Kommentar

Autofreie Luzerner Bahnhofstrasse: Unnötige Zusatzrunde

Vom Volksentscheid für eine autofreie Bahnhofstrasse in Luzern bis zu dessen Umsetzung hat es sieben Jahre gedauert – auch wegen eines nutzlosen und vermeidbaren Manövers.

Simon Mathis
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Simon Mathis.

Simon Mathis.

Pius Amrein/Luzerner Zeitung

Ein Rechtsstreit um die Stadtluzerner Bahnhofstrasse ist abgewendet. Die Luzerner Kantonalbank (LUKB), sechs weitere Beschwerdeführer und der Stadtrat haben sich zusammengerauft. Jetzt geht es viel schneller als gedacht: Schon ab Juli sind weite Teile der Bahnhofstrasse autofrei.

Und doch muss man sich fragen, ob dieses letzte Kapitel wirklich nötig war. LUKB und Stadtrat schreiben in ihrer gemeinsamen Mitteilung, sie hätten mit ihrer aussergerichtlichen Einigung eine Teilsperrung «ermöglicht». Das ist beschönigend. Denn letztlich hat sich an den Plänen für die Sperrung samt der geplanten flankierenden Massnahmen seit Beginn des Streits nichts Wesentliches geändert.

Beide Parteien haben unglücklich agiert. Mit der Beschwerde hat die Bank viel Staub aufgewirbelt und sich dem Vorwurf ausgesetzt, die autofreie Bahnhofstrasse zu blockieren. Gleichzeitig hat es der Stadtrat seit Jahren versäumt, ein taugliches Verkehrskonzept vorzulegen. So lange, bis er vom Parlament zu einer Hauruck-Übung gezwungen wurde, was wiederum den Widerstand der Bank provozierte.

Mit der Teilsperrung ist endlich der erste wichtige Schritt zur Umsetzung der Volksinitiative von 2013 getan. Bleibt zu hoffen, dass sich der Stadtrat bei den weiteren Etappen der baulichen Aufwertung geschickter anstellt.

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