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Bachelor-Abschluss: Für seinen Traumberuf hat er Schulden gemacht

Um eine Zweitausbildung zu absolvieren, gab Pirmin Bieri aus Escholzmatt vieles auf: Arbeit, Wohnung und Auto. Seine Entscheidung bereut er nicht – obschon seine Zukunft im Filmbusiness ungewiss ist.
Raphael Zemp
Mit seinem Animationsfilmprojekt «Concrete» ist Pirmin Bieri auch an der Werkschau Design & Kunst in der Messe Luzern präsent. Diese dauert noch bis am Sonntag. (Bild: Roger Grütter / Luzern, 28. Juni 2018)

Mit seinem Animationsfilmprojekt «Concrete» ist Pirmin Bieri auch an der Werkschau Design & Kunst in der Messe Luzern präsent. Diese dauert noch bis am Sonntag. (Bild: Roger Grütter / Luzern, 28. Juni 2018)

Pirmin Bieri aus Escholzmatt scheut die Veränderung wahrlich nicht. Nach einer vierjährigen Lehre als Mediamatiker, arbeitet er zwei Jahre lang im IT-Support einer grösseren Luzerner Getränkefirma – bis er sein Leben radikal umkrempelt: Er kündigt Beruf und Mietwohnung, verkauft sein Auto. Sein Job habe ihn ausgelaugt, er wäre «ins Loch» gefallen. Um das zu ändern, hat er einen Plan: «Etwas Gestalterisches». So folgen Berufsmatura, Berufsberatungen und ein Jahr Vorkurs an der Hochschule Luzern, bis Bieri im Bachelor-Studiengang Film landet, mit Vertiefung Animation. Und nun, drei Jahre später, steht er mit einem glänzenden Abschluss-Diplom da – und mit einem Berg Schulden.

Anfangs habe er noch nebenbei gearbeitet. Doch bald schon merkt er: Das lässt sich kaum vereinbaren mit dem Studium, das phasenweise «sehr intensiv» ist. Von da an greifen ihm seine Eltern finanziell unter die Arme. Weil Bieri sich aber nicht durchfüttern und alles zurückzahlen will, verschuldet er sich. Und trotzdem ist der 28-Jährige überzeugt: «Die Ausbildung ist jeden Rappen wert gewesen». Davon konnten sich am letzten Mittwoch auch Bieris Familie, Verwandte und Bekannte überzeugen, als sein Abschlussfilm «Concrete» Premiere feierte und über die grösste Leinwand des Emmer Kinokomplexes Maxx flimmerte.

Wobei «sein» nicht ganz stimmt. Denn «Concrete» ist ein Teamprojekt, an dem auch die Absolventen Aira Joana, Luca Struchen und Nicolas Roth mitgearbeitet haben. Dies bedingt eine grosse Diskussions- und Kompromissbereitschaft. Dank einer guten Planung und viel Herzblut für die Sache, konnte der Film aber trotzdem nach rund neun Monaten und phasenweise täglich über elf Stunden Arbeit termingerecht fertiggestellt werden. «Entscheidend war auch, dass jeder im Team die Oberhand über sein Spezialgebiet hatte», glaubt Bieri, der einerseits im Abspann als «Head of Animation» aufgeführt wird und andererseits viel Energie für das Produktionsmanagement aufgewendet hat.

Ein Fuchs in einem mysteriösen Betonbau

Der Animationsfilm zeigt die Geschichte eines Wanderers, der in einer kargen Sumpflandschaft umherirrt, bis er unverhofft auf einen mysteriösen Betonbau trifft, in dem ein Fuchs haust. Ohne das Ende vorwegzunehmen: Die gut sieben Minuten Animation handeln von Rastlosigkeit, vom Suchen, aber auch von den Tücken der (zwischenmenschlichen) Beziehung. «Das sind Themen, zu denen alle aus unserem Team einen persönlichen Bezug haben, auf die eine oder andere Weise. Das war uns von Anfang an sehr wichtig», sagt Bieri.

Die Rastlosigkeit und das Suchen begleiten Bieri nach wie vor. Einen grossen Bruch hat er zwar schon gewagt. Wo der Pfad der Selbstverwirklichung aber genau hinführen soll, ist noch immer nicht ganz klar. Berufserfahrung in einem grossen Animationsstudio sammeln? Dafür ins Ausland gehen und dabei das wohlige Umfeld, Bekannte, Verwandte, Familie und Freundin zurücklassen? Oder doch lieber den Schritt in die Selbstständigkeit wagen? Oder gar etwas ganz Neues? Bieri hat sich noch nicht entschieden – und wird sich auch darum zuerst mal ein paar Wochen Ferien gönnen, um weitere Schritte zu planen. Bieri: «Schaden kann das nicht.»

Das sind die Zentralschweizer Absolventen des Departements Design & Kunst der Hochschule Luzern

Kanton Luzern: Marlen Amberg, Luzern; Nina Auer, Luzern; Fabienne Bieri, Adligenswil; Pirmin Bieri, Escholzmatt; Lena Birrer, Sempach; Brigitt Antonia Egloff, Luzern; Angela Erni, Luzern; Susanna Flores, Hochdorf; Adriana Garibay, Adligenswil; Irene Geisseler, Ruswil; Leah Glück, Meggen; Barbara Hennig Marques, Luzern; Alina Jahn, Kriens; Brigitte Jornot, Emmenbrücke; Christine Kuhn, Luzern; Vera Lang, Hochdorf; Eun Hee Lee, Luzern; Lorena Linke, Luzern; Jasmine Lüthold, Ebikon; Elia Lucia Nicole Malevez, Luzern; Laura Müller, Luzern; Elia Salvisberg, Luzern; Nadine Schmid, Rain; Natalie Schmid, Ruswil; Riccarda Schwarz, Root; Annegret Steinhauer, Root; Michael Stuck, Hochdorf; Sven Teufer, Luzern; Lisa Thrier, Emmenbrücke; César von Arx, Luzern; Moritz Weizenegger, Neudorf; Ayça Melike Yilmaz, Luzern; Simon Zacher, Adligenswil; Verena Zwimpfer, Kriens.

Kanton Nidwalden: Laura Buob, Stansstad; Lisa Riva, Buochs; Tamara Tramonti, Emmetten.

Kanton Schwyz: Alexander De Biasi - Bischof, Wollerau; Sarah Derendinger, Schwyz; Fabienne Immoos, Schwyz; Flavio Knüsel, Küssnacht am Rigi; Samantha Marty, Feusisberg; Sarah Rothenberger, Wangen SZ.

Kanton Uri: Caroline Hepting, Attinghausen.

Kanton Zug: Vera Inglin, Cham; Flavia Korner, Zug; Reto Lienhard, Cham; Carmen Walker, Baar; Laura Weber, Zug; Dominique Weiss, Cham.

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