter breite Station soll knapp 1100 Abstellplätze umfassen. Sie soll im Perimeter Bahnhofplatz bis Seidenhofstrasse entstehen und eine direkte Verbindung zur Bahnhofunterführung aufweisen. Die Zu- und Wegfahrt erfolgt über eine Rampe vor dem Swisscom-Gebäude. «Eine Machbarkeitsstudie hat gezeigt, dass dies die einzige praktikable und mit dem Durchgangsbahnhof kompatible Lösung ist, die auch aus verkehrlicher Sicht überzeugt», sagt Martin Urwyler, Projektleiter Mobilität.

Unter der Bahnhofstrasse soll es eine unterirdische Velostation geben. (Visualisierung: PD)

Unter der Bahnhofstrasse soll es eine unterirdische Velostation geben. (Visualisierung: PD)

Velostation kostet insgesamt 13,4 Millionen Franken

Der Bau der Velostation soll 11,4 Millionen kosten. Das sind pro Veloabstellplatz rund 11'000 Franken. Inklusive Planungskredit sind es rund 13,4 Millionen Franken. «In anderen Städten rechnet man mit ähnlichen Kosten», sagt Urwyler. Ob die Veloabstellplätze kostenpflichtig sein werden, ist noch nicht entschieden. Die gleichzeitige Planung und Realisierung der Neugestaltung der Bahnhofstrasse und der Velostation bieten gemäss Urwyler zahlreiche Chancen: «Synergien können genutzt, der Koordinationsaufwand kann gesenkt und das Risiko von weiteren Verzögerungen kann reduziert werden.» Mit der Velostation könne das Veloparkierungsproblem in der Bahnhofstrasse gelöst werden. «Dadurch werden die Voraussetzungen geschaffen, die ganze Bahnhofstrasse auf einmal autofrei zu machen.»

Einen weiteren Nachtragskredit von 240'000 Franken beantragt der Stadtrat für eine vorzeitige Teilsperrung der Bahnhofstrasse vom Theaterplatz bis zur Seidenhof­strasse. Sie soll 2020 umgesetzt werden, «allerdings nur, wenn eine adäquate Zwischennutzung des freigespielten Raumes gesichert ist», so der Stadtrat. SP, Grüne und GLP hatten die Teilsperrung in einem Postulat gefordert, allerdings schon ab Ostern 2019.

Der Grosse Stadtrat wird über die drei Kreditanträge voraussichtlich am 20. Dezember entscheiden. Der Stadtrat bedauert die Verzögerungen, ist aber überzeugt, dass sich die aufwendigen Zusatzabklärungen langfristig lohnen. 2023 sollen die Velostation realisiert, die Bahnhofstrasse neugestaltet und vom Theaterplatz bis zum Bahnhofplatz eine Begegnungszone eingeführt sein.

SP beharrt auf Teilsperrung ab Ostern 2019

Dass der Stadtrat die Umgestaltung der Bahnhofstrasse zum Anlass nimmt, unterirdische Parkierungsmöglichkeiten für Velos zu ermöglichen, nimmt die SP «erfreut zur Kenntnis». Die Partei, die mittels einer 2013 angenommenen Initiative die Umgestaltung der Bahnhofstrasse gefordert hat, besteht aber auf der vorzeitigen Teilsperrung ab Karfreitag 2019. Dass die Umsetzung so lange dauert, sei bedauerlich. Bereits 2015 habe die SP einen verbindlichen Termin verlangt: «Damals stellte die Stadt 2019 in Aussicht, jetzt ist von 2023 die Rede – das Vertrauen wird hüben wie drüben arg strapaziert.»

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