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BÄUME: Stadt Luzern bevorzugt südländische Bäume

Die Stadtgärtnerei pflanzt in Luzern nicht immer einheimische Bäume. Das hat mit der Ästhetik zu tun – aber nicht nur.
Eine durchmischte Baumreihe an der Horwerstrasse in Luzern, auf Höhe der Allmend. (Bild Boris Bürgisser)

Eine durchmischte Baumreihe an der Horwerstrasse in Luzern, auf Höhe der Allmend. (Bild Boris Bürgisser)

Beatrice Vogel

Immer wieder müssen in der Stadt Luzern Bäume gefällt werden. Etwa aus Sicherheitsgründen, weil sie krank sind, oder weil sie einem Bauprojekt im Weg stehen. Letzteres geschah kürzlich im Schönbühl, weil dort eine behindertengerechte Bushaltestelle gebaut wird (Ausgabe vom 13. Juli). Vier Platanen mussten weichen. Sie werden ersetzt durch Zelkoven – Ulmengewächse, die am Mittelmeer heimisch sind. «Es sind robuste Bäume, deren Wurzeln eher in die Tiefe als in die Breite wachsen, weshalb sie den Asphalt weniger beschädigen», sagt Fritz Bächle, Baumsachverständiger bei der Stadt Luzern. Hinzu komme, dass man dort keine schlanken, kleinen Bäume wolle, sondern solche mit einer schönen Krone.

Mildes Klima

Doch warum pflanzt man beim Schönbühl oder auch andernorts in der Stadt keine einheimischen robusten Gewächse? Insbesondere, da die Stadt auch Gartenbesitzer anhält, keine Neophyten anzusiedeln. «Ein einheimischer Feldahorn würde die Bedingungen an diesem Standort zwar vertragen, seine Krone wächst aber eher in die Breite, was dort nicht erwünscht ist», begründet Bächle. «Grundsätzlich ist es aber so, dass die Stadt als Standort alles andere als einheimisch ist, sondern eher südländisch.» Es sei eher trocken und warm, im Winter komme Streusalz hinzu, und die Abgase seien auch nicht gerade förderlich für die Gesundheit der Pflanzen. All dies führe dazu, dass die Stadt entlang von Strassen eben weniger heimische Bäume anpflanze, so Bächle.

«Man pflanzt auch eher nicht mehr das, was früher da stand. Und auch bei Alleen und anderen Baumansammlungen versucht man heutzutage eher zu mischen», erklärt Bächle. Dies, damit bei einem Schädlingsbefall nicht alle Bäume eingehen. Und durch das Pflanzen von unterschiedlichen Baumarten soll das Stadtbild attraktiver werden. «Beispielsweise wenn im Herbst jeder Baum eine andere Farbe trägt.»

Ausprobieren, was geeignet ist

Es gebe Forschungsprojekte und Strassenbaumlisten aus anderen Städten, auf die man für die Auswahl der Bäume zurückgreifen könne, aber auch eigene Erfahrungen werden ausgewertet. «Oft ist es bei neuen Baumarten auch ein Ausprobieren, wenn eigene Erfahrungen noch fehlen», so Bächle. Natürlich bestehe die Gefahr, dass Neophyten sich ausbreiten und einheimische Pflanzen verdrängen. So etwa beim Götterbaum, den man eine Weile gern eingesetzt habe, bis festgestellt wurde, dass er sich extrem schnell verbreitet.

Neue Bäume im Hirschmattquartier

Grundsätzlich sei immer der Standort ausschlaggebend, welche Bäume dafür ausgewählt werden, erklärt Fritz Bächle. «Bei einer Bushaltestelle will man keine Bäume, von denen Kastanien oder andere Früchte herunterfallen.»

Ein grösseres Projekt, bei dem gleich mehrere Bäume gepflanzt werden, gibt es derzeit im Hirschmattquartier. Hier wurden viele Bäume gefällt, damit die Werkleitungen saniert werden können. Im Lauf des nächsten Jahres werden die neuen Bäume gepflanzt. «Im Hirschmattquartier pflanzen wir neue Baumarten an, die eine attraktive Färbung oder Blüten besitzen», so Bächle. Schliesslich soll das Quartier nicht grau wirken. Folgende Bäume wurden von einem Landschaftsarchitekturbüro ausgewählt:

  • Winkelriedstrasse: Blumenesche. Sie hat weisse Rispen-Blüten, ist nicht anfällig auf Eschenwelke und erträgt Trockenheit und Hitze.
  • K a uffmannweg: Säulenförmige Blumenesche. Sie hat dieselben Eigenschaften wie eine normale Blumenesche, ist aber eben säulenförmig, was laut Bächle dem eher schmalen Kauffmannweg besser entspricht.
  • Dornacherstrasse: Burgenahorn. Dieser hat gemäss Bächle eine schöne Herbstfärbung und ist ein guter Strassenbaum, der auch robust ist gegen Mehltau.

11 000 Bäume in der Stadt

Rund 11 000 Bäume stehen in der Stadt Luzern auf öffentlichem Grund. Ihr Unterhalt kostet jährlich zwischen 95 und 120 Franken pro Baum – an der Strasse mehr als in Grünanlagen. Jeweils im Spätsommer wird eine Liste erstellt mit Bäumen, die gepflegt oder gefällt werden müssen. Darauf können auch prominente Bäume stehen. Ein Sorgenkind ist aktuell die grosse Linde im Dreilindenpark. «Sie sieht nicht mehr so gut aus.» Das Ziel sei aber, sie so lange wie möglich stehen zu lassen. Bächle ist optimistisch: «Schliesslich hat sie schon manches Jahrzehnt überlebt.»

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