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Ist es M29? Bärenspuren an der Luzerner Kantonsgrenze gesichtet

Im Gebiet Beichlen ob Escholzmatt sind mutmassliche Bärenspuren gesichtet worden. Es handelt sich möglicherweise um den gleichen Bären, der Ende Mai im Raum Lombachalp unweit der Luzerner Grenze unterwegs war. Wer dem Bären begegnet, soll sich langsam zurückziehen und Beobachtungen der kantonalen Wildhut oder der Polizei melden.
Bär M29 am 26. Mai im Eriz. Das Foto sorgte für Furore, weil es der erste Nachweis eines wilden Bären im Kanton Bern seit 190 Jahren war. Das gleiche Tier war nun offenbar auch in der Nähe des Kantons Luzern unterwegs. (Bild: PD)

Bär M29 am 26. Mai im Eriz. Das Foto sorgte für Furore, weil es der erste Nachweis eines wilden Bären im Kanton Bern seit 190 Jahren war. Das gleiche Tier war nun offenbar auch in der Nähe des Kantons Luzern unterwegs. (Bild: PD)

Im Gebiet Beichlen ob Escholzmatt sind mutmassliche Bärenspuren gesichtet worden, wie die Abteilung Natur, Jagd und Fischerei des Kantons Luzern am Mittwochnachmittag mitteilte. Die Beobachtung sei mit Zeitverzug gemeldet worden, die Spuren hätten nachträglich nicht mehr bestätigt werden können.

Laut der Mitteilung könnten die mutmasslichen Spuren vom gleichen Bären stammen, der am Pfingstsonntag am Thunersee und Ende Mai im Berner Jagdbanngebiet Augustmatthorn unterwegs war. Vermutlich handle es sich dabei um den Bären M29, welcher bereits in der Zentralschweiz und im Kanton Bern beobachtet worden sei. Die genetische Bestätigung stehe allerdings noch aus.

Da der Bär in kurzer Zeit grosse Strecken zurücklegen kann, ist seine Präsenz auf Luzerner Kantonsgebiet möglich, so der Kanton weiter. Der Bär M29 gelte als scheues Tier, das bisher unauffällig unterwegs gewesen sei. «Wichtig ist, den Bären auf keinen Fall mit Futter anzulocken», steht in der Mitteilung geschrieben. Problematisch seien zudem offene Abfalltonnen oder der Aufbruch von auf der Jagd erlegten Tieren.

Sofort Wildhut oder Polizei benachrichtigen

Wer dem Bären begegne, solle sich auf keinen Fall nähern, sondern Distanz halten. «Wer vom Bären bemerkt wurde, sollte sich als Mensch zu erkennen geben, mit ruhiger, klarer Stimme sprechen und sich langsam zurückziehen.»

Beobachtungen und Bärenspuren wie Tatzenabdrücke oder Kot sowie aufgebrochene Bienenstöcke oder durchwühlte Abfalltonnen, sind umgehend der kantonalen Wildhut (Dienststelle Landwirtschaft und Wald, Tel. 041 349 74 00) oder der Polizei (117) zu melden. Der Fundort oder die Beobachtung sei so präzise wie möglich zu bezeichnen.

Streng geschützte Tierart

Der einheimische Braunbär wurde in der Zentralschweiz vor rund 200 Jahren ausgerottet. Alle aus Quellen belegten Bärennachweise im Kanton Luzern stammen aus der Zeit vor 1800. Mit Prämien wurden damals Bären-Abschüsse belohnt. Heute gehört der Braunbär in der Schweiz zu den streng geschützten Tierarten. Seit mehr als zehn Jahren wandern regelmässig einzelne Bären aus dem italienischen Trentino in die Schweiz ein.

Mit einem Gewicht von bis zu 350 Kilogramm ist ein ausgewachsener Bär ein Schwergewicht unter den heimischen Wildtieren. Er hat keine natürlichen Feinde. Aufgrund der jahrhundertelangen Verfolgung durch den Menschen leben Bären in Mitteleuropa heute vorwiegend in waldreichen und wenig besiedelten Gegenden, in höheren Lagen an der Waldgrenze. Die Urner Jagdbehörden haben festgestellt, dass der Bär M29 2016 ein Habitat genutzt hat, das weitgehend dem Lebensraum von Gämsen entspricht: hoch gelegen, an der Waldgrenze und ein anspruchsvolles «Klettergebiet». Obwohl der Bär zu den Raubtieren zählt, ist er ein ausgesprochener Allesfresser. Er deckt seinen Nahrungsbedarf mit Blättern, Trieben, Wurzeln, Beeren, Früchten, Nüssen und Wildhonig, aber auch Insekten, Vogel-Gelegen, Säugetieren und Aas. Selten erbeuten Braunbären auch ungeschützte Nutztiere.

(pd/dvm)

Wanderung des Bären M29. (Grafik: KORA)

Wanderung des Bären M29. (Grafik: KORA)

Verhaltensregeln im Bärengebiet.pdf

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