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Federica de Cesco wehrt sich gegen Luzerner See-Restaurant

Am Carl-Spitteler-Quai in Luzern soll ein zweistöckiges Restaurant mit Yachtclub entstehen. Dagegen wehrt sich Federica de Cesco, die in der Nähe wohnt. Sie stört sich vor allem am Ausmass des Projektes.
Chiara Zgraggen
Federica de Cesco und ihr Mann Kazuyuki Kitamura am Carl-Spitteler-Quai, wo ein neues Restaurant entstehen soll. (Bild: Jakob Ineichen (18. Juli 2018))

Federica de Cesco und ihr Mann Kazuyuki Kitamura am Carl-Spitteler-Quai, wo ein neues Restaurant entstehen soll. (Bild: Jakob Ineichen (18. Juli 2018))

Mit breitem Lachen empfängt Federica Kitamura-de Cesco. Die 80-jährige Erfolgsautorin von über 50 Jugendbüchern und Romanen ist diesmal aber nicht wegen der Literatur gekommen. Für einmal geht’s um ein Bauprojekt. Am Carl-Spitteler-Quai soll nämlich ein zweistöckiges Restaurant mit integriertem Yachtclub entstehen (wir berichteten). «Natürlich braucht der Yachtclub ein Vereinslokal. Auch ein Café an dieser Lage ist eine gute Idee. Aber doch nicht auf zwei Stöcken», empört sich de Cesco. Die Autorin, die in der Nähe des Quais wohnt, hat gemeinsam mit ihrem Mann Einsprache gegen das geplante Bauprojekt der Remimag erhoben. Viele Anwohner haben es, laut Angaben der Autorin, den beiden gleich getan.

Federica de Cesco stört sich vor allem am Umfang des geplanten Gebäudes. «Ein Restaurant mit gut 180 Sitzplätzen ist schlichtweg übertrieben.» Sie findet, die Grösse des Konstrukts würde die Skyline Luzerns völlig zerstören. Dem widerspricht Remimag-Geschäftsleiter Florian Eltschinger: «Es sind je 95 Innen- und Aussenplätze. Die Fassade des geplanten Holzbaus ist eine Anlehnung ans Tivoli-Bootshaus, das ebenfalls eine Holzkonstruktion war und wunderbar ins Stadtbild passt.»

Bauprofile des geplanten See-Restaurants am Carl-Spitteler-Quai in Luzern (Bild: René Meier (Luzern, 28. Juli 2018))

Bauprofile des geplanten See-Restaurants am Carl-Spitteler-Quai in Luzern (Bild: René Meier (Luzern, 28. Juli 2018))

Bauherren liessen Lärmgutachten erstellen

Sorgen bereitet de Cesco aber auch die allfällige Lärmbelästigung durch den Restaurantbetrieb. Messungen zu Lärmemissionen hätten die Verantwortlichen nämlich nur bis zum Tennisplatz gemacht, nicht aber darüber hinaus. Dazu Florian Eltschinger: «Die Bestimmungen bezüglich Lärm werden eingehalten. Wir würden uns nur selber strafen, wenn wir uns nicht daran halten würden. Zudem gibt es keine Disco oder Club, sondern ein normales Restaurant.» Es sei sogar ein erweitertes Lärmgutachten gemacht worden, das zusammen mit dem Bauprojekt bei der Stadtverwaltung aufliegt. Bei diesem Lärmgutachten sei auch die Anwohnerschaft mit einbezogen worden. De Cesco befürchtet zudem, dass das geplante Restaurant die Parkplatzsituation verschärfen wird. Denn, so die Autorin, die Parkplätze beim Tennisplatz seien jetzt schon gut belegt. Vorwiegend von den Eltern der Kinder, die sich auf dem nahe gelegenen Spielplatz austoben. «Dass weitere Parkplätze zu Lasten des Spielplatzes entstehen könnten, möchte ich mir gar nicht vorstellen.»

Eltschinger indes rechnet mit keinem Bedarf an weiteren Parkplätzen: «Die meisten Gäste werden ohnehin mit öffentlichen Verkehrsmitteln, zu Fuss oder mit dem Velo zu uns kommen.» Ausserdem gebe es in den umliegenden Parkhäusern genug Platz für diejenigen Gäste, die mit dem Auto anreisen.

Restaurant-Projekt hat eine lange Vorgeschichte

Florian Eltschinger ist sich bewusst, dass das Bauvorhaben in einem besonders sensiblen Gebiet liegt. Ein erstes Projekt war denn auch vom Landschaftsschutz des Vierwaldstättersees (LSVV) zu Fall gebracht worden. Beim jetzigen Projekt wurde der Verband mit einbezogen. «Alle Vorschriften zum Schutz der Natur werden selbstverständlich eingehalten», betont Eltschinger. Tatsächlich hat das Projekt am Carl-Spitteler-Quai eine lange Vorgeschichte. So ermöglichte erst die 2014 revidierte Bau- und Zonenordnung einen zweistöckigen Bau.

Projekt bereits seit 10 Jahren in Planung

2006: Abbruch Hotel Tivoli mit anliegendem Bootshaus

2006: Die Remimag AG übernimmt die Bauparzelle im Baurecht. Der Plan: Ein neues Restaurant mit 100 Plätzen auf 2 Stockwerken und ein Untergeschoss für die Gebäudetechnik.

2008: Der Landschaftsschutz des Vierwaldstättersees reicht Beschwerde ein.

2009: Der Beschwerde wird stattgegeben: Ein Untergeschoss auf Seegrund wird ausgeschlossen.

2013: Die Stadtluzerner Bevölkerung stimmt über die neue Bau- und Zonenordnung ab. Diese ermöglicht das Bauen auf zwei Stockwerken.

2016: Eine Machbarkeitsstudie liegt vor und bietet 
die Grundlage für das Architektenteam.

Bis zum 21. Juli 2018: 
Die Pläne für das Projekt liegen öffentlich auf.

Urs Steiger, Präsident des Landschaftsschutz Vierwaldstättersee, bedauert dies: «Wir hatten uns stets dagegen gewehrt. Wir erachten die zwei Stockwerke an diesem Standort als unangemessen.» Dennoch gelte es zu akzeptieren, dass das Projekt nun rechtskonform sei. Zudem habe die Bauherrschaft auf eine schonende Architektur geachtet. Der geplante Holzbau orientiere sich an den Bootshäusern und wirke dank der filigranen Gestaltung unaufdringlich, lobt Urs Steiger.

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