Baden mit Mario Botta auf Rigi-Kaltbad

Auf Rigi-Kaltbad bricht eine neue Ära an: Das von Mario Botta entworfene Mineralbad ist am Freitag eröffnet worden. Die neue Attraktion soll das stagnierende Tourismusgeschäft ankurbeln.

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Architekt Mario Botta (rechts) und Aqua-Spa-Resorts Geschäftsleiter Roger Bernet. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)

Architekt Mario Botta (rechts) und Aqua-Spa-Resorts Geschäftsleiter Roger Bernet. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)

Der Gebäudekomplex für die neue Wellnessanlage und das sanierte Hotel Rigi Kaltbad beeindrucken aufgrund ihrer Dimensionen. Noch spektakulärer ist der Panoramablick auf den Vierwaldstättersee und die umliegenden Alpen, wie er sich auf dem neuen Dorfplatz eröffnet. Entworfen worden ist die 2500 Quadratmeter grosse Piazza, die gleichzeitig das Dach des Mineralbades bildet, von Mario Botta. Geprägt wird der Platz von acht kristallartigen, 3,5 Meter hohen Glasoberlichtern, die Licht in die Badeanlage bringen.

Manuela Salvetti testet das Mineralbad auf Rigi Kaltbad. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
32 Bilder
Bild: Pius Amrein / Neue LZ
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Die Aussichtsterrasse ist fast 80 Meter lang. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
Die Anlage ist in zwei Bereiche aufgeteilt: das Mineralbad (im Bild), welches für alle zugänglich ist... (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
... und den Spa (im Bild das Kristallbad), das ausschliesslich Erwachsenen vorbehalten ist. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
Aussenansicht des Wellnessgebäudes. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
Architekt Mario Botta in der 50 Quadratmeter grossen Sauna. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
Der Eintrittspreis beträgt 35 Franken. Mit einem gültigen Billet der Rigi-Bahnen erhalten Erwachsene 10 Franken Reduktion. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
Die Anlagestiftung der Credit Suisse hat 30 Millionen Franken in den Gebäudekomplex investiert. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
Das Kaltbad war schon vor 600 Jahren als Wallfahrtsort bekannt. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
Roger Bernet, Geschäftsleiter Aqua-Spa-Resorts (links) und Mario Botta fachsimpeln. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
Das Bad ist als Ort der Ruhe und Entspannung errichtet worden, wobei die Räume durch die Gestaltung von Mario Botta eine sakrale, besinnliche Ausstrahlung ausüben, um die Hektik und die Sorgen des Alltags für die Zeit des Aufenthalts vergessen zu lassen. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
Schwimmen am Freitagabend anlässlich der Eröffnung: Kabarettist Emil Steinberger (links) und Architekt Mario Botta. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
Acht grosse Öffnungen auf dem neu geschaffenen Dorfplatz... (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
... bringen Licht ins Bad. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
Mario Botta im Hotel Rigi Kaltbad. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
Blick in den neuen Speisesaal des Hotel Rigi Kaltbad. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
Die Bar im Hotel Rigi Kaltbad (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
50 Zimmer und 450 Restaurantsplätze bietet das Hotel. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
Der Dorfladen befindet sich im Seitentrakt des Hotels. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
Die alten Mauern kommen zum Vorschein, im Hintergrund der Victorinox-Shop. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
Die Rigi-Dorfladen AG betreibt auch eine Post. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
Das frische Gemüse wird täglich mit der Rigi-Zahnradbahn angeliefert. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
Aussenansicht des Hotels Rigi Kaltbad (Bild: PD)
Gemütliche Zimmer im ausgebauten Hotel Rigi Kaltbad. (Bild: PD)
Eröffnung des Dorfplatzes am 1. Juli. (Bild: Maria Schmid / Neue ZZ)
Eröffnung des Dorfplatzes am 1. Juli. (Bild: Maria Schmid / Neue ZZ)

Manuela Salvetti testet das Mineralbad auf Rigi Kaltbad. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Ein neuer Platz geschaffen

Der Tessiner Stararchitekt hat einen «Giardino minerale» kreiert. Zwischen Stein- und Rasenflächen sowie Glas-Oblichtern lässt sich verweilen und lustwandeln. Und von einer Plattform können die Besucher die grandiose Aussicht geniessen.

