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BAHNVERKEHR: Südostbahn sorgt für stündliche Verbindung ins Tessin

Die Südostbahn soll ab Dezember 2020 für die SBB zwei Fernverkehrslinien betreiben, darunter die Gotthard-Bergstrecke. Die Kundenorganisation Pro Bahn Schweiz ist begeistert – Komfort und Angebot werden besser.
Die berühmte Kirche von Wassen auf der Gotthard-Bergstrecke. (Bild: Keystone)

Die berühmte Kirche von Wassen auf der Gotthard-Bergstrecke. (Bild: Keystone)

Gerhard Lob

Kleine Revolution im Fernverkehr auf der Schiene: Die Südostbahn (SOB) soll ab Ende 2020 von Basel und Zürich jeweils direkte Züge via Arth-Goldau und Gotthard-Panoramastrecke ins Tessin fahren. Zudem soll sie auf der Strecke Bern–Burgdorf–Lan­genthal–Olten–Zürich–Pfäffikon–Ziegelbrücke–Sargans–Chur mit eigenem Rollmaterial unterwegs sein – mit den als Voralpen-Express bekannten Zügen. Einen entsprechenden Kooperationsvertrag unterzeichneten die Bahnunternehmen gestern in Zürich. Beide Linien sollen im sogenannten Co-Branding «SOB-SBB» auftreten – ein Novum. Für ihre Leistung im Fernverkehr wird die SOB von den SBB abgegolten. Diese werden den Vorschlag im September im Rahmen der Neuvergabe der Fernverkehrskonzession beim Bundesamt für Verkehr einreichen.

Diese Lösung kommt überraschend. Die SOB wollte eigentlich ein eigenes Konzessionsgesuch für den Fernverkehr auf zwei Strecken beantragen. Doch die intensiven Gespräche in den letzten Monaten haben Früchte getragen. «Beide Seiten haben Schritte aufeinander zu gemacht, sich geöffnet und Vorurteile über Bord geworfen», sagte SOB-CEO Thomas Küchler. Im Gotthard-Verkehr bedeutet dies konkret, dass mit der Eröffnung des Ceneri-Basistunnels 2020 die einstigen Interregio-Verbindungen von der deutschen Schweiz ins Tessin via Panoramastrecke reaktiviert werden. Das momentane, scharf kritisierte Konzept mit Umsteigen in Erstfeld und S-Bahn-Zügen hat damit gezählte Tage. Die Züge von Basel und Zürich sollen dereinst jede Stunde alternierend bis nach Lugano oder Locarno verkehren. Bis Herbst soll geklärt werden, welche Bedürfnisse das Tessin hat. Mit der direkten und umsteigefreien Verbindung aus dem Rheintal mit Zürich und Bern soll hingegen der Korridor Ostschweiz aufgewertet werden.

Neues Rollmaterial mit mehr Komfort

Die SOB will für ihre Fernverkehrsstrecken neues Rollmaterial einsetzen. Es handelt sich um die Züge des Typs Flirt III, die sie bereits für Ende 2019 für den Voralpen-Express bestellt hat. Für ihren Einsatz im Fernverkehr werden die Fahrzeuge mit zusätzlichen Komfortmerkmalen ausgestattet. Dazu gehören beispielsweise die 2:1-Bestuhlung in der 1. Klasse oder ein Familienwagen.

Auf die neue Perspektive am Gotthard reagierte die Kundenvereinigung Pro Bahn Schweiz enthusiastisch. «Das ist wie ein Befreiungsschlag – ein echter Aufsteller», sagt Präsidentin Katrin Blättler. Die Luzernerin hatte das bestehende Gotthard-Konzept hart kritisiert und sich dafür eingesetzt, dass via Panoramastrecke wieder ein echter Fernverkehr ins Leben gerufen wird. Denn es wurde ein langsames Absterben dieser historischen Verbindung befürchtet. Ein Wermutstropfen bleibt laut Blättler die Tatsache, dass der momentane Fahrplan am Gotthard noch drei Jahre beibehalten wird.

Das Bundesamt für Verkehr begrüsste es, dass sich SBB und SOB geeinigt haben. «Wir hoffen, dass auch die anderen Gespräche unter den Bahnen zu einer Einigung in geeigneter Form führen», sagte Sprecher Gregor Saladin. Damit ist die BLS gemeint, die sich – und nicht zur Freude der SBB – für drei Fernverkehrsverbindungen interessiert. Konkret möchte die BLS das Wallis und das Berner Oberland mit dem Flughafen Zürich-Kloten verbinden und die Strecke Interlaken–Basel übernehmen. Wird es eine ähnliche Kooperation wie mit der SOB allenfalls auch zwischen SBB und BLS geben? «Wir streben weiterhin eine eigenständige Lösung an, die uns ermöglicht, gewisse Fernverkehrslinien selbstständig zu betreiben», sagte BLS-Mediensprecher Matthias Abplanalp auf Anfrage. Man stehe diesbezüglich «in konstruktiven Verhandlungen mit den SBB».

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