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Badi-Saison ist zu Ende – die Betreiber blicken zurück auf einen Sommer der Extreme

Die Tage sind noch warm und sonnig. Trotzdem schliessen viele Badis diesen Sonntag, am Bettag, ihre Tore.
Zéline Odermatt
Bademeister Patrick Müller sorgt im Strandbad Sursee noch einmal für Sonnenschutz. (Bild: Dominik Wunderli, Sursee, 13. September 2019)

Bademeister Patrick Müller sorgt im Strandbad Sursee noch einmal für Sonnenschutz. (Bild: Dominik Wunderli, Sursee, 13. September 2019)

Hitzeperioden, regnerische Wochenenden und heftige Gewitter. Dieser Sommer wird auch aufgrund dieser Extreme in Erinnerung bleiben. Mit den zwei Hitzewellen im Juni und Juli reiht er sich in die Top 5 der wärmsten Sommer seit Aufzeichnungsbeginn ein, berichtet Meteo News. Auch der Spätsommer zeigt sich diese Tage mit rund 25 Grad nochmals von seiner schönsten Seite. Doch die Badis bereiten sich schon auf das Ende der Saison vor – viele schliessen traditionell am Bettag, also diesen Sonntag.

Die Tribschen-Badi beendet ihre Saison mit einem Vollmondschwimmen am Samstag ab 19 Uhr und hat am Sonntag, der nochmals heisse Temperaturen verspricht, ein letztes Mal geöffnet. Insgesamt konnten weniger Eintritte als im letzten Jahr verzeichnet werden. Diese Saison waren es knapp 35'000 Eintritte, im Rekordjahr 2018 waren es 47'500. Auch die Badi Zimmeregg konnte mit knapp 28'000 Eintritten weniger Gäste anziehen als in der letzten Saison mit 33'000 Eintritten.

«Wir sind trotzdem zufrieden», sagt Dominik Berchtold, Leiter Verkauf der Hallenbad Luzern AG, zu der die Freibäder gehören. Noch vor den Sommerferien konnten sie sogar einen Spitzentag verzeichnen, der mehr Eintritte generierte als der beste Tag 2018. «Am 30. Juni kamen 3140 Gäste in die Tribschen-Badi und 2932 Gäste in die Zimmeregg-Badi. Das ist Rekord.» Das sind rund 45 beziehungsweise 38 Prozent mehr als der beste Tag im Jahr 2018.

Die diesjährige Saison liegt im Rahmen der letzten Jahre, wenn man das Jahr 2018 aussen vor lässt. Mit gesamthaft 63'000 Eintritten in den beiden Badis lief der Sommer besser als 2017 (56'000 Eintritte).

Sursee: 2600 Besucher an Spitzentagen

Auch in der Badi in Sursee geht am Sonntag die Saison zu Ende. Rückblickend sagt Badi-Leiter René Bühlmann: «Es war eine wechselhafte Saison. Wir mussten zu den Spitzenzeiten auf 120 Prozent Leistung hochfahren, dann brach das Wetter zusammen und einige Tage später war es wieder 32 Grad.» An den besten Tagen wurden rund 2600 Gäste gezählt. Er sei zufrieden:

«Man kann nicht jedes Jahr einen Rekord haben. Es gibt aber sicher eine Tendenz zu heisseren Sommern.»

Mehrere Badis hatten diesen Sommer mit Gästen zu kämpfen, die ihren Abfall liegen lassen (wir berichteten). Auch Bühlmann sieht eine zunehmende Tendenz: «Unser Personal macht die Gäste in einem solchen Fall darauf aufmerksam, dass sie den Platz sauber vorgefunden haben und diesen auch in diesem Zustand verlassen sollten.» Für ihn eigentlich eine Selbstverständlichkeit.

