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BAHNHOF LUZERN: VBL wollen Bushof über den Gleisen

Das Projekt eines Bushofs über den Rangiergleisen im Bahnhof Luzern liegt derzeit auf Eis. VBL-Direktor Norbert Schmassmann hofft, dass die Idee mit dem carfreien Inseli wieder «aufkeimt». Auch ein weiterer Vorschlag könnte erneut aufs Tapet kommen.
Hugo Bischof
Die Idee eines Bushofs über den Rangiergleisen beim Bahnhof kommt seit den 1990er-Jahren immer wieder aufs Tapet. (Bild: Nadia Schärli (Luzern, 26. Oktober 2017))

Die Idee eines Bushofs über den Rangiergleisen beim Bahnhof kommt seit den 1990er-Jahren immer wieder aufs Tapet. (Bild: Nadia Schärli (Luzern, 26. Oktober 2017))

Hugo Bischof

hugo.bischof@luzernerzeitung.ch

Metro, Parkhaus Musegg oder Schweizerhofquai: Das sind nicht die einzigen Grossprojekte, mit denen das Car-Parkplatzproblem in Luzern gelöst werden soll. Immer wieder mal taucht auch die Idee auf, die Rangiergleise beim Bahnhof zu überdachen und darauf ein Parkhaus für Busse und Cars zu erstellen.

Die Vision wurde schon Ende der 1990er-Jahre diskutiert. 2013 forderte VBL-Direktor und CVP-Kantonsrat Norbert Schmassmann im Kantonsparlament mit einem Postulat eine «Überdeckelung des Bahnhofareals mit einem Bushub».

Kantonsrat fand die Idee prüfenswert

Obwohl der Kantonsrat Schmassmanns Vorstoss für erheblich erklärte, verschwand er bald in der Versenkung. Auch im Stadtparlament forderten René Peter und Daniel Wettstein (FDP) 2013 einen Bushub «nach dem Vorbild der Stadt Chur» über den Bahngleisen. Die Stadtregierung beurteilte die Idee kritisch, das Parlament schrieb die Motion ab.

Die Idee sei im Zusammenhang mit dem Projekt Tiefbahnhof geprüft und für «nicht zweckmässig» befunden worden – so der Regierungsrat damals. Der gleichen Meinung waren die SBB. Diese Einschätzung gelte noch immer, sagt SBB-Sprecher Daniele Pallecchi heute: «Weitere Abklärungen sind nicht sinnvoll und würden zu keinen neuen Erkenntnissen führen.» Das Projekt wurde ad acta gelegt – wegen zu hoher Kosten und weil man wegen der für eine Überdachung nötigen Stützen eine Störung des Bahnverkehrs fürchtete.

«Die Idee könnte wieder ‹aufkeimen›», sagt dagegen Schmassmann. «Ich denke schon, dass man die Inseli-Car-Problematik mit einem solchen zentralen Bushub lösen könnte.» Der VBL-Direktor betont: «Wenn Touristenstädte wie Luzern nicht mehr zentral angefahren werden können, werden sie zu Gunsten anderer Destinationen gemieden.» Ein zentraler Bushub beim Inseli sei auch für Einheimische wichtig. «Viele Busreisende kommen mit dem öffentlichen Verkehr mit ihrem Gepäck am Bahnhof Luzern an und möchten von dort aus mit dem Car weiterreisen.» Würden die Carparkplätze an die Peripherie ausgelagert, müssten Einheimische in der Regel einmal mehr umsteigen, «was bedeutend weniger attraktiv ist».

Als Übergangslösung bieten die VBL in ihrem Depot im Tribschenquartier Carparkplätze an. Dieses Angebot sei bisher aber noch kein einziges Mal genutzt worden (Artikel vom 28. August). «Vielleicht ist das VBL-Depot für in- und vor allem ausländische Car-Betreiber bereits zu abgelegen. Das könnte ein Indiz dafür sein, dass die Car-Betreiber möglichst ins Zentrum fahren und ihre Cars dort abstellen wollen», sagt Schmassmann.

Was sagt Luzerns Stadtrat heute zum Bushof über den Gleisen? Er erarbeitet derzeit einen Gegenvorschlag zur Initiative für eine attraktive Innenstadt, die fordert, dass die Stadt die Planungen für das Parkhaus Musegg wieder aufnimmt. Inwiefern die Idee des Bushofs, aber auch ein Parkhaus unter dem Schweizerhofquai eine Rolle spielen könnten, könne zum heutigen Zeitpunkt nicht beurteilt werden, so Stadtpräsident Beat Züsli (SP).

Überdachung für Boulevard in der Neustadt

Der Bushof über den Rangiergleisen ist übrigens nicht die einzige Vision für eine Gleisüberdachung in Luzern. Im Gebiet zwischen Neustadt- und Obergrundstrasse steht eine solche ebenfalls zur Diskussion. Dort soll aber kein Bushof entstehen, sondern das Quartier aufgewertet werden – etwa mit zusätzlichen Grünflächen. Die Idee wurde 2004 von der Allgemeinen Baugenossenschaft Luzern (ABL) ins Spiel gebracht. Der ABL gehören dort viele Liegenschaften, sie wollte das Quartier aufwerten. Als Inspirationsquelle diente eine ähnliche Gleisüberdachung in Genf.

Mit der Erarbeitung eines Grobkonzepts für die Überdeckelung wurde übrigens Beat Züsli beauftragt, der damals noch als Architekt tätig war. Er errechnete, dass 6000 Quadratmeter Nutzfläche gewonnen werden könnten. Man ging damals von Kosten von 15 Millionen Franken aus. Sowohl die SBB als auch die Stadt äusserten sich damals kritisch zu den Plänen.

Die Idee wird die Politik aber demnächst erneut beschäftigen. Am 24. Mai reichte Christian Hochstrasser (Grüne) im Stadtparlament ein Postulat mit dem Titel «Boulevard auf dem Gleis» ein. Er fordert darin, dass der Stadtrat sich für eine Überdachung der Bahngleise zwischen Neustadtstrasse und Gütschtunnel einsetzt. Der tiefe Bahneinschnitt mit den steilen Böschungen habe inmitten der lebendigen Quartiere Neustadt und Bruch «eine zerschneidende Wirkung», heisst es im Postulat. Die Stellungnahme des Stadtrats steht noch aus.

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