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Bahnhof Kriens-Mattenhof erhält geschwungene Dächer

Der Krienser Einwohnerrat hat am Donnerstag dem Bruttokredit von 3 Millionen für den Ausbau des Bahnhofs Mattenhof zugestimmt. Ein bauliches Detail gab jedoch viel zu reden.
Stefan Dähler
Die gestalteten Perrondächer am Bahnhof Mattenhof. (Visualisierung: Gemeinde Kriens)

Die gestalteten Perrondächer am Bahnhof Mattenhof. (Visualisierung: Gemeinde Kriens)

Grünes Licht für den Ausbau des Bahnhofs Kriens-Mattenhof inklusive Bushub. Der Krienser Einwohnerrat hat am Donnerstag mit 17 zu 5 Stimmen bei 3 Enthaltungen einem Bruttokredit von 3 Millionen Franken an die Baukosten zugestimmt. Die Gemeinde Kriens muss aber nicht den ganzen Betrag bezahlen. Die Investorin Mobimo AG, welche die angrenzenden Grundstücke bebaut, übernimmt 1,8 Millionen Franken. Auf die Gemeinde entfallen also noch 1,2 Millionen. Insgesamt sind die Kosten für den Ausbau des Bahnhofs mit rund 22 Millionen Franken veranschlagt. Realisiert wird er von der Zentralbahn. Neben der Gemeinde Kriens und der Mobimo AG beteiligen sich der Kanton Luzern mit rund 3 Millionen und der Bund mit rund 16 Millionen Franken.

Das Ausbauprojekt an sich war im Einwohnerrat unbestritten. Für intensive Diskussionen sorgte die geplante spezielle Gestaltung der Perrondächer. Diese von einem Architekturbüro entworfene Variante sorgt für Mehrkosten von über 800'000 Franken.

SVP: «Firlefanzdach»

Die Diskussion verlief nicht entlang des klassischen Links-rechts-Grabens. Die SVP sprach sich gegen die gestalteten Dächer aus. «Das Geld wäre beim Schulraum besser investiert», sagte etwa Martin Zellweger mit Blick auf die angespannte Finanzlage der Gemeinde. Und aus der Sicht von Räto Camenisch ist das «geschwungene Firlefanzdach» schlicht «lächerlich». Aber auch seitens der SP wurde das Vorhaben kritisiert. «Die vorliegende Lösung überzeugt architektonisch nicht, da ist mir ein Normdach lieber», sagte Cla Büchi. Er kritisierte zudem, dass die Gemeinde kein Verfahren zur Sicherung der städtebaulichen Qualität durchgeführt habe, ein solches jedoch von privaten Bauherren verlange.

Norm-Perrondächer beim Bahnhof Engelberg. Bild: Corinne Glanzmann (25. August 2015)

Norm-Perrondächer beim Bahnhof Engelberg. Bild: Corinne Glanzmann (25. August 2015)

Dieses Argument verwendeten jedoch auch die Dach-Befürworter seitens der FDP, der Grünen und des Gemeinderats (die CVP war gespalten). «Die Gemeinde sollte beim Städtebau mit gutem Beispiel vorangehen», argumentierte etwa Raoul Niederberger (Grüne). Mit einem Verzicht auf die gestalteten Dächer würde die Gemeinde ein fragwürdiges Zeichen an private Investoren aussenden, von denen man wiederum städtebauliche Qualität verlange, sagte Bauvorsteher Matthias Senn (FDP). Das Ziel sei, dass der Bahnhof Mattenhof zu einem «Mittelpunkt des Quartiers» wird, so Senn weiter. «Wir zeigen, dass wir kein x-beliebiger Vorort sind», sagte Daniel Rösch (FDP). Am Schluss wurde ein Antrag, auf die speziellen Dächer zu verzichten und stattdessen Normdächer zu bauen, mit 13 zu 11 Stimmen bei 3 Enthaltungen abgelehnt.

Von 2000 auf 10'000 Passagiere

Geplant ist, dass die Bauarbeiten im Januar 2019 beginnen. Im Sommer 2020 soll der umgebaute Bahnhof in Betrieb genommen werden. Unter anderem ist vorgesehen, beide Perrons um 60 auf 190 Meter zu verlängern. Ebenso werden eine neue Unterführung und ein neuer Bahnhofplatz errichtet. Dadurch entsteht ein neuer Verkehrsknotenpunkt im Gebiet Luzern Süd, wo zahlreiche Bauprojekte geplant sind oder sich bereits im Bau befinden. Die Zahl der einsteigenden Passagiere am Bahnhof Mattenhof soll in den nächsten Jahren von rund 2000 auf 10'000 pro Tag steigen.

Geplante Ausbauten rund um den Bahnhof Mattenhof Kriens. Grafik: jn

Geplante Ausbauten rund um den Bahnhof Mattenhof Kriens. Grafik: jn

Noch offen ist, wie viel die Eberli AG, Investorin der neben dem Bahnhof geplanten Pilatus-Arena, an den Ausbau bezahlen wird. Zuerst müssten die Planungen für dieses Projekt konkretisiert werden und die Höhe des Mehrwertausgleichs aufgrund der Umzonung bekannt sein, schrieb der Gemeinderat im Bericht und Antrag zum Mattenhof-Kredit.

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