Ausschliesslich aus Holz und Naturstein besteht das Mineralbad, mit dem Urelement Wasser in der Hauptrolle. Im Wesentlichen hat der Architekt ein unterirdisches Projekt verwirklicht, aus dem einzig ein runder Turm deutlich herausragt. Auffälliger als das ins Gelände eingefügte Bad hebt sich das sanierte Hotel Rigi Kaltbad von der Umgebung ab. Neben Innen- und Aussenbecken kommen ein Dampfbad, eine Sauna, Ruheräume und Massageräume hinzu.

In den Gebäudekomplex am Rand der Piazza ist zudem ein neuer Dorfladen integriert. Noch nicht fertig gebaut, sondern erst im Entstehen sind eine neue Bahnstation sowie Eigentumswohnungen.

Hoffen auf zusätzliche Gäste

Mit der Lancierung des Bädertourismus knüpft der Rigi an die Vergangenheit an. Im ausgehenden Mittelalter stiegen Pilger auf den Berg, weil sie sich von den Wässern auf dem «Kalten Bad» Heilung versprachen. «Diese jahrhundertealte Tradition lassen wir in neuer Form wieder aufleben», sagte Badbetreiber Roger Bernet von der Firma Aqua-Spa-Resorts. Diese hat in der Schweiz schon mehrere Bäder realisiert, unter anderem das Hammam & Spa Oktogon in Bern. Nun soll das neue Mineralbad auf dem Rigi zum Magneten werden, der zusätzliche Touristen auf die Königin der Berge lockt. Diese gehört bereits heute mit 600 000 Besuchern pro Jahr zu den meistbesuchten Gipfeln der Schweiz. In den letzten Jahren waren die Zahlen allerdings stagnierend bis rückläufig. Jetzt hoffen die Promotoren, dass das Mineralbad eine ähnliche Sogwirkung entfaltet wie die von Peter Zumthor konzipierte Therme in Vals.

Die Kosten für die bereits realisierten und die geplanten Umgestaltungen sollen sich auf rund 60 Millionen Franken belaufen. Grösster Investor ist die Real Estate Switzerland der Credit-Suisse-Anlagestiftung. Im sanierten Hotel Rigi Kaltbad, das einen hauseigenen Zugang zum öffentlichen Mineralbad hat, zieht als Eigentümer und Betreiber der in der Hotelszene bekannte Rolf Kasper die Fäden. Insgesamt stehen potente Investoren und illustre Promotoren hinter den neuen touristischen Aktivitäten.

Gemeinsame Vermarktung

Hinzu kommt die Unterstützung durch die öffentliche Hand. So haben die Stimmbürger der Standortgemeinde Weggis für die neue Piazza einen Betrag von 1,25 Millionen Franken gesprochen. Geld geflossen ist auch vom Bund und von den Kantonen Luzern und Schwyz. Gefördert wurde dabei im Rahmen der Neuen Regionalpolitik (NRP) ein Projekt des Regionalentwicklungsverbands Rigi-Mythen. Es führte zur Gründung der Vermarktungsorganisation Rigi Plus AG. Diese wird ihren operativen Betrieb im Januar 2013 aufnehmen und künftig alle auf dem Rigi aktiven Tourismusanbieter unter einer Marke national und international vermarkten.

psch/rem

Hinweis:
Am Samstag, 30. Juni, von 10.30 bis 13 Uhr, ist der Tag der Rigianer und Rigi-Gäste. Am 1. Juli ist das grosse Volksfest von 11 bis 18 Uhr mit freier Besichtigung. Der Eintrittspreis beträgt 35 Franken. Mit einem gültigen Billet der Rigi-Bahnen erhalten Erwachsene 10 Franken Reduktion.
Öffnungszeiten: täglich von 11-19 Uhr. Weitere Infos: www.mineralbad-rigikaltbad.ch

Wie das neue Mineralbad bei Prominenten ankommt, lesen Sie am Samstag in der Neuen Luzerner Zeitung und als Abonnent kostenlos im E-Paper.