BAHNVERKEHR: Mehr Verbindungen ins Tessin gefordert

Der Kantonsrat entscheidet gegen den Willen der Regierung – und ist doch mit ihr einig.

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Ferdinand Zehnder (CVP) fordert in seinem Postulat eine besser Verbindung per Bahn ins Tessin. Im Bild: Ein Zug beim Südportal des Gotthard-Basistunnels. (Bild: Keystone)

Ferdinand Zehnder (CVP) fordert in seinem Postulat eine besser Verbindung per Bahn ins Tessin. Im Bild: Ein Zug beim Südportal des Gotthard-Basistunnels. (Bild: Keystone)

Der Regierungsrat soll sich dafür einsetzen, dass Luzern und die Zentralschweiz nicht von dem nationalen und dem internationalen Bahnverkehr abgehängt werden. Der Kantonsrat hat gestern ein entsprechendes Postulat von Ferdinand Zehnder (CVP, Luzern) mit 100 zu 13 Stimmen gutgeheissen. Der Regierungsrat beantragte eine Ablehnung des Vorstosses, der von Parlamentariern aller Parteien unterzeichnet wurde. Dies, weil die Forderungen des Postulats bereits umgesetzt würden. Die Regierung sei mit dem Fahrplanangebot 2017, das bloss noch eine morgendliche Direktverbindung ins Tessin vorsieht, «in keiner Weise zufrieden», schreibt sie in ihrer Antwort. Insbesondere das Umsteigen in Arth-Goldau zur Hauptreisezeit morgens Richtung Tessin missfällt der Regierung. Deshalb habe man sich bereits über verschiedene Kanäle für eine Verbesserung des Fahrplanangebots ab Luzern eingesetzt. Regierungsrat Robert Küng nannte gestern im Kantonsrat unter anderem die fünf Vorstösse der Luzerner Bundesparlamentarier, die im Dezember behandelt wurden (Ausgabe vom 24. Dezember), und Gespräche mit SBB-Chef Andreas Meyer.

Dass es dem Luzerner Regierungsrat ernst ist mit seinen Bemühungen, glaubten alle Parteien. Dennoch waren sie gegen die Ablehnung des Postulats. Guido Bucher (FDP, Flühli) begründete: «Eine Überweisung ist eine Rückendeckung für die Regierung.» Küng konnte mit der Überweisung offenbar gut leben, wie seine Aussage vor der Abstimmung zeigte: «Ich bin einfach froh, dass unsere Arbeit geschätzt wird.»

Steuern: Lohnabzug chancenlos

Klar abgelehnt wurde gestern die Motion von Ali R. Celik (Grüne, Luzern), der einen automatisierten freiwilligen Direktabzug der direkten Steuern vom Lohn forderte. Das Parlament wandelte den Vorstoss erst in ein Postulat um, das dann nur von den Grünen und der SP unterstützt wurde. Mit 28:83 Stimmen ebenfalls chancenlos blieb die Motion von Guido Müller (SVP, Ebikon), der die Grundentschädigung der Fraktionen bei Lohnreduktionen für Staatsangestellte proportional kürzen wollte. (ca)