Baldegger- und Hallwilersee geht es besser

Vor 30 Jahren sind der Baldegger- und Hallwilersee wegen Sauerstoffmangel fast erstickt. Mit seeexternen Massnahmen und der künstlichen Belüftung – einer weltweiten Pioniertat – wurde der Kollaps abgewendet. Noch ist man nicht am Ziel, aber den Seen geht es besser.

Drucken
Teilen
Alois Leisibach belüftet seit 30 Jahren den Baldegger- und Hallwilersee. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)

Alois Leisibach belüftet seit 30 Jahren den Baldegger- und Hallwilersee. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)

Alois Leisibach belüftet seit 30 Jahren den Baldegger- und Hallwilersee. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)

Alois Leisibach belüftet seit 30 Jahren den Baldegger- und Hallwilersee. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)

Es war dramatisch, vor gut 50 Jahren: Die Phosphorbelastung betrug im Baldeggersee 520 Milligramm pro Kubikmeter und im Hallwilersee 250 Milligramm. Normal wären 20 bis 30 Milligramm. Die Seen hatten aufgrund der extrem hohen Nährstoffbelastung kaum noch Sauerstoff. Und ein See braucht genauso Sauerstoff wie jeder Mensch. Die Folgen waren ein bedrohlicher Teppich von Burgunderblutalgen und der Zusammenbruch der Fischbestände.

Die fatale Situation hatte zwei Ursachen: Zum einen liessen die Industrie und die Haushaltungen ihre Abwässer ungereinigt in den See, und zum anderen belastete die Landwirtschaft die Seen mit Düngstoffen.

«Baldeggersee auf der Notfallstation»

«Der Baldeggersee befand sich in einem lebensgefährlichen Zustand, er musste auf die Notfallstation», so Josef Wermelinger, Präsident des Gemeindeverbandes Baldegger- und Hallwilersee. Dieser Verband hat sich eigens gegründet, um die Seesanierung zu organisieren und zu finanzieren, in enger Zusammenarbeit mit den Kantonen Aargau und Luzern und dem Bund.

Man entschied sich für ein umfassendes Sanierungskonzept. Kern- und Angelpunkt der seeinternen Sanierung ist die künstliche Belüftung des Baldeggersees seit 1982 und des Hallwilersees seit 1986. Das Konzept sorgte für Furore, weil der Baldeggersee weltweit der erste belüftete See dieser Grösse war. In Retschwil und Meisterschwanden stehen die Sauerstoff-Tanks und Kompressoren. Von hier aus gelangt durch Leitungen der Reinsauerstoff auf den Seegrund.

Noch nicht am Ziel

Trotz guter Ergebnisse ist die Sanierung noch nicht abgeschlossen, weil der Seegrund immer noch zu wenig Sauerstoff hat. Philippe Baltzer, Leiter Abteilung Umwelt des Kantons Aargau, ist aber überzeugt, «dass wir auf gutem Weg sind, wieder gesunde Seen zu erhalten, in welchen sich auch die Felchen natürlich fortpflanzen können», was das übergeordnete Ziel aller Massnahmen ist.

pd/shä