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BÄRTELIESSEN: Safran-Zunft bricht mit 100-jähriger Tradition

Den Safran-Zünftlern wurde es zu eng im «Union». Ihre Kügelipastetli essen sie heute Samstag im KKL - mit alt Bundesrat Samuel Schmid.
Bärteliessen von 1913 im festlich geschmückten Saal des Hotels Union. (Archivbild Safran-Zunft)

Bärteliessen von 1913 im festlich geschmückten Saal des Hotels Union. (Archivbild Safran-Zunft)

In den letzten mehr als hundert Jahren, von 1900 bis 2008, führte die ehrwürdige Safran-Zunft ihr Bärteliessen fast ausnahmslos im Hotel Union durch.

Jetzt bricht die grösste der Luzerner Zünfte und Fasnachtsgesellschaften mit dieser Tradition. Heute Samstagabend findet der gesellschaftliche Anlass, der ausschliesslich Zunft-Mitgliedern offensteht, erstmals im Kultur- und Kongresszentrum Luzern (KKL) statt – und zwar im Luzerner Saal.

Platznot wegen Uni-Betrieb
«Im ?Union? ist der Platz für uns zu eng geworden», sagt Zunftsprecher Peter Krummenacher, «vor allem jetzt, da dort die Uni voll in Betrieb ist.» Auch brauche das vom Vergnügungskomitee der Zunft inszenierte fröhliche Theater einiges an Vorbereitung. «Das verträgt sich nicht mit dem Schulbetrieb.»

441 Mitglieder hat die Safran-Zunft zurzeit – ausschliesslich Männer. «Mehr als 400 werden heute Abend am Bärteliessen im KKL teilnehmen», verrät Zunftschreiber Martin Merki. «Nur wer krank ist oder in den Ferien weilt, kommt nicht.»

Ein Höhepunkt der Veranstaltung ist der Hauptgang des Nachtessens: Luzerner Kügeli- oder Fritschipastetli. «Diese werden beim Bärteliessen seit über 200 Jahren serviert», sagt Merki. «Es existieren original Luzerner Kügelipastetli-Rezepte aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts.»

Woher der Name Bärteliessen?
Woher kommt der Name Bärteliessen? «Vom Berchtoldstag», erklärt Merki. «Im 16. Jahrhundert fand der Fritschi-Bot, die Jahresversammlung der Safran-Zunft, jeweils im Herbst statt.

Am 2. Januar, dem Berchtoldstag, gab es dann die Rechnungsablage mit anschliessendem Essen.» Weshalb das Bärteliessen später ein paar Tage in den Januar hinein verschoben wurde, weiss Merki nicht: «Vielleicht wollte man einfach etwas Abstand zum Jahresanfang gewinnen.» Der Name «Bärteliessen» blieb.

Der Öffentlichkeit bleibt der Eintritt zum Bärteliessen verwehrt. Und die Frauen der Zünftler treffen sich auch dieses Jahr zum so genannten Damen-Bärteliessen im Hotel Schweizerhof. Öffentlich ist einzig die so genannte Zunftmeister-Abholung.

Die Feldmusik Luzern und die Zunft-Grenadiere holen den Safran-Zunftmeister beim Hotel Wilden Mann ab und geleiten ihn und seine Gäste durch die Altstadt zum Ort des Bärteliessens.

Samuel Schmid Ehrengast
Meist sind drei Ehrengäste zum Bärteliessen eingeladen. Dass darunter in den letzten Jahren mit Christoph Blocher, Hans-Rudolf Merz und Doris Leuthard amtierende Bundesräte waren, «ist Zufall», sagt Zunftschreiber Merki.

Prominent ist aber auch die diesjährige Besetzung: Beim Umzug durch die Altstadt fährt mit Samuel Schmid ein eben erst zurückgetretener Bundesrat auf der Safran-Zunftkutsche mit. Weitere Ehrengäste sind Radio-DRS-2-Redaktionsleiter Marco Meier und der Zürcher Schmiden-Zunftmeister Jürg Guggisberg.

«Wir haben ihnen gesagt, dass ihre Rede am Bärteliessen witzig sein darf», sagt Thomas Schärli, Safran-Zunftmeister und Fritschivater 2008. Ob die Ehrengäste dieser Anforderung gerecht werden, können heute Abend nur die geladenen Safran-Zünftler beurteilen.

Hugo Bischof

Das Rezept für das original Fritschi- oder Kügelipastetli »

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