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BAHNHOF LUZERN: ÖV-Petition: SBB wollen keine Personalkantine

1000 Angestellte von ÖV-Betrieben forderten per Petition ein Personalrestaurant am Bahnhof. Die SBB winken ab – doch die Initianten wollen nicht aufgeben.
Sandra Monika Ziegler
Die Initianten bei der Übergabe der Unterschriften. (Bild: PD/Jakob Ineichen)

Die Initianten bei der Übergabe der Unterschriften. (Bild: PD/Jakob Ineichen)

Sandra Monika Ziegler

sandra.ziegler@luzernerzeitung.ch

Im Bahnhof Luzern fehlt für das Personal der öffentlichen Verkehrsbetriebe eine Kantine. Deshalb haben sich letzten November 1001 Angestellte der SBB, der Zentralbahn und der Verkehrsbetriebe Luzern (VBL) mit einer Petition an die SBB gewandt. Die Angestellten bemängeln das aktuelle Verpflegungsangebot in und um den Bahnhof sowie die Öffnungszeiten der Gastrobetriebe (Artikel vom 27. November). Nun liegt die Antwort der SBB, der Eigentümerin des Bahnhofs Luzern, vor. Sie lehnt das Begehren nach einem Personalrestaurant gleich aus mehreren Gründen ab, wie sie schreibt.

Kantine wäre ein defizitäres Angebot

Primär hält man bei der SBB das aktuelle Verpflegungsangebot rund um und im Bahnhof bereits heute für ausreichend. Zudem hätten die Angestellten mit den Mensen der Uni sowie der Hochschule Luzern zwei preisgünstige Verpflegungsangebote zur Verfügung. Laut SBB sei die Personalverpflegung zwar intern durchaus ein Thema, doch bestehe keine Pflicht, selber so ein Angebot zu schaffen.

Die SBB schreiben weiter, dass es aus betriebswirtschaftlichen Gründen nicht möglich sei, allen Mitarbeitern ein subventioniertes Verpflegungsangebot anzubieten. Denn der Bau und Betrieb einer Kantine im Bahnhof Luzern wäre nicht rentabel. Zudem würde dies der «grundsätzlichen Verpflegungsstrategie» der SBB widersprechen. Diese besagt, dass die Bundesbahnen nur an Orten mit mehr als 700 fixen Angestellten ein eigenes Personalrestaurant betreiben. Am Bahnhof Luzern sind lediglich rund 360 SBB-Angestellte tätig.

Urs Langenstein, Präsident der Gewerkschaft des Verkehrspersonals Sektion Zentralschweiz (SEV), lässt diese Sicht nicht gelten. Langenstein ist treibende Kraft hinter der Forderung für ein Personalrestaurant. Denn zusätzlich zu den fixen Angestellten im Bahnhof gibt es fast ebenso viel «fahrendes Personal», das in den Zügen von und nach Luzern unterwegs ist. So würden zahlreiche SBB-Zugbegleiter und Lokführer von anderen Standorten im Luzerner Bahnhof Pause machen, erklärt Langenstein und fügt an: «Auch sind mehrere hundert Chauffeure der VBL und Mitarbeiter der Zentralbahn, der BLS, SOB, Postauto und der Luzerner Polizei am Bahnhof eingeteilt und machen folglich ebenso dort Pause.» Für all diese Personen fordern die Petitionäre ein zentral gelegenes Restaurant mit moderaten Preisen.

Angestellte wollen nochmals verhandeln

Nach Meinung von Langenstein wäre dies auch durchaus rentabel zu betreiben. Die SEV bedauert den Entscheid. Sie will jedoch noch nicht aufgeben. «Unser Ziel ist es nun, die interessierten Unternehmen und die SBB als Immobilienbesitzerin an einen Tisch zu bringen. Entsprechende Anfragen werden wir in den nächsten Tagen versenden», erklärt Langenstein das weitere Vorgehen.

Aktuell stehen den Mitarbeitenden der diversen Transportunternehmen Pausenräume mit Mikrowelle zur Verfügung. Viele verpflegen sich aber an den Take-away-Ständen, kaufen in den Bäckereien ein oder speisen im Vegi-Restaurant Tibits oder in den erwähnten Hochschul-Mensen. Für Langenstein und seine Mitstreiter geht es aber um etwas «Fundamentales«, wie er sagt: «Was fehlt, ist ein Restaurant mit Sitzplätzen und ausgewogener und vielseitiger Ernährung im Angebot mit einem Kantinenpreis.» Und das ist laut Langenstein jetzt nicht gewährt.

VBL-Pressesprecher Christian Bertschi sagt zum Thema Personalrestaurant lediglich: «Wir haben die Stellungnahme zur Kenntnis genommen. Da wir nicht über eigene Immobilien rund um den Bahnhof verfügen, können wir zu diesem Thema auch keine weiteren Ausführungen machen.»

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