Auch in der Badi beim Rotsee, lassen vermehrt Leute ihren Abfall liegen, erzählt Bademeister Patrick Widmer. «Unser Publikum ist sonst aber zum Glück ein sehr friedliches», sagt Widmer. Er zieht eine positive Bilanz. «Wir hatten einen überdurchschnittlichen Sommer und konnten deutlich über 10'000 Gäste verzeichnen», so Widmer, «der Rotsee hat schon früh angenehme Wassertemperaturen und jetzt ist er immer noch 21 Grad warm.»

Ein Badegast spricht mit Bademeister Patrick Widmer in der Rotsee-Badi. (Bild: Philipp Schmidli, Ebikon, 19. April 2018)

Ein Badegast spricht mit Bademeister Patrick Widmer in der Rotsee-Badi. (Bild: Philipp Schmidli, Ebikon, 19. April 2018)

Auch ein ins Wasser gefallener Event wird bald wiederholt. Das Konzert von Steff la Cheffe musste im Juni wegen einem Gewitter abgebrochen werden (wir berichteten). Am nächsten Freitag, 20. September, wird dieses nun nachgeholt. «Es hat noch genügend Tickets an der Abendkasse», sagt Widmer.

Die Badi bleibt wegen den warmen Wassertemperaturen demnach auch länger offen als andere Badis. Der Vollbetrieb läuft bis zum 23. September und je nach Wetter ist das Schwimmen in der Badi jeweils nachmittags bis zum 12. Oktober möglich.

Weggis: Touristen verbessern Lido-Bilanz

Eine Badi, die erst Ende September ihre Tore schliesst, ist das Lido in Weggis, das dieses Jahr sein 100-jähriges Bestehen feierte. «Für uns war es bisher eine gute Saison», erzählt Chef-Bademeisterin Cornelia Studer. An Spitzentagen konnte das Lido rund 200 bis 300 Besucher zählen. «Sehr viele Touristen kamen dieses Jahr zu uns», so Studer. Es seien vor allem Amerikaner und Chinesen, aber auch Russen gewesen, die ins geschichtsträchtige Bad am Fusse der Rigi kamen. Studer: «Natürlich profitieren wir von unserer Lage, denn viele Rigi-Besucher machen auch einen Zwischenhalt im Lido.»

Im Seebad in Luzern spürte man in den letzten Tagen, dass der Herbst aufzieht. «Viele Leute gehen um diese Jahreszeit lieber in die Berge», erzählt Roman Konrad, einer der Betreiber des Seebads. Im Grossen und Ganzen ist er aber zufrieden mit der Saison, obwohl der Sommer schon etwas mühsam gewesen sei: «Bis es richtig losging, ist es fast Mitte Juli geworden.»

Die Seebadi in Luzern. (Bild: Corinne Glanzmann)

Die Seebadi in Luzern. (Bild: Corinne Glanzmann)

Genaue Besucherzahlen verzeichnet das Seebad nicht. An einem Spitzentag sind es geschätzt 1500 Personen. «Dafür konnten wir in diesem Jahr so viele Saisonkarten verkaufen wie noch nie», sagt Konrad. Das Seebad hat noch bis und mit Sonntag offiziell geöffnet. Konrad: «Wenn es danach noch einige schöne Tage gibt, dann verlängern wir noch.»

Horw: Ärger über Wetterbericht

Auch die Badi in Horw schliesst am 15. September. «Man kann diesen Sommer nicht mit dem letzten Jahr vergleichen. Wenn man das tun würde, dann wäre es eine schlechte Saison gewesen», erzählt Betreiberin Vreni Sigrist. Sie ist enttäuscht vom Wetterbericht, der das Wetter nicht immer korrekt vorausgesagt hat. «Dieser ist unglaublich wichtig für uns, denn die Leute lassen sich von einer Regen-Prognose rasch abschrecken.»

Eine Prognose wird hier dennoch gewagt. Gemäss Meteo News endet der Sommer, wie er begonnen hat: wechselhaft und voller Extreme.

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