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Kanton Luzern: Bachforellen werden in letzter Minute gerettet

Hohe Temperaturen und die Trockenperiode lassen rauschende Bäche zu Rinnsalen werden. Das Wasser erwärmt sich zudem derart, dass viele Fische verenden. Fachleute fischen derzeit mehrere kleine Gewässer ab und platzieren die Fische um. So auch im Schüpfheimer Truebbach.
Roger Rüegger
Sie retten Fische aus dem Truebbach in Schüpfheim: Gastfischer Erwin Dahinden (links), Philipp Amrein (Mitte) von der kantonalen Dienststelle Landwirtschaft und Wald und Jäger Heinz Stalder. (Bild: Philipp Schmidli, 23. Juli 2018)

Sie retten Fische aus dem Truebbach in Schüpfheim: Gastfischer Erwin Dahinden (links), Philipp Amrein (Mitte) von der kantonalen Dienststelle Landwirtschaft und Wald und Jäger Heinz Stalder. (Bild: Philipp Schmidli, 23. Juli 2018)

Mit einem Stromaggregat am Rücken und einem Stab in den Händen, der einem Feumer zum Fischen ähnelt, schreitet Philipp Amrein durch das nahezu ausgetrocknete Bachbett des Truebbachs in Schüpfheim. Amrein, Fachbereichsleiter Jagd und Fischerei bei der Dienststelle Landwirtschaft und Wald (Lawa) des Kantons Luzern, ist am Montagmorgen auf Rettungsmission.

Sein Job ist es, möglichst viele Fische aus dem Truebbach zu holen und diese danach in der Kleinen Emme wieder in die Freiheit zu lassen. Das Abfischen der kleineren Bäche und das Umplatzieren der Fische in grössere Gewässer ist derzeit unumgänglich. Denn die anhaltende Trockenheit und die hohen Temperaturen lassen viele Seitenbäche und Aufzuchtgewässer zu Rinnsalen verkümmern.

«Die Fische würden den Tag im Truebbach nicht überleben.»

Amrein erklärt: «Das Wasser im Truebbach ist in den letzten Tagen sehr stark zurückgegangen, zudem erwärmt es sich derart, dass es keinen Sauerstoff bindet. Wenn wir die Fische jetzt nicht herausnehmen, würden sie den Tag nicht überleben. Sie würden ersticken.» Im unteren Teil des Truebbach seien bereits etliche Forellen verendet, dort sei jede Hilfe zu spät gekommen.

Glück gehabt: Für diesen Fisch kam die Rettung gerade noch rechtzeitig. (Bild: Philipp Schmidli (Schüpfheim, 23. Juli 2018))

Glück gehabt: Für diesen Fisch kam die Rettung gerade noch rechtzeitig. (Bild: Philipp Schmidli (Schüpfheim, 23. Juli 2018))

Im oberen Abschnitt jedoch konnte Amrein mit Hilfe des Gastfischers Erwin Dahinden und dem Jäger Heinz Stalder viele Bachforellen aus dem Wasser ziehen. Nach dem Erholungsbad geht's für die Fische wieder in die Freiheit. Sie werden in die Kleine Emme entlassen. Mehr als 60 Bachforellen holten die Männer am Montagmorgen zwischen 11 und 12 Uhr aus dem Truebbach. Am Ende retteten sie über 150 Exemplare vor dem Verenden.

Am Samstag verendeten Fische im Truebbach

«Eine schöne Anzahl, ich hätte nicht unbedingt erwartet, dass es so viele werden», sagt der private Fischereiaufseher Christoph Alessandri, der am Montagmorgen das Lawa benachrichtigte. Er erzählt, dass bereits am Samstag einige Forellen verendet seien. «Wir haben erkannt, dass es für die Fische problematisch mit dem Sauerstoff werden könnte. So haben wir selber noch versucht, so viele wie möglich aus dem Bach zu holen», sagt der Fischereipächter.

Mehr als ein halbes Dutzend konnten die Fischer aber ohne Hilfe der Fachleute nicht retten. Weil der vorausgesagte Regen für das Wochenende ausblieb, mussten am Montag Experten des Lawa mit Spezialgeräten abfischen. Dazu verwendeten sie ein Stromaggregat, das Gleichstrom erzeugt. «Der Strom führt bei den Fischen eine kurzzeitige Muskellähmung herbei. Dadurch können wir die Tiere mit den Netzen einfangen. Danach setzen wir sie in ein Erholungsbad, dessen frisches Wasser mit Sauerstoff angereichert ist. Wenn die Fische wieder kräftig genug sind, entlassen wir sie wieder in die Freiheit», sagt Amrein.

«Es war nicht fünf vor zwölf, sondern höchste Zeit»

Im Kanton Luzern wird seit zwei Wochen abgefischt. Nach dem Oberen Amt Entlebuch jetzt im Napfgebiet und bald auch in der Region Luzern. Wenn sich der Sommer weiter von seiner heissen Seite zeigt, werden noch einige Gewässer abgefischt werden müssen. In Schüpfheim schlug die Kirchenuhr zwölf, als die Aktion zu Ende war. Oder wie Amrein sagte: «Für die Fische war es nicht nur fünf vor zwölf, sondern bereits punkt zwölf - also höchste Zeit.»

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