Reiden

«Überraschungen bei der Sanierung»: Umbau der Badi Reiden kommt teurer

Da die Sanierung des Hallenbads deutlich mehr kostet als geplant, wurde die Sanierung des Freibads Reiden sistiert. Die Gemeinde soll nun erneut einen Kredit sprechen.

Roseline Troxler
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So sieht die neu sanierte Badi Reiden aus.

So sieht die neu sanierte Badi Reiden aus.

Bild: PD

Zunächst die gute Nachricht: Die Badi Reiden kann am 19. Dezember wieder eröffnet werden. Im März wurde sie coronabedingt geschlossen, und der Betrieb war dann zwecks Sanierung nicht wieder aufgenommen worden. Nun können die Reider ihre Badi bald wieder nutzen.

Doch die Gemeinde muss für die Sanierung tiefer in die Tasche greifen als geplant. Dies schreiben der Verwaltungsrat der Badi Reiden AG und der Gemeinderat in einer Mitteilung. «Die Mehrkosten waren für den Gemeinderat eine grosse Überraschung», sagt Gemeindepräsident Hans Kunz (CVP).

Mittel für Freibad schon für Innenbad verbraucht

Im Frühling 2019 haben die Stimmbürger für die Sanierung der Badi an der Urne einen Kredit in der Höhe von 7,3 Millionen Franken gesprochen. Doch bei der Sanierung der 45-jährigen Badi sei es zu diversen Überraschungen gekommen, so die Badi Reiden AG. «Nach heutigem Wissensstand haben die höheren Kosten aufgrund der bautechnischen Überraschungen beim Hallenbad bereits alle Mittel verbraucht, die eigentlich für die Sanierung der Gesamtanlage zur Verfügung gestanden hätten», wird in der Mitteilung ausgeführt. Denn nach der Innensanierung sollte auch der Aussenbereich saniert werden.

Verwaltungsratspräsident Pius Schumacher schätzt die Kosten für die Gesamtsanierung – also den Innen- und Aussenbereich der Badi Reiden – «nach heutigem Kenntnisstand» auf rund 9,5 Millionen Franken. Laut Verwaltungsrat kann die Badi nebst dem gesprochenem Kredit von 7,3 Millionen Franken mittels alternativer Finanzierungsmodelle für 1,1 Millionen Franken voraussichtlich selbst aufkommen. «Der Anbieter der Fotovoltaikanlage zahlt einen finanziellen Betrag an die Dachsanierung», erklärt Schumacher. Einen zusätzlichen Beitrag soll nun aber auch die Gemeinde Reiden, sie ist Alleinaktionärin der Badi AG, leisten. Laut Mitteilung soll sie einen weiteren Kredit in der Höhe von 1,1 Millionen Franken sprechen. Hans Kunz räumt ein:

«Unsere Gemeinde hat sicherlich nicht auf einen zusätzlichen Investitionsbeitrag gewartet.»

Er erwartet, dass der Kredit in der Bevölkerung für Diskussionen sorgen wird, hofft aber, dass das Volk sich dennoch erneut für die Badi Reiden ausspricht. Im März 2019 hatte es den Kredit in der Höhe von 7,3 Millionen Franken mit einem Ja-Anteil von 65 Prozent gutgeheissen.

Mehrkosten wegen Sicherheit und Architekten

Weshalb aber kam es überhaupt zu solchen Mehrkosten? «Im Interesse der Sicherheit und des Energieverbrauchs mussten beispielsweise das Dach und die Fassade umfangreicher als geplant saniert werden», sagt Schumacher. Auch die Sanierung der Badewassertechnik war teurer. «Zu Mehrkosten kam es zudem, weil während der Bauarbeiten ein neuer Architekt das Projekt übernehmen musste», heisst es in der Mitteilung. Auf Anfrage erklärt Schumacher, dass der erste Architekt von den Kapazitäten her nicht in der Lage war, das Projekt fachgerecht zu begleiten. Gewisse Positionen im Kostenvoranschlag hätten sich im Nachhinein als zu tief erwiesen.

Aufgrund der Mehrkosten suchte der Verwaltungsrat das Gespräch mit dem Gemeinderat. Gemeinsam wurde entschieden, die Sanierung des Freibades vorerst zu sistieren. Zuerst wolle man Klarheit über die Bauabrechnungssumme. Es werde nach Möglichkeiten gesucht, wo bei der Sanierung des Freibades Einsparpotenzial bestehe. Ausgeführt werden sollen vorerst nur die Arbeiten, die unabdingbar seien, um im Frühling eröffnen zu können. Ursachen und Verantwortlichkeiten für die entstandenen Mehrkosten werden durch eine externe Stelle ermittelt.

In wenigen Tagen öffnet die Badi Reiden nach rund 10-monatiger Pause ihre Türen.

In wenigen Tagen öffnet die Badi Reiden nach rund 10-monatiger Pause ihre Türen.

Bild: PD