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Der Emmer Bäcker Bucher hat seinen Nachfolger

Bäcker Bruno Bucher geht im Februar in Pension. Seinen Emmer Betrieb mit vier Filialen werden samt Personal von Beat Kohler übernommen. Ein Glücksfall wie beide Bäcker unisono sagen.
Sandra Monika Ziegler
Bäcker Bruno Bucher (rechts) geht in Pension und übergibt seine Bäckerei an Beat Kohler. Bild: Boris Bürgisser (Emmenbrücke, 18.Januar 2019)

Bäcker Bruno Bucher (rechts) geht in Pension und übergibt seine Bäckerei an Beat Kohler. Bild: Boris Bürgisser (Emmenbrücke, 18.Januar 2019)

Wer in Emmen in die Bäckerei Bucher tritt, nimmt nicht nur den Duft von frischem Brot wahr, er wird auch von einem familiären Ambiente umhüllt. Das ist seit Jahrzehnten so. Denn das Familienunternehmen Bäckerei Bucher wurde 1944 gegründet. Die erste Filiale und das Caféstübli fanden im Quartier an der Schützenmattstrasse in Emmenbrücke ihren festen Platz.

Im Jahr 1982 übernahmen dann Bruno und Susanne Bucher-Keiser die elterliche Bäckerei und bauten einen neuen Verkaufsladen. Zehn Jahre später wurde die erste Filiale am Sonnenplatz eröffnet und die Backstube vergrössert.

«Mein Beruf macht mir Freude»

Das Geschäft floriert und es wird investiert. So auch im Jahr 1996, als die Bäckerei an der Schützenmattstrasse umgebaut und die Konditorei und der Laden in einen Neubau verlegt wurden. Und schon drei Jahre später konnte die Backstube ebenfalls erneuert werden.

Bäcker Bucher erzählt: «Ich war der einzige Sohn. Da waren natürlich die Erwartungen gross, dass ich in das Familiengeschäft einsteige. Eigentlich wollte ich anfangs nicht. Doch es war Krise. Also fügte ich mich und machte die Bäcker-Konditor-Lehre. Ich bekam immer mehr Freude am Beruf, es ist ein hartes Geschäft nur schon wegen der Arbeitszeiten, aber es gibt einem auch viel.» Und, so Bucher, damals sei alles viel lockerer gewesen. Da konnte man schon mal abspringen für das Handballtraining oder zum Skifahren.

Das Hochwasser hat alles verändert

Beim Jahrhunderthochwasser vom August 2005 wurde die Backstube an der Schützenmattstrasse komplett überschwemmt. Das Hochwasser war ein harter Schlag, ein Ereignis, das nicht mehr aus dem Kopf geht, so Bucher. Die Produktion musste von der Schützenmattstrasse an den Sonnenplatz verlegt werden.

Nach vier Monaten intensiver Arbeit und der Unterstützung aller Betroffenen sowie freiwilliger Helfer konnte die Backstube wieder in Betrieb genommen werden. Doch der Schaden und die finanziellen Einbussen waren gross. Das Geschäft wurde immer härter. Bruno Bucher erzählt:

«Alles musste erneuert, die Öfen neu beschafft werden. Das hat auch die Kundschaft bemerkt. Immer wieder wurde gesagt, das seien nicht mehr die gleichen Produkte.»

Klar, denn mit neuen Öfen backt es sich anders, als mit alten.

Inzwischen hat sich das jedoch wieder eingependelt, wie Bucher sagt: «Die Gebäcke sind wieder begehrt wie eh und je.» Das Geschäft kam wieder ins Rollen und der Familienbetrieb konnte so den rauen Verhältnissen standhalten. Bucher ist trotz der Rückschläge sehr zufrieden.

Nichts desto Trotz war aber für ihn klar, dass sich auf sein Pensionsjahr - das Jahr 2019- etwas ändern muss. Denn mit 65 Jahren wollte er einen Schlussstrich ziehen und mehr Freizeit haben. Und dass er jetzt das Geschäft in gute Hände geben kann, freut in: «Normalerweise findet man keinen Bäcker, der solch einen grossen Betrieb übernimmt.»

Ab Sommer wieder Platz für Lehrlinge

Ab dem 1. Februar führt Beat Kohler (50), selber gelernter Bäcker und Konditor, die vier Filialen der Bäckerei Bucher AG weiter. Das Geschäft wird zur Gastrobeck AG. Die Bäckerei Bucher hat vier Filialen und 37 Angestellte. Während sich Bruno Bucher bald vermehrt Zeit fürs Skifahren und Boarden nimmt, wird Kohler vor Ort sein. In der Produktion kann Kohler auf gute Leute zählen. Sein Fokus liegt denn auch auf dem administrativen und strategischen. Als ehemaliger Leiter eines Dienstleistungscenters mit 60 Angestellten sei das sein Steckenpferd.

Kohler ist sich der Herausforderung bewusst: «Mit Brot allein macht man keine Kasse. Wir setzen auf Bewährtes und ergänzen mit Neuem. Im Fokus steht die Regionalität. Unsere Werte sind naturnah und nachhaltig.» In den ersten zwei Monaten soll sich nichts ändern. Doch ab April plant Kohler, mit neuem Namen und Konzept frischen Wind in die Backstube zu bringen. Und ab kommendem Sommer sei auch wieder Platz für Lehrlinge.

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