Bäckerei am Paulusplatz: «Emma» folgt auf «Martin»

Ab Dienstag gibt es wieder frisches Brot beim Paulusplatz: Der Emmer Bäcker Beat Kohler übernimmt das Lokal an der Obergrundstrasse in der Stadt Luzern.

Sandra Monika Ziegler
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Nun wird ein neues Kapitel in der wechselhaften Geschichte über die Luzerner Bäckerei an der Obergrundstrasse 85 geschrieben. Nach dem Exodus der Mitarbeiter und der Schliessung von «Martins Brotwerk» im August, kommt es am 1. Oktober zum Neustart mit neuem Team. Konkret zieht Beat Kohler mit «Emma’s Bäckerei» dort ein: «Das ist ein Glücksfall für alle Beteiligten», sagt der Emmer Bäcker.

Bäcker Beat Kohler in Emma's Bäckerei am Hauptsitz. Er eröffnet seine erste Filiale in der Stadt Luzern am 1. Oktober. (Bild: Boris Bürgisser (Emmenbrücke, 18. Januar 2019)

Bäcker Beat Kohler in Emma's Bäckerei am Hauptsitz. Er eröffnet seine erste Filiale in der Stadt Luzern am 1. Oktober. (Bild: Boris Bürgisser (Emmenbrücke, 18. Januar 2019)

Er übernahm Anfang dieses Jahres bereits die Traditionsbäckerei Bucher in Emmenbrücke. Mit seiner Gastrobeck AG führt er die ehemaligen zwei Bucher-Filialen in Emmenbrücke und jene in Reussbühl. Alle tragen den Namen «Emma’s Bäckerei». Jetzt will er in der Stadt Luzern Fuss fassen. In den Räumen von «Martins Brotwerk» wird er mit seinem Team die fünfte Filiale eröffnen.

Gebacken wird das Brot in Emmenbrücke

Nutzen wird Kohler nur die Verkaufsfläche im Gebäude, produzieren werden er und sein Team weiterhin in Emmenbrücke. «Wir backen unsere Brote nach traditionellen Methoden und pflegen das Handwerk.» Ein Renner, wie er sagt, ist das Spezbrot: «Das ist unser Huusbrot nach italienischer Art, ein Halbweisses gemischt mit Roggen.»

Das Angebot an der Obergrundstrasse umfasst nebst Broten und Kleingebäck auch Snacks, Birchermüesli und Panini. Wo immer es geht aus regionaler Produktion. Eine Ausnahme bleibe da der Kakao: «Der wird nach wie vor importiert.»

Laden ist anfänglich nur bis 13.30 Uhr geöffnet

Der Übernahmeentscheid sei sehr kurzfristig gefällt worden, wie Kohler sagt. Doch es sei eine Chance. Die Öffnungszeiten passt er seinem aktuellen Personalstand an: «Wir werden von Montag bis Freitag geöffnet haben, von morgens um sechs bis halbzwei Uhr nachmittags.» Sobald er mehr Personal habe, werden die Öffnungszeiten für die Luzerner Filiale ausgeweitet.

Zurzeit beschäftigt die Gastrobeck AG an die 40 Angestellte, inklusive Teilzeiter und Lehrlingen. Jetzt sucht Bäcker Kohler Verstärkung für die Luzerner Filiale. Angst, dass er wie sein Vorgänger nicht reüssieren könnte, hat er nicht. «Gutes Brot kommt immer an. Wir werden wie einst Arnold eine Quartierbäckerei und auch interessant für die Passanten sein.»

Eine Win-win-Situation

Freude an der schnellen Übernahme der Räumlichkeiten hat auch Roberto del Greco. Er war Geschäftsführer in «Martins Brotwerk». Er sagt dazu: «Eine Win-win-Situation auch für mich und Martin.» Das er mit seiner Idee nicht erfolgreich war, führt er auf zwei Gründe zurück. Das seien das Sommerloch und die Produktionsausfälle mangels Personal gewesen.

Del Greco kommt aus der Finanzbranche und betont: «Ich habe die Notbremse rechtzeitig gezogen und konnte so den Schaden in Grenzen halten.»

Martin bleibt dem Markt treu

Roberto del Greco schmerzt das Ende der Filiale an der Obergrundstrasse – und das nicht nur aus finanziellen Gründen. Denn es sei eine Herzenssache gewesen. Unumwunden gibt er zu, wohl zu blauäugig in diese Branche eingestiegen zu sein.

«Die Idee dahinter war für Martin, sein gutes Brot und die Idee des gemeinsamen Business ein geeignetes Lokal zu betreiben. Meinen Glauben ans Bäckergeschäft habe ich aber trotz Niederlage nicht aufgegeben.» Vorderhand werde er sich zurückziehen, doch er behalte die Branche im Blick. Und Martin Winkler wird sein Sauerteigbrot weiterhin in der Stadt anbieten. Und zwar immer samstags am Markt vor der Jesuitenkirche.