AUTOMARKT: Verkauf: Luzerner Opel-Fans sehen Chancen

Die Übernahme des deutschen Automobilherstellers Opel durch Peugeot lässt Liebhaber dieser Automarke in unserer Region nicht kalt. Einige zeigen sich überrascht, anderen tut’s im Herzen weh.
Roger Rüegger
Josef Müller, Präsident des Mantaclubs Innerschweiz, mit seinem Liebhaberstück. (Bild: Boris Bürgisser (Emmenbrücke, 7. März 2017))

Josef Müller, Präsident des Mantaclubs Innerschweiz, mit seinem Liebhaberstück. (Bild: Boris Bürgisser (Emmenbrücke, 7. März 2017))

Roger Rüegger

roger.rueegger@luzernerzeitung.ch

«Es gab schon lange Diskussionen, dass die Amerikaner Opel abstossen werden», sagt Josef Müller in seiner Garage in Emmenbrücke. Der als Josi bekannte Opel-Liebhaber ist Präsident des Mantaclubs Innerschweiz und besitzt mehrere Opel-Modelle.

Dass der deutsche Automobilhersteller von seinem amerikanischen Besitzer General Motors (GM) (seit 1929) für 1,3 Milliarden Euro an die französische Peugeot-Citroën-Gruppe PSA verkauft wurde, macht ihm nichts aus. «Opel war mit heckgetriebenen Modellen lange amerikanisch orientiert. Ich denke, für die Marke ist der Wechsel ein Vorteil und eine Chance, sich neu auszurichten.»

Amerikaner witterten Konkurrenz

Roger Staub aus Hochdorf, langjähriger Präsident des vor zwei Jahren aufgelösten GT-Plausch-Clubs, teilt Müllers Meinung. «Opel kann sich nun weiterentwickeln und mit Eigeninitiative den Markt bereichern. Das war unter GM kaum möglich.» Als Opel 1969 den GT Aero konstruiert habe, hätten die Amerikaner wohl Konkurrenz zu ihrer Chevrolet Corvette gewittert. Traurig ist Staub nicht. Der Opel-Fan, der seit 30 Jahren eine «Baby Corvette», wie der GT genannt wird, fährt, ergänzt: «Opel bleibt Opel. GM hat keine Sorge zu dieser Marke getragen. Ich glaube, die Amis haben nur Geld aus der deutschen Tochter abgezogen.»

Einer, der viele Jahre überzeugter Opel-Fahrer war, hat seine Meinung revidiert: Claude Sapin aus Rotkreuz. Der frühere Präsident des Opel-Clubs Innerschweiz hatte zweimal eine Panne mit seinem neuen Opel Antara und war vom Service enttäuscht. «In Österreich und im Südtirol wurde das Auto in einer Fachwerkstätte repariert. Aber mir wurde kein Ersatzfahrzeug zur Verfügung gestellt, obwohl mir das zugestanden wäre.» Sapin wechselte vor zwei Jahren die Marke und ist zufrieden. Eine Rückkehr zu Opel sei auch mit der neuen Besitzerin keine Option. «Aber ich glaube, Peugeot wird profitieren.»

Markige Worte findet Autotester und Opel-Freak Uwe Schewe aus Klingnau. «Ich glaube, Mary Teresa Barra ist eine typische amerikanische Managerin, die für schnelle gute Zahlen ein derzeit verlustreiches Geschäft abschiebt.» Der Vorgang sei jedoch überhastet, zumal Opel für 1,3 Milliarden Euro ein Schnäppchen sei. «Peugeot kann sich freuen. Der Handel ist top. Mir tut es aber im Herzen weh. GM und Opel waren miteinander verwurzelt. Die Geschichte wirkt für mich wie eine Familie, die ihr kränkelndes Kind abstösst.»

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