Baar
Der neue Schulkomplex Wiesental wird auf Pfähle gebaut und kostet über 94 Millionen

Drei gemeindliche Vorlagen – darunter das vierteilige Grossbauprojekt der Schule Wiesental – wurden an einer Informationsveranstaltung vorgestellt. Der Gemeinderat warb für die Vorlagen, über die am 28. November abgestimmt wird.

Cornelia Bisch
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Es sind gewaltige Investitionssummen, über die in einem Monat in Baar abgestimmt wird: Gut 94 Millionen Franken kostet die neue Schulanlage Wiesental, eine weitere knappe Million ein Turnhallenprovisorium. Diese beiden Projekte sowie die Gründung einer gemeinnützigen Aktiengesellschaft für den Betrieb der Altersheime Baar mit einer Bareinlage von 900'000 Franken (siehe Kasten) wurden am Dienstag, 26. Oktober, an einer Informationsveranstaltung der Bevölkerung vorgestellt. Anwesend waren Mitglieder des Gemeinderats sowie Daniel Penzis, einer der Architekten des Schulbauprojekts. Das Interesse der Bevölkerung war trotz der bedeutenden Bauvorhaben bescheiden.

Die Pausenplatzsituation des neuen Schulareals Wiesental in Baar. Der Grüngürtel der nahen Lorze wird durch Baumreihen zwischen den Gebäuden fortgesetzt.

Die Pausenplatzsituation des neuen Schulareals Wiesental in Baar. Der Grüngürtel der nahen Lorze wird durch Baumreihen zwischen den Gebäuden fortgesetzt.

Visualisierung: Nightnurse Images AG

Neue Trägerschaft für die Baarer Altersheime

Der Gemeinderat beantragt eine Bareinlage in der Höhe von 900'000 Franken zur Gründung einer gemeinnützigen Aktiengesellschaft für den Betrieb der Altersheime Baar. Zu 10 Prozent beteiligt an dieser Gründung ist auch der Verein Frohes Alter, der bis anhin für den Betrieb verantwortlich war. Die Gemeinde ihrerseits übernimmt die restlichen 90 Prozent. Aufgrund neuer gesetzlicher Rahmenbedingungen und der neuen Pflegefinanzierung sei ein Verein keine geeignete Rechtsform mehr, um die Altersheime zu betreiben, betonte Finanzvorsteher Pirmin Andermatt. Nach langwierigen Diskussionen sei deshalb gemeinsam die Gründung einer gemeinnützigen Aktiengesellschaft in Angriff genommen worden. «Es wird einen neuen Leistungsauftrag der Gemeinde geben. Aber weder für die Bewohnerinnen und Bewohner noch für die Arbeitnehmenden wird es eine Veränderung geben.»

Die geplante Aula des Schulareals Wiesental richtet sich gegen die Lorze hin aus und holt durch raumhohe Fensterfronten die Natur ins Rauminnere.

Die geplante Aula des Schulareals Wiesental richtet sich gegen die Lorze hin aus und holt durch raumhohe Fensterfronten die Natur ins Rauminnere.

Visualisierung: Nightnurse Images AG

Schulhaus Wiesental mit vier Gebäuden

Die bestehende Schule Wiesental soll gemäss Gemeinde Baar in zwei Etappen rückgebaut werden. An ihrer Stelle wird ein modernes Schulareal mit vier Gebäuden entstehen. Grund für den erweiterten Neubau sind die steigenden Schülerzahlen. Das Siegerprojekt Domino der Penzisbettini Architekten aus Zürich besteht aus vier verschiedenen Gebäuden. Die neue Schule Wiesental ist als 4,5-Züger konzipiert und auf 5 Züge ausbaubar, das heisst, es werden vier bis fünf Klassen pro Jahrgang geführt. Die Anlage beinhaltet neben den Schulzimmern auch eine Aula, eine Bibliothek, ein Gebäude für die schulergänzende Betreuung sowie eine Dreifachturnhalle.

Sicht von der Lorze zum Schulareal Wiesental.

Sicht von der Lorze zum Schulareal Wiesental.

Visualisierung: Nightnurse Images AG

Eine Frage aus dem Publikum betraf die Qualität des Baugrunds, von dem Bauchef Jost Arnold unumwunden zugab, dass er schlecht sei und dass der neue Gebäudekomplex deshalb auf 15 bis 18 Meter lange Pfähle gebaut werden müsse. Eine weitere Frage betraf den zuvor erwähnten, möglichen Ausbau der Anlage auf fünf Züge. Dies sei leicht möglich, bestätigten Architekt und Bauchef. «Es handelt sich um serielle Gebäude, die ohne weiteres erweitert werden können», erläuterte Penzis.

Ein Raum für schulergänzende Betreuung.

Ein Raum für schulergänzende Betreuung.

Visualisierung: Nightnurse Images AG

Ein Provisorium, das weiterverkauft werden kann

Die zweite Vorlage steht in direktem Zusammenhang mit dem Neubau der Schule Wiesental. Weil durch den Abriss der bestehenden Gebäude zwei Einzelturnhallen wegfallen, schlägt der Gemeinderat vor, auf dem Bedarfsparkplatz der Waldmannhalle direkt neben dem Jugendpavillon Cube ein Sporthallen-Provisorium zu erstellen, damit den Schulen und den Vereinen auch während der Bauzeit genügend Sporthallenflächen zur Verfügung stehen. «Wir haben verschiedene Varianten geprüft und uns schliesslich für ein Provisorium entschieden», erklärte Thomas Huber von der Dienststelle Raumverwaltung der Abteilung Liegenschaften/Sport der Gemeinde Baar. Es handelt sich um eine Traglufthalle, die laut Huber innerhalb eines Tages abgebaut werden kann. Dazu würden drei einfache, beheizbare Container mit Garderoben und Toiletten aufgestellt. Das Material werde von der bestehenden Turnanlage übernommen. «Bei allfälligen Bauverzögerungen lassen wir die Halle einfach länger stehen, und sobald sie nicht mehr gebraucht wird, können wir sie weiter verkaufen», so Huber.