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Bald entsteht am Seetalplatz ein Garten - und vielleicht ein Swimmingpool

Die Brache am Seetalplatz in Emmen wird zwischengenutzt. Angedacht sind Büros und Ateliers in Containern, ein Gastrobetrieb und vieles mehr. Ziel ist es, das Quartier schon vor dem Bau der Arbeits- und Wohngebäude zu beleben.
Beatrice Vogel
Der Seetalplatz (im Vordergrund) und das Baufeld A1 für die künftige kantonale Verwaltung, wo noch die Baucontainer stehen (rechts im Hintergrund), sind Teil der Zwischennutzung. (Bild: Alexandra Wey/Keystone, Emmenbrücke, 16. Juni 2018)

Der Seetalplatz (im Vordergrund) und das Baufeld A1 für die künftige kantonale Verwaltung, wo noch die Baucontainer stehen (rechts im Hintergrund), sind Teil der Zwischennutzung. (Bild: Alexandra Wey/Keystone, Emmenbrücke, 16. Juni 2018)

Noch sieht es leer aus am Seetalplatz in Emmen. Das Gebiet ist dominiert von Strassen und freien Flächen. Doch innert der nächsten zehn Jahre soll hier ein neues Quartier entstehen mit Wohnungen, Büros und Gewerbe. Unter anderem plant der Kanton Luzern hier sein neues Verwaltungsgebäude. Bevor es soweit ist, wird der eigentliche Seetalplatz, der auch in Zukunft unbebaut bleibt, und das Baufeld A1, auf dem die kantonale Verwaltung zu stehen kommt, bis Ende 2021 zwischengenutzt.

Organisiert wird die Zwischennutzung vom Verein Platzhalter, der am Montag seine Pläne den Medien vorstellte. Besonders viel ist allerdings noch nicht geplant und schon gar nicht in Stein gemeisselt. Denn der Verein will die Zwischennutzung nur «kuratieren und moderieren», wie es Präsident Ralph Eichenberger formuliert. Die Ideen und die Umsetzung sollen aus der Bevölkerung kommen. Es wird nach Projekten gesucht, die schon vor dem eigentlichen Bau des Quartiers ein Quartierleben entstehen lassen. Der Seetalplatz, so das hehre Ziel, soll bald zum Treffpunkt werden.

Gerüste mit den Ausmassen der künftigen Gebäude

«Es ist ein spannender Moment, wir haben quasi ein weisses Blatt Papier vor uns, das jeder mitgestalten kann», so Eichenberger. Es sei auch ein Testgelände, um Ideen auszuprobieren. «Vielleicht dienen einige Projekte als Vorbilder für die künftige Nutzung des Seetalplatzes oder liefern Erfahrung für die Entwicklung anderer Stadtquartiere.» Primär sei die Zwischennutzung aber für die Emmer Bevölkerung, die sich den Seetalplatz aneignen soll.

Angedacht ist schon einiges. So werden die Baucontainer, die noch vom Strassenbauprojekt her stammen, als Büros, Ateliers oder Popup-Stores vermietet. Ein Raum von 12 bis 16 Quadratmetern wird etwa 300 Franken Miete pro Monat kosten. Bereits in einen Teil der Container eingemietet hat sich der regionale Entwicklungsträger Luzern Plus. Beim Bushof Emmenbrücke Bahnhofplatz Süd wird der Haupteingang zum Areal auf dem Baufeld A1 sein. Entlang des Bushofs werden mehrere Gerüsttürme von 17 bis 37 Metern Höhe als Bauskulpturen aufgestellt - in der Höhe der künftigen Gebäude, die an dieser Stelle geplant sind.

Im einstöckigen Container im Zentrum des Baufelds wird ein Gastrobetrieb einziehen. Geplant ist ein Mittagstisch-Angebot und ein Bar-ähnlicher Betrieb am Abend. «Wir haben viele Ideen, müssen aber zunächst abklären, was realisierbar ist», sagt Markus Kurmann, der mit einem sechsköpfigen Team das Gastroangebot stemmen wird. Ihn kennt man als Betreiber der Baselstrasse-Bar Molo. Eine Idee, die Kurmann verrät, ist ein Lehm-Ofen, in dem jeder seine selbst belegte Pizza backen kann. Allerdings steht noch einiges an Arbeit an, schliesslich gibt es heute in den Containern noch nicht einmal eine Küche. Das Team um Markus Kurmann will möglichst viel selber machen, nur schon aus finanziellen Gründen. Klar ist, dass die Beiz auch im Winter bewirtschaftet wird.

Fische und ein Gewächshaus

Das Restaurant wird Gemüse aus einem Garten beziehen, der direkt daneben, entlang der Reusseggstrasse angelegt wird. Dafür zuständig ist der Verein Fleeds, der sich dem Urban Farming und kurzen Transportwegen verpflichtet hat. «Wir werden die Brache grün machen, damit man den Strassenverkehr vergisst», sagt Raffael Känzig von Fleeds. «Damit man keine Abgase auf dem Gemüse hat, errichten wir zur Strasse hin eine Barriere mit Pflanzen, die man nicht isst.» Der Verein will eine Aquaponik-Anlage einrichten, bei der ein Kreislauf zwischen Garten und Fischzuchtanlage entsteht. In diesem Zusammenhang ist ein Vermittlungsangebot für Schulen geplant. Neben einem Gewächshaus sollen zudem Hochbeete entstehen, bei denen jeder mitgärtnern kann.

Das Baufeld A1 am Seetalplatz. In den doppelstöckigen Containern rechts sollen Büros und Ateliers entstehen, im einstöckigen Container in der Mitte gibt es eine Beiz. Links neben dem Gastrobetrieb wird der Garten eingerichtet und rechts davon ist Platz für Veranstaltungen. (Bild: PD)

Das Baufeld A1 am Seetalplatz. In den doppelstöckigen Containern rechts sollen Büros und Ateliers entstehen, im einstöckigen Container in der Mitte gibt es eine Beiz. Links neben dem Gastrobetrieb wird der Garten eingerichtet und rechts davon ist Platz für Veranstaltungen. (Bild: PD)

Auf der anderen Seite des Baufelds, in Richtung Seetalstrasse, gibt es Platz für Veranstaltungen. Denkbar wären Konzerte, Lesungen - aber auch ein Spielplatz mit Pingpongtischen, ein Eisfeld, ein Swimmingpool oder ein Foodtruckfestival wären möglich. Für diese Fläche werden noch Ideen und Veranstalter gesucht.

Geschäftsführerin wünscht sich Durchmischung

Auf dem eigentlichen Seetalplatz ist ebenfalls noch vieles offen. Er soll unter anderem Ausstellungsort werden, aber auch ein Fest wäre denkbar. «Möglich ist, hier Ergebnisse zu präsentieren, die auf dem Baufeld A1 entstehen», sagt Ralph Eichenberger. Der Verein Platzhalter steht schon in Gesprächen mit diversen Institutionen, etwa der Hochschule Luzern oder der Kunstplattform Akku Emmen, die Interesse an der Nutzung dieser Fläche haben. Auch die Emmer Vereine sollen hier eine Plattform für Projekte erhalten. Eichenberger: «Beim Seetalplatz gibt es die zusätzliche Herausforderung, wie er künftig aussehen soll.» Schliesslich wird dieser, anders als das Baufeld A1, nie überbaut. Statt Landschaftsarchitekten zu engagieren, könnte die künftige Nutzung und Gestaltung des Platzes ebenfalls während der Zeit der Zwischennutzung mit der Bevölkerung entwickelt werden.

Ab sofort können beim Verein Platzhalter Konzepte, Projekte und Anfragen eingereicht werden. Für die Geschäftsführung der Zwischennutzung hat der Vorstand Francesca Blachnik eingesetzt. Die 25-Jährige wird sich um die Verwaltung des Areals, die Vermietung der Räume, aber auch um die Zusammenarbeit zwischen einzelnen Projekten kümmern. «Ich wünsche mir, dass es eine bunte Durchmischung gibt, von Altersgruppen, Themen oder Materialien», sagt sie. Es soll nicht ein reiner Ort für die Kunstszene werden, sondern für die breite Masse. Blachnik ist Mitglied der B-Sides-Festivalleitung, studierte in Bern Politikwissenschaften und Geschichte. Im Herbst beginnt sie an der Hochschule Luzern den Master Public & Nonprofit Management - «das passt perfekt zu meiner neuen Aufgabe», so Blachnik.

Der Verein Platzhalter (von links): Ralph Eichenberger, Catherine Huth, Thomas Stadelmann, Geschäftsführerin Francesca Blachnik, Reto Achermann und Edina Kurjakovic. (Bild: PD)

Der Verein Platzhalter (von links): Ralph Eichenberger, Catherine Huth, Thomas Stadelmann, Geschäftsführerin Francesca Blachnik, Reto Achermann und Edina Kurjakovic. (Bild: PD)

Verein Platzhalter: Zwischennutzung als Daseinszweck

Der Vorstand des Vereins Platzhalter besteht aus dem Szenografen Ralph Eichenberger (Präsident), Catherine Huth, Kulturschaffende, Edina Kurjakovic, Projektleiterin und Kulturschaffende, Reto Achermann, Projektleiter, sowie Thomas Stadelmann, Inhaber Stadtfragen GmbH Luzern. Der Verein wurde anlässlich der Zwischennutzung des Seetalplatzes ins Leben gerufen. Zweck des Vereins ist es, im Auftrag von Grundeigentümern brachliegende Areale und ungenutzte Immobilien aufzuwerten. Geschäftsführerin der Zwischennutzung am Seetalplatz ist Francesca Blachnik.

Hinweis
Am 15. Juli und 19. August finden von 11 bis 13 Uhr öffentliche Informationsveranstaltungen auf dem Gelände statt. Interessenten können dann Ideen für die Zwischennutzung einbringen.
Weitere Infos: www.platzhalter.lu